Spielbericht
Ein Showdown der Spitzenreiter
Der FC Bayern Basketball hat ALBA Berlin für das erste Finalspiel der Basketball-Bundesliga im SAP Garden empfangen. Das Spiel, das Svetislav Pesic im Anschluss als ein „Festival des Basketballs” bezeichnen wird, konnten die Münchner im letzten Viertel für sich entscheiden. Die Partie endete 102:94. Ein Spielbericht.
“Gewinnen. Egal wie – egal wann.” Svetislav Pesic, Headcoach des FC Bayern Basketball, machte bereits vor dem ersten Finalspiel klar, was der Anspruch seiner Mannschaft sein wird. Und die Saison der Münchner hat dafür definitiv Grund zur Hoffnung gegeben. Als Tabellenerster hatten sie sich für die Playoffs der Basketball-Bundesliga qualifiziert. Und auch die k.o.-Spiele meisterten sie mit Bravour. Sowohl im Viertel- als auch im Halbfinale konnte der Titelverteidiger seine Gegner mit einem Sweep, also einem 3:0-Sieg bezwingen. Der Verteidigung der Meisterschaft könnte also nur noch eins im Weg stehen: ALBA Berlin.
Aber auch die Gegner aus der Hauptstadt können bislang durchaus zufrieden auf die bisherige Saison zurückblicken. Im Frühjahr haben sie sich bereits zum Pokalsieger gekrönt: und das ausgerechnet im Zuhause der Münchner. Die Hauptrunde haben die Berliner auf Platz 2 abgeschlossen, doch die Playoffs fielen ihnen nicht ganz so leicht wie dem FCBB. In beiden Runden mussten sie im Spiel 5 um ihr Weiterkommen kämpfen.
Weit und breit keine Startschwierigkeiten
Die Gäste zeigten aber gleich zu Beginn, dass sie durchaus ein Gegenspieler auf Augenhöhe sein werden. Gleich innerhalb der ersten Spielminute versenkten die Berliner zwei Dreier und starteten so die Finals mit einer 6 Punkte-Führung. Doch auch die Bayern zeigten, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Obwohl sich bei den Gastgebern einige Unsauberkeiten, vergebene Freiwürfe und Fehlpässe ins Spiel schlichen, erspielten sie sich so viele Chancen, dass sie punktetechnisch mit ihren Gegnern problemlos mithalten konnten. Trotz einer Dreier-Trefferquote der Bayern von nur 16% endete das erste Viertel mit einem Gleichstand (27:27).
Kein Favorit in Sicht
Auch im zweiten Viertel spielte ALBA Berlin ein mustergültiges Basketballspiel und konnte sich zwischenzeitlich eine Führung von acht Punkten herausspielen. Nach vier gespielten Minuten waren die Bayern voll und ganz zurück im Spiel und boten ihren Gästen die Stirn. Und dass so sehr, dass ALBA-Trainer Pedro Calles darauf nur noch eine Antwort fand: Timeout. Zurück auf dem Court standen sich die beiden Mannschaften jedoch mehr denn je auf Augenhöhe gegenüber und demonstrierten, wie stark deutscher Basketball ist. Und das zeigten auch die Punkte auf der Anzeigetafel. Im zweiten Viertel erzielten die beiden Teams insgesamt 59 Punkte. Dabei ist vor allem Andi Obst zu erwähnen. Der „Most Valuable Player” der regulären Saison der Basketball-Bundesliga machte seinem Namen nochmal alle Ehre. So waren er und seine 16 erzielten Punkte im zweiten Viertel hauptverantwortlich dafür, dass die Gastgeber mit einer Führung (58:55) in die Halbzeitpause gingen.
Bewegende Halbzeit-Show
Für die Spieler ging es nun in die Umkleiden, die meisten Zuschauer:innen blieben aber auf Bitte des Stadionsprechers Thomas Killian in der Arena. Grund dafür war die Show der ukrainischen Musikerin Darya Kudryk, die live aus Lviv zugeschaltet war und die Fans mit ihrer Version von “Shallow” berührte.
ALBA Berlin ist stark…
Zurück auf dem Platz begann das dritte Viertel mit einem Korb der Berliner. Die Besprechung in der Pause hatte wohl gewirkt, denn ALBA machte einige schnelle Körbe, auch weil sie sehr gut durch die Defensive der Münchner kamen, und erspielte sich so einen 10 Punkte-Vorsprung. Gegen Ende des dritten Viertels schwächelten die Spieler aus der Hauptstadt allerdings und das nutzte der FCBB gnadenlos aus. Die Münchner holten auf und beendeten dieses Viertel mit einer 79:76-Führung.
…der FCBB stärker
In den letzten zehn Minuten des Spiels zeichneten sich die Bayern durch gute Pässe aus und waren wieder treffsicherer als in der Mitte der Partie. Sie waren dominanter und verteidigten ihren Korb in den letzten Minuten sehr gut. Kurz vor Schluss standen deswegen auf Münchner Seite auch 10 Punkte mehr auf der Anzeigetafel. Die letzten zwei Punkte für den FCBB machte – wie sollte es an diesem Spieltag anders sein – Andi Obst, der ganze 33 Punkte zum Sieg dieses Spiels beigetragen hatte. Und so stand es am Ende des ersten Finalspieltags 102:94 für die Bayern.
„Eines der besten Spiele”
Im Anschluss beglückwünschte der Trainer von ALBA Berlin Pedro Calles die Münchner zu ihrem Sieg in diesem engen Spiel. Svetislav Pesic fasste es als eines der besten Spiele, die er jemals in der Bundesliga gesehen habe, zusammen. Er sah aber auch, dass sich seine Mannschaft in der Transition Defense verbessern könne.
In weniger als 24 Stunden treffen die beiden Mannschaften im zweiten Finale wieder aufeinander: am Sonntag, den 14.6.2026, um 15:30 Uhr im SAP Garden.