Tennis in München
Qualifikationswochenende der BMW Open
„Spiel, Satz, Sieg“ – dieser Satz schallte am vergangenen Wochenende das erste Mal beim ATP-Turnier der BMW Open über die Plätze. Am Qualiwochenende stellten auch die deutschen Nachwuchsspieler ihr Können größtenteils unter Beweis.
Der erste Tag der Qualifikation versprach ein perfekter Tennistag zu werden: sonniges, angenehm warmes Wetter, das viele Zuschauer:innen auf die Anlage des MTTC Iphitos lockte und Vorfreude auf das Turnier schnürte. Zu Beginn fand die Auslosung der Hauptrunde des ATP-500-Events auf dem Center-Court statt, bei dem sowohl die Herren-Einzel-Konkurrenz wie auch die beiden Divisions des Rollstuhltennisturniers ausgelost wurden.
Die Deutschen spielten am Samstag groß auf…
Um 11:30 Uhr war es dann so weit und die ersten Spieler betraten den Center-Court: der mit einer Wildcard ausgestattete Marko Topo aus Deutschland und Ugo Blanchet aus Frankreich. Auf dem Papier war Blanchet als Nummer 160 der Welt der Favorit, denn Topo lag fast 100 Plätze hinter ihm. Doch der 22-jährige Topo spielte beflügelt von der Unterstützung der Münchner Fans groß auf. Vor allem seine Vorhand, mit der er immer wieder Druck machte, und sein Aufschlag verhalfen ihm zum 6:3, 6:4-Matchgewinn.
Und auch für die anderen Deutschen der Einzelkonkurrenz lief es gut. Max Hans Rehberg, genau wie Topo deutlich schlechter gerankt als sein Gegner, bewies sich auf der großen Bühne. Den ersten Satz gewann er glatt mit 6:2 gegen den Briten Arthur Fery, der im ersten Satz unter seinen Möglichkeiten spielte. Der zweite Satz war umkämpft und endete im Tiebreak, den Rehberg klar für sich entscheiden konnte. Mit einem 6:2, 7:6 (1) zog er in die zweite Qualifikationsrunde ein.
Währenddessen war auch der dritte deutsche Qualifikant auf Court 1 erfolgreich: Diego Dedura, 18 Jahre alt, schlug Alexander Shevchenko mit 6:3 und 7:6 (5).
…konnten sich am Sonntag aber nicht alle durchsetzen
Der zweite Tag des Qualifikationswochenendes war zumindest wettertechnisch das genaue Gegenteil vom ersten. Bei bewölktem Himmel und Nieselregen benutzten Zuschauer:innen Werbebanner, die eigentlich Sonnencreme anpriesen, um ihre Sitze abzutrocknen. Das erste Match auf dem Center-Court bestritten Max Hans Rehberg und der Ukrainer Vitaliy Sachko. Das erste Aufschlagspiel war gezeichnet von langen Grundlinienduellen. Sachko konnte Rehberg nach langem Einstand-Vorteil-Hin-und-Her breaken und nahm diese Energie durch den ganzen ersten Satz mit. Er spielte aggressiver als Rehberg und brachte den Deutschen mit seinen Stopps immer wieder aus dem Rhythmus oder sogar zum Verzweifeln.
Nach dem 6:2 verlorenen Satz wachte Rehberg auf und spielte so, wie es sich der aufmerksame Zuschauer wünschte: aggressiver. Rehberg musste zwar für einen Punktgewinn oft mehr arbeiten als Sachko, auch weil ihm dessen Stopps immer noch zusetzten, kämpfte sich aber während des zweiten Satzes durch. Im Tiebreak zeigte sich dann allerdings, dass Sachko der vollkommenere Spieler ist und Rehberg die Puste ausging. So gewann der Ukrainer 6:2, 7:6 (3).
Im Anschluss konnten sich deutsche Fans auf den Linkshänder Diego Dedura freuen. Dieser trat gegen den 10 Jahre älteren Inder Sumit Nagal an. Beide Spieler machten viele unerzwungene Fehler und nutzten Breakchancen nicht. Nachdem Dedura den ersten Satz 6:7 verloren hatte, kam er leichter durch die nächsten Sätze. Beim Endstand von 6:7, 6:3, 6:3 warf er seinen Schläger erleichtert auf den Sandplatz. In seinem Hauptfeld-Match am Dienstag trifft er auf den an vier gesetzten Flavio Cobolli.
Der dritte deutsche Qualifikant Marko Topo verlor in der zweiten Qualirunde glatt gegen Marc-Andrea Hüsler (0:6, 1:6), schaffte es aber trotzdem als Lucky Loser ins Hauptfeld, da Marton Fucsovic aufgrund einer Schulterverletzung abgesagt hatte. Topo spielt gegen den Belgier Zizou Bergs.
Wie geht es weiter?
Das ATP-500er-Turnier der BMW Open findet 2026 vom 11. bis zum 19. April statt, die Hauptrunde startet am 13. April. Zu den Favoriten des Turniers gehören Alexander Zverev, Ben Shelton, Alexander Bublik und Flavio Cobolli. Die deutschen Qualifikanten haben insgesamt gut abgeschnitten, die kommenden Matches stellen sie dennoch vor große Herausforderungen.