Wie startet man mit dem Zocken?

Gaming für Einsteiger

/ / Bild: Gorodenkoff / Shutterstock

Einen Tag als Söldner*in im antiken Griechenland Kopfgelder jagen, dann Tomaten auf der eigenen kleinen Farm pflanzen und am nächsten Tag mit einem Raumschiff durch die Galaxien fliegen. Das kann eigentlich jeder – trotz Corona.

Die individuelle Gaming-Karriere kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Leben starten. Es ist nicht wichtig, ob ein Gamer mit 5, 15 oder 55 mit dem Zocken anfängt. Hauptsache er oder sie hat Spaß dabei. Um beim Zocken auch wirklich Spaß haben zu können, muss man aber nicht unbedingt Gamer sein und Social Distancing verleitet viele Leute dazu, etwas Neues auszuprobieren. Doch: Wie fängt man überhaupt mit dem Gaming an?

Das Equipment

Gaming ist eine Sache, bei der man sehr schnell sehr viel Geld ausgeben kann. Wer allerdings noch keinen richtigen Bezug zum Gaming hat, braucht sich natürlich keinen 1500 Euro Gaming-PC anzuschaffen. Genauso braucht es keine neue Konsole. Während derzeit zwar eine richtige Nintendo DS-Nostalgie aufzusteigen scheint, lohnt es sich für den ein oder anderen vielleicht auch, sich mal mit seinem Computer auseinanderzusetzen.

Die können sich natürlich erheblich in der Leistung unterscheiden. Spiele wie Minecraft, Stardew Valley, CS:GO, League of Legends, Don’t Starve und auch Die Sims 4 laufen auch gut auf Laptops, die normalerweise nur zum Surfen oder Tippen benutzt werden. Wer sich für die Leistungsanforderungen eines bestimmten Spiels interessiert, kann das durch Googlen leicht herausfinden.

‚Stardew Valley‘ verzaubert mit einem liebevoll gestalteten Gameplay rund um die eigene kleine Farm
(Bild: ConcernedApe)

Einsteigerfreundliche Spiele?

Nur weil ein Spiel auf weniger leistungsstarken PCs läuft, heißt das nicht automatisch, dass es auch einsteigerfreundlich ist. Menschen, die in ihrem Leben noch nie wirklich gezockt haben, werden wahrscheinlich auch nicht glücklich, wenn sie sich beispielsweise League of Legends runterladen: Das bietet zwar ein ausführliches Tutorial, ist aber gleichzeitig auch für seine toxische Spielerschaft bekannt. Und die erwartet einen nunmal, sobald man es aus dem Tutorial rausgeschafft hat.

Mit anderen Leuten zusammen zu spielen ist Fluch und Segen zugleich. Für einen kompletten Neuling schadet es aber sicher nicht, sich Spiele anzuschauen, die einen Multiplayermodus haben. Einfach schon weil es helfen kann, wenn man gleich Freunde dabei hat, die einem das Spiel im Zweifelsfall erklären können. Es gibt zwar in einigen Spielen Tutorials, aber die zeigen meistens auch nur einen Bruchteil von dem, was im Spiel letztendlich machbar ist. Das hilft zwar dabei, ins Spielen zu kommen, kann aber auch schnell dazu führen, dass verschiedene Mechaniken schlichtweg nicht entdeckt werden. Denn viele Videospiele teilen sich zum Beispiel dieselbe Steuerung oder andere Kniffe, die einem zwar bewusst sind, wenn man schon viele andere solcher Spiele gespielt hat, die aber für Anfänger nicht gerade offensichtlich sind.

Natürlich hat aber nicht jeder Freunde, die genauso am Zocken interessiert sind wie man selbst. Deshalb ist es wichtig zu schauen, welche Games einem wie helfen rein zu kommen. Und das können manche Spiele halt besser als andere. 
Games wie League of Legends und CS:GO führen einen Anfänger im Zweifel schneller an die eigene Frustrationsgrenze, als das richtige Erfolge erzielt werden können. Und diese Erfolge sind ja schließlich auch einer der Gründe, weshalb Zocken so viel Spaß macht.

Die Steuerung hinter Point-And-Click Adventures wie ‚Deponia‘ ist intuitiv und hilft einem dabei, sich voll auf die Story konzentrieren zu können
(Bild: Daedaelic Entertainment)

Zwischen Herausforderungen und Achievements

Jedes Brettspiel hat feste Regeln und ein Spielziel. Dazu kommt auch oft eine festgelegte Spielzeit. Dieser Rahmen macht es den Spieler*innen leicht, schnell in das Spieluniversum hineinzukommen und demzufolge auch Spaß zu haben. Es gibt auch viele Games, die sich an diesem Rahmen orientieren. So erklärt sich Hearthstone als Online-Sammelkartenspiel relativ schnell selbst und trägt mit Anfänger-Decks dazu bei, dass die Spieler*innen schnell dahinter kommen, wie das ursprünglich analoge Spielerlebnis digital umgesetzt wird.

Die meisten Videospiele wollen die Spieler*innen natürlich nicht nur für eine Runde, sondern bestenfalls für mehrere hundert Stunden bei sich halten. Da ist das Spielziel entweder sehr weit entfernt oder gar nicht richtig definiert. Um die Motivation weiter zu spielen trotzdem hoch zu halten, bauen viele Games auf ein Belohnungssystem. Die jeweiligen Errungenschaften, auch Achievements genannt, kann man schön abarbeiten und neue Herausforderungen spornen zu mehr Einsatz an. Außerdem bieten Videospiele oft die wunderbare Möglichkeit, sich eigene Ziele zu setzen und diese auf verschieden Arten und Weisen zu erreichen.

Die Kartentische bei ‚Hearthstone‘ sehen gegebenenfalls auch viel epischer aus als der heimische Küchentisch
(Bild: Blizzard)

Games für Nicht-Gamer

Auf den zweiten Blick scheint also der Gaming-Kosmos nicht halb so zugänglich zu sein, wie er erst wirkt. Trotzdem gibt es Games, die einen relativ schnell in diese neue Welt entführen und Spielspaß leicht machen. 

Da gibt es natürlich so Klassiker aus der Super Mario Reihe. Ohne Nintendo-Konsole wird das allerdings schwierig. Wer also nur seinen PC zur Verfügung hat, der muss sich aus diesem ‘Nintendo DS-Universum’ herauswagen und steht da vor einer schier unendlichen Auswahl von Spielen. 

In Zeiten von Social Distancing ist es sicher schön, einfach aus dem Alltag ausbrechen zu können und sich vielleicht sogar ein neues Leben aufzubauen. Und dafür hat man ja jetzt auch Zeit. Sandbox-Spiele wie Sims, Stardew Valley und allen voran Minecraft bieten den Spieler*innen die Möglichkeit, ganz nach ihrem Belieben zu bauen und zu gestalten. Die Erfolge sieht man hier wörtlich nach jedem Schritt. Was auch immer wieder Spaß machen kann, sind alte Klassiker wie beispielsweise der Freizeitpark-Simulator RollerCoaster Tycoon. Die sind zwar schon älter, brauchen dafür aber nicht allzu viel Leistung und sind immer noch sehr lustig.

Nur weil man selbst noch nicht zu viel Erfahrung mit Games hat, heißt das nicht, dass man auf spannende Storys verzichten muss. Dialogbasierte Games wie The Council und Life is Strange sind weitestgehend selbsterklärend und bestechen mit ausgearbeiteten Charakteren.

Man muss kein Gamer sein, um sich von der schönen Grafik und spannenden Story von ‚Life Is Strange‘ fesseln zu lassen.
(Bild: Square Enix)

Eine ganz eigene Art des Humors findet man oft in Point-And-Click Adventures. Da braucht man nicht viel mehr als eine Maus und das eigene Hirn. Schritt für Schritt klickt man sich also durch eine Geschichte bei der man viele Rätsel lösen muss, um zum Ziel zu kommen. Sehr cool sind hier die Titel der Deponia-Reihe, Thimbleweed Park und natürlich die alten Monkey Island-Spiele.

Fazit

Gaming ist so vielseitig wie die Gamer selbst und so kann diese Vielfalt erst mal erschlagend wirken. Letztendlich bleibt jemandem, der irgendwie in diesen Kosmos reinkommen will aber wohl nichts anderes übrig als einfach mal in das erste Level zu starten oder den ersten Block zu setzen.