FILMFEST MÜNCHEN 2026

TIENIMI PRESENTE

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Der Italienische Filmemacher Alberto Palmiero erhielt 2025 auf den Rome Film Festival den Preis für das beste Debut, mit “Tienimi Presente” . Auf dem Film Fest 2026 feiert der Film jetzt sein Debut auf internationalen Leinwänden. Dazu wäre es aber kaum gekommen, denn nachdem Alberto keinen langfristigen Erfolg mit seiner Karriere als Regisseur gesehen hatte, kehrte er zurück in seine Heimatstadt und versuchte dort verloren herauszufinden was er mit seinem Leben machen soll und wofür. Genau diese Geschichte erzählt uns “Tienimi Presente”.

Es ist 7 Monate her seitdem Alberto einem Produzenten sein Drehbuch für einen Film geschickt hat, gehört von ihm hat er nichts. Allgemein ist er im Leben nicht ganz da, wo er gerne wäre. Es scheint nicht so, als ob aus ihm mal ein großer Filmemacher wird, seine Freunde sind alle erfolgreicher als er und mit 27 steuert er langsam aber sicher auf die 30 zu. Mit dieser Erkenntnis verlässt er Rom und zieht wieder ins Elternhaus ein, um herauszufinden, was er vom Leben eigentlich so wirklich will. Doch das ist gar nicht so einfach, wie er denkt.

Er schläft bis Mittag, die Sorge seiner Eltern erträgt er nicht und so richtig wissen, und was er so wirklich vom Leben will, das begreift Alberto auch nicht so richtig.

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UNFASSBAR RELATABLE

Albertos Ziellosigkeit trotz großer Träume, viele Fragen, große Momente, die sich irgendwie immer klein anfühlen, kleine Momente, die sich groß anfühlen: für junge Erwachsene mehr als nachvollziehbar. Die kleinen Einblicke und Konversationen, aus denen der Film besteht, haben zwar die Wenigsten genau so erlebt, aber dafür so ähnlich. Der Film fängt diese Lebensphase von Alberto so nahbar ein, dass man am liebsten “ich checke, bei mir ist es genau so”, zu Alberto durch die Leinwand rufen würde.

Auch der trockene Humor, der immer wieder vorkommt, verstärkt diesen Effekt. Denn dieser entsteht fast immer dadurch, wie schrecklich vertraut wir mit Albertos Erfahrung in spezifischen Situationen sind.

REGISSEUR ALS HAUPTDARSTELLER

Alberto wird tatsächlich von Regisseur und Drehbuchautor Alberto Paliermo selbst verkörpert. Er spielt damit sich selber und begibt sich in schwierige Gebiete. Denn zum einen ist sehr leicht, damit etwas egozentrisch zu wirken und zum anderen muss er mit seiner Performance den ganzen Film tragen. Diese Aufgabe meistert er aber mit Bravour. Er spielt nicht besonders laut, sondern unheimlich subtil. Jeder Ausdruck in seinem Gesicht gleicht einem Ozean an Dingen, die sich der Charakter Alberto nicht sagen traut. Die Sätze sind nüchtern formuliert, sagen dennoch alles, was sie aussagen müssen.

DIE BILDER

Die Kamera erzeugt oft Sepia farbene Landschaft, mit kleinen Kontrastfarben wie Blau und Rot immer wieder eingeträufelt. Diese geben den Bildern das Gefühl von Nostalgie und als würde sich Alberto eigentlich nur an diese Zeit zurückerinnern.

Einwandfrei ist die Arbeit mit der Kamera aber nicht. Im Verlaufe des Filmes sind immer wieder Momente dabei, bei denen unangenehme Brüche erzeugt werden, durch unterandrem Framing, Linsenwahl . Die Gründe sind immer klein und zunächst nicht immer leicht auszumachen und das Ganze ist auch eigentlich so tragisch, schade ist es trotzdem.

So werden zum Beispiel selten, aber leider immer wieder, etwas zu weite Linsen in Close Ups verwendet wodurch die Gesichter der Darsteller: innen verzehrt werden und einen etwas unangenehm rausholen.

FAZIT

Als Fazit kann man sagen “Tienimi Presente” ist ein unheimlich nahbarer, einfühlsamer und menschlicher Coming of Age Film. Er zeigt eine Situation die viele kennen aber so noch nicht zu hundertprozent auf der Leinwand existiert und schon gleich gar nicht so persönlich.

Trotz kleiner Makel an der Kamera schafft es der Film einen mitzunehmen und ist deshalb auch seine 78 Minuten Spielzeit absolut wert.

“Tienimi Presente” hatte seine Internationale Premiere auf dem Filmfest 2026 in München und lief dort drei mal