Debüt, Dinosaurier, DOZERS! – Alec McGarry im Interview

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Mit virtuosem Fingerstyle-Picking auf der Gitarre und einer Stimme, die man unter Hunderten wiedererkennt, bahnt sich Alec McGarry mit seiner Debütsingle „Dozers“ seinen eigenen Weg in der Musik. Dabei hat der gebürtige Engländer eigentlich wie viele Musiker:innen auf YouTube mit seiner Gitarre angefangen. Richtig aufwärts ging es für ihn dann mit der Band „New Rules”, welche auf TikTok schnell viral ging. Der Sänger verließ die Band vor zwei Jahren und gibt uns nun im Interview mit M94.5 erstmals Einblicke in seine Karriere als Solo Artist.

Zwischen Introspektion und Gemeinschaft: Alec McGarry

Heutzutage funktioniert in der Musik kaum etwas ohne den Einsatz und Support von Fans. Für McGarry sind diese aber weit mehr als das: Es geht ihm um Gemeinschaft und darum, selbst ein Teil dieser Community zu sein. Schon bei New Rules schrieb er mit seinen Bandkollegen sogenannte „Name Songs”, also Lieder, die nach ihren Fans benannt wurden.

Der Musiker pflegt seine Beziehung zu seinen Fans immer noch auf vielfältige Weise, zum Beispiel mit dem „McClub”, seinem Buchclub auf Discord. Dort liest er gemeinsam mit seinen Fans – die er eher als alte Bekannte sieht – Bücher, wie Jurassic Park, tauscht sich über Musik aus, teilt Bilder von Haustieren, oder spielt tägliche Wordles.

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Von New Rules zu Neuanfängen

In der Musikindustrie Fuß zu fassen ist selbst mit den lautesten Fans nicht immer einfach. Vor allem, wenn es darum geht sich ohne großes Management und Label selbst zu vermarkten. Alec McGarry kann sich dennoch glücklich schätzen: Er erlebt gewissermaßen „the best of both worlds“.

Seine Zeit bei New Rules habe ihm den richtigen Auftrieb gegeben und geholfen, sich selbst zu finden. Sie gab ihm den Mut, zusammen mit anderen Musik zu schreiben und auf den Bühnen der Welt zu stehen. Er blickt dankbar und auch ein wenig nostalgisch auf diese Phase zurück– ist gleichzeitig aber mehr als bereit, nun seinen eigenen Weg zu gehen.

Diese Entscheidung fiel ihm jedoch alles andere als leicht: Im Jahr 2023 hatte der Sänger und Songwriter nach eigenen Angaben einen „Health Scare” und musste sich einer Operation am Gehirn unterziehen. Spätestens da wurde Alec klar, dass er seine Zeit nicht länger aufschieben wollte. Die Erfahrung brachte ihn dazu, sich auf das zu konzentrieren, was ihm wirklich wichtig ist – seine eigenen Geschichten.

Die Operation verlief glücklicherweise gut, blieb für ihn aber ein klarer Wake-up-Call. Ein halbes Jahr später verkündete er seinen Austritt aus der Band und zog wenig später nach Los Angeles, um seine Solokarriere voranzutreiben.

junge mit Gitarre, folk Musiker, natürlich, sitzt auf Teppichboden, schaut in die Kamera
A boy and his guitar BILD: Alec McGarry

„Dozers” – Mehr als nur ein musikalisches Debüt

Trotz Palmenstränden, Walk of Fame und Hollywood Hills ist Alec im Kern ein Naturliebhaber. In seiner Debütsingle „Dozers“ singt er vom Erwachsenwerden und blickt darauf zurück, wie er die Welt früher wahrgenommen hat:

„Seasons come fast as they go

Staring out over my shoulder

Back when colours seemed so bold

When I couldn’t feel myself get older.”

Er erschafft in „Dozers“ eine warme, fast nostalgische Atmosphäre, getragen von Gitarrenmelodien und der Wärme und Fülle seiner Stimme. Der Sound erinnert an Künstler wie Ben Howard – eine wichtige Inspiration für McGarry. Aber auch Novo Amor oder Shawn Mendes kommen einem beim Hören in den Sinn.

POV: You’re a tree

Alec McGarry eröffnet „Dozers“ mit einer scheinbar beiläufigen Szene: Er verschüttet Kaffee auf einem Holztisch in East London. Eine unscheinbare Anekdote – bis ihm bewusst wird, dass dieser Tisch einmal ein Baum war.

Bevor Bulldozer anrückten und auf einem ehemaligen Waldstück beispielsweise Platz für ein Einkaufszentrum geschaffen wurde, sah jemand „the blueprint in the pines“, wie es im Song heißt, und erkannte das Potenzial, aus etwas Natürlichem etwas Neues zu schaffen.

” I wish I’d seen it in your grin

I was nothing but the trees.”

Oft weiß man nicht, was man später einmal werden soll – eine Frage, die uns schon früh begleitet. Was McGarry in „Dozers“ vermittelt, ist jedoch, dass Selbstfindung nicht nur durch den Blick nach vorn entsteht. Manchmal hilft es, zurückzuschauen: auf die eigenen Wurzeln und darauf, wer man einmal war. Erst dadurch wird klar, welche Teile davon man mit in die Zukunft nimmt.