PLATTE DES MONATS: MAI '21

TEKE::TEKE – Shirushi

/ / Bild: Kill Rock Stars

Eine klangliche Achterbahnfahrt von Surf-Rock Riffs bis hin zu mystischen Flöten: Das Debütalbum der kanadischen Band TEKE::TEKE ist unfassbar vielfältig. Das liegt unter Anderem am reichen kulturellen Hintergrund der Band. „Shirushi“ ist unsere Platte des Monats im Mai 2021.

TYPISCH KANADISCH?

In einem kleinen Landhaus in Kanada sitzen sieben Personen gemeinsam im Studio: Hidetaka Yoneyama aus London ist Japansich Lehrer und Bassist. Neben ihm sitzt Etienne Lebel aus Okanagan Falls. Er spielt Posaune und ist Experte für bulgarische Kultur. Yuki Isami spielt Querflöte und ist professionelle Synchronschwimmerin. Ian Lettre an den Drums ist Jazz-Virtuose. Mishka Stein aus der Ukraine spielt lässig die E-Gitarre. Maya Kuroki schreibt Gedichte und singt und Serge Nakauchi-Pelletier bringt leidenschaftlich Hip-Hop Einflüsse in den Mix… Was bei sowas am Ende wohl rauskommt?

Die Antwort ist: Shirushi, das spektakuläre Debütalbum der Band TEKE::TEKE. Die Gruppe schloss sich 2018 zusammen und haut uns seitdem Japanischen Punk-Psych-Rock aus Montreal um die Ohren. In Albumlänge macht das einfach nur Spaß!

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Das Musikvideo zu „Meikyu“

JAPANISCHER GEISTERKULT

Das Album beginnt mit meditativen Flötenklängen. Langsam schleicht sich eine rockige E-Gitarre dazu – dann Trommelwirbel und Posaunen! Der Sound beschwört Geister, könnte man meinen. „Teketeke“ ist in der japanischen Mythologie ein Rachegeist. Ein Mädchen, das von ihren Mitschüler:innen an die Zuggleise gefesselt und so getötet wurde. Ohne Beine spukt sie an Bahnhöfen herum und wartet auf neue Opfer. Diese Geschichte gilt nicht als unmittelbare Inspiration für den Namen der Band. Geister finden sie aber dennoch toll, sagen Frontsängerin Maya und Gitarrist Serge. Die Liebe zum Mystischen zeigt sich auch im Song „Yoru Ni“, wie Serge erzählt:

„I woke up suddenly at night and had this melody in my head, as if it had come to me from another world. After letting it simmer a little longer, I decided to actually get up and grab my guitar. It really felt like I was following some kind of spirit or ghost, it was taking my hand and wanted to take me somewhere.“

Serge Nakachi-Pelletier über die Idee zu „Yoru Ni“
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Das Musikvideo zum Song „Barbara“

Auch hinter der letzten Single „Barbara“ steckt eine Geistergeschichte. Der freche Kinder-Hausgeist Yōkai bricht aus und treibt sein Unwesen in der Stadt. „Barbara“ ist ein energischer Song mit kraftvoller Stimme. Das Album ist eine wilde Parade aus japanischem Baladengesang, psychedelischen Ausschweifungen und punkigen Riffs. Shirushi ist ein organisiertes Chaos mit Platz für vielfältige Emotionen. So kontrastieren sich ruhigere und gefühlsvollere Songs wie „Dobugawa“, „Kaminari“ und „Tekagami“ mit dynamischeren Stücken wie „Yoru Ni“ , „Barbara“ oder „Meikyu“.

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Das Musikvideo zu „Yoru Ni“

ALT UND NEU

Shirushi erzählt tausende Geschichten: Zum Einen von Geistern, die ihr Unwesen in den Köpfen der Musiker:innen treiben. Auf klanglicher Ebene erzählt das Album aber auch vom musikalischen Erbe des berühmten japanischen Gitarristen Takeshi Terauchi. Das tief in die ganze Platte verwobene „Teketeke“ ist nämlich nicht nur ein Geist. Es ist auch ein Wort, das den Sound einer Surf-Rock Gitarre nachahmt, wie sie Takeshi Terauchi spielte. Auf Shirushi vereinen sich traditionelle Klänge mit rockigen Drums, wie zum Beispiel auf dem Track „Kizashi“. Das Album ist also auch Erneuerung: ein kulturelles „Crossover“ mit Berufung auf Tradition. Zur Entstehung der Band sowie dem Debütalbum gibt es sogar ein kleines illustriertes Video:

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Die Geschichte der Band TEKE::TEKE im anschaulichen Kurzvideo-Format

Shirushi ist eine Zeitreise in die Vergangenheit und die Zukunft zugleich. Diese Vielschichtigkeit macht das Debütalbum der Band TEKE::TEKE zu unserer verdienten Platt des Monats im Mai.

Shirushi ist am 07. Mai 2021 über Kill Rock Stars erschienen.