DEUTSCHER COMPUTERSPIELPREIS
Auch Deutschland kann Spiele – Der DCP 2026
Pünktlich zum Ende des Aprils kam nochmal die gesamte deutsche Videospielbranche hier bei uns in München zusammen um den DCP zu feiern. Das konnten wir von M94.5 uns natürlich nicht entgehen lassen und haben uns selbst in die Gaming-High-Society im Herkulessaal der Residenz gestürzt.
Am 29. April kamen zahlreiche prominente Gäste aus der Games-Branche, Medien, Kultur und Politik nach München, um die besten Games „Made in Germany“ zu feiern. Neben den Gästen im Herkulessaal wurde die gesamte Veranstaltung, moderiert von Uke Bosse und Katrin Bauerfeind, auch im Livestream an tausende Zuschauer:innen übertragen.
Träger der Auszeichnung waren wie immer das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, und der Verband der deutschen Games-Branche. Beim diesjährigen DCP 2026 wurden Awards in 15 Kategorien vergeben, insgesamt gab es ein Preisgeld von 800.000 € zu holen.
Mit Altbaucharme zum Sieg
Auf eine der wohl besten Quoten dieses Jahr kann The Berlin Apartment vom – passenderweise – Berliner Studio Blue Backpack stolz sein. Nominiert in den Kategorien Beste Story und Bestes Grafikdesign konnte das Spiel gleich beide Kategorien abräumen! Zumindest von der wunderbaren Grafik könnt ihr euch hier gleich selbst überzeugen – für die Story werdet ihr euch das Spiel wohl selber holen müssen:
Entstanden ist das Spiel, als Game Director Hans Böhme in seiner Berliner Altbauwohnung saß, und plötzlich mehr über die Geschichte seines Zuhauses wissen wollte. Im Spiel begleiten wir Malik und seine Tochter Dilara, die während der Renovierung ihrer Wohnung immer mehr über Vergangenheit und frühere Mieter:innen erfahren. Einen tieferen Einblick in die Story sowie die Meinung der M94.5-Redaktion könnt ihr hier finden.
Sowohl die Story als auch die Optik des Spiels sind fantastisch und rechtfertigen beide Preise – zumindest meiner Meinung nach – absolut. Nach Trüberbrook ist The Berlin Apartement schon das zweite Spiel des Studios Blue Backpack, das mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet wurde. Damals hat Blue Backpack noch als Spielezweig der bildundtonfabrik agiert. Inzwischen sind sie ein eigenständiges Studio.
Deutschland wird International!
Ein Spiel, das genauso gut als bestes Internationales Spiel nominiert werden könnte, ist der Strategie-Blockbuster Anno 117 – Pax Romana aus dem Hause Ubisoft. Seit 2004 liegt die Entwicklung der Spiele bei BlueByte, bzw. Ubisoft Mainz und demnach komplett bei uns in Deutschland. Der inzwischen achte Ableger der erfolgreichen Anno-Reihe nimmt uns Spieler:innen mit ins Antike Rom. Und nach dem erfolgreichen Launch dieses neusten Titels war eine DCP-Nominierung quasi vorprogrammiert.
Bei einer Nominierung blieb es dann aber nicht, und Anno 117 – Pax Romana wurde sowohl für bestes Audiodesign, beste Innovation und Technologie und sogar als Bestes Deutsches Spiel 2026 nominiert. Für die 100%-Quote von The Berlin Apartment hat es leider nicht gereicht, aber zumindest den Preis für beste Innovation und Technologie durften BlueByte von Ministerpräsident Söder entgegennehmen.

Komplexe Diplomatie-, Forschungs und Bevölkerungsprozesse laufen in Echtzeit, und das auch in Ingame-Großstädten wirklich flüssig. Auch für die Grafik probiert das Spiel viel neues aus – Gras und Menschen werden generiert, ohne so wirklich die Computerleistung zu beeinträchtigen. Das ist Innovation, das ist Technologie, das gibt nen Preis. Was wir von Ubisofts neuem Strategie-Blockbuster halten, könnt ihr hier nachlesen. Sonst überzeugt euch doch selber von Anno 117 – Pax Romana!
Neue Medien erzählen alte Geschichten
Ein DCP 2026-Rekord: The Darkest Files wurde für ganze fünf Preise nominiert, so viel wie sonst kein Spiel dieses Jahr! Das Spiel aus dem Hause Paintbucket Games wurde nominiert für: Beste Story, bestes Gamedesign, bestes Serious Game, bestes Grafikdesign und sogar für das Beste Deutsche Spiel 2026. Und ich bin ehrlich: Im Publikum zu sitzen und gefühlt alle fünf Minuten den Namen The Darkest Files zu hören, hat mich irgendwie neugierig gemacht.
The Darkest Files behandelt die Aufarbeitung von Nazi-Kriegsverbrechen während der 50er Jahre und widmet sich damit einem noch wenig beachteten, aber wichtigen Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Anhand von Gerichtsakten und Zeugenaussagen rekonstruieren die Spieler:innen in episodischer Form Tathergänge von echten Fällen, die damals tatsächlich verhandelt wurden.
Also erstmal absolut kein Wunder, dass das Spiel den Preis für das beste Serious Game 2026 bekommen konnte. Auch in der Dankesrede setzte Studiogründer Jörg Friedrich ein Statement gegen rechts – begleitet von tosendem Applaus im Herkulessaal. Auch in 2020 konnte Paintbucket Games schon mit ihrem Spiel Through the Darkest of Times den Computerspielepreis für das beste Serious Game abräumen.
Als das Team aber plötzlich am Ende der Veranstaltung nochmal auf der Bühne stand, jetzt mit dem Preis für das Beste Deutsche Spiel 2026 waren alle Beteiligten schon merkbar weniger vorbereitet. Sich gegen Großprojekte wie Anno 117 durchzusetzen ist nicht einfach, mit The Darkest Files haben sie sich diese wichtigste Auszeichnung aber redlich verdient.
Die High Society der Spielebranche
Das war er also: Der Deutsche Computerspielpreis 2026. Für mich war es eine absolut tolle Erfahrung, einmal mitten in den Gruppen an Promis, Spieleentwickler:innen und Medienvertretern zu stehen und einfach mal die deutsche Spielekultur zu feiern. Und wer weiß – vielleicht sind wir von M94.5 ja nächstes Jahr wieder vor Ort und halten euch auf dem Laufenden.
Einen kleinen Einblick gibts hier noch für euch, in unserer Bildergalerie, und sonst könnt ihr auch nochmal die gesamte Preisverleihung nachschauen:










