Digitale Musik

Umweltfreundliche Musik?

/ / Bild: M94.5 / Michael Goder

Anlässlich des Record Store Days am 13. April hat die University of Glasgow in Kooperation mit der University of Oslo eine neue Studie veröffentlicht, die sich mit den Auswirkungen unseres digitalen Musik-Konsums auf die Umwelt beschäftigt.

Immer wenn man der Veröffentlichung des neuen Albums seiner Lieblingsband entgegen fiebert, muss die Platte sofort gekauft werden. Die Frage ist nur: In welchem Format? Auf CD, Vinyl, oder doch lieber digital? Wer jetzt denkt, letzteres sei die umweltfreundlichste Variante, den wird die neue Studie über unseren digitalen Musik-Konsum überraschen.

Negativ für die Umwelt

Es ist schon richtig, dass die Plastik-Produktion der Musikindustrie im Vergleich zur Blütezeit der Vinylplatte drastisch zurückgegangen ist. Allerdings ist im Gegenzug die CO2- Belastung fast um ein Drittel angestiegen. Das liegt an den Unmengen von Energie, die heutzutage für das Speichern und Übertragen von digitaler Musik aufgewendet werden muss. Und dieser Energieverbrauch nimmt immer mehr zu.

Wie viel ist dir deine Musik wert?

Vor gut 40 Jahren waren die Leute noch bereit, knapp fünf Prozent ihres Einkommens in Musik zu investieren. Heute ist es nur noch ein Prozent und das, obwohl wir über Portale wie Spotify oder Apple Music mittlerweile für wenig Geld fast unbegrenzten Zugang zu Musik haben.

Die Leiter der Studie wollen aber nicht mit erhobenem Zeigefinger vom Musik-Hören abhalten, sondern nur etwas mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass eine Audiodatei nicht immer besser für die Umwelt ist als eine CD. So sagt Dr. Matt Brennan, Lektor für Pop-Musik an der University of Glasgow und Leiter der Studie:

„The point of this research is not to tell consumers that they should not listen to music, but to gain an appreciation of the changing costs involved in our music consumption behaviour. „

Diese Aussage ist immerhin ein wenig beruhigend für den umweltbewussten Musikkonsumenten. Einen konkreten Alternativ-Vorschlag liefern Brennan und sein Team nämlich auch nicht.