8D-Musik

Aufbruch in neue Richtungen

/ / Bild: M94.5 / Luca Anselstetter

Fleißigen YouTube-Nutzern wird es wahrscheinlich schon in den Vorschlägen aufgefallen sein: Musikvideos mit ominösem „8D“-Sound. Doch was steckt dahinter? Und ist der Hype gerechtfertigt?

Beim sogenannten 8 Direction-Sound – oder Ambisonic Audio – handelt es sich um eine Audioart, die speziell für Virtual Reality entwickelt wurde um das Spielerlebnis zu verbessern. Gamer erhalten hierbei einen regelrechten „rundum-Effekt“, so dass sie sich mitten im Geschehen wähnen. Durch acht verschiedene Richtungen entsteht so eine besondere Soundtiefe und -bewegung. Mit Kopfhörern oder Lautsprechern nimmt man diese besonders gut wahr.

Das spezielle Tonerlebnis entsteht durch die Nachbearbeitung der Wellenlänge von Songs. Hierzu wird dasselbe Programm wie bei der Entwicklung von Virtual Reality-Spielen genutzt – dearVR pro. Dies funktioniert so: Durch Mausbewegungen um einen runden Kopf bringt man in einer quadratischen Oberfläche verschiedene Tontiefen hervor. Diese kann man beliebig adjustieren und erhält so den gewünschten Effekt. In einem Modul daneben kann man weitere Einstellungen vornehmen und so den Klang verändern.

Unter den Videos tummeln sich Kommentare à la „warum rennt der Sänger um meinen Kopf xD“ und „das ist VR für die Ohren“. Der Trend kommt bei vielen Menschen gut an. Doch es äußern sich auch einige Audiophile negativ über den Hype. Zum einen bemängeln viele , dass das laienhafte Herumgeschraube nicht an professionelle Musikproduktion, in die immerhin viel Zeit und Geld gesteckt wird, heranreicht. Zum anderen sind die Auswirkungen des 8D-Sounds auf den Hörer noch nicht erforscht. Es beklagen sich viele über aufkommende Schwindelgefühle.

Nichtsdestotrotz bieten viele Streamingdienste wie Spotify, iTunes und Soundcloud das neue Richtungswunder bereits an. Dennoch ist es nicht sicher, ob sich dieses Phänomen auch in der Musikwelt halten wird: Es stehen bereits 9D- sowie 10D-Musik an. Bei so vielen Richtungen muss man langsam darauf achten, dass man sich akustisch nicht irgendwann verläuft.