Festival Review Tag 3
Primavera Sound Festival Barcelona – Tag 3
Der dritte Tag beim Primavera Sound begann schon deutlich entspannter als die Tage davor. Das Wetter spielte mit, die Temperaturen waren angenehm und auf dem Gelände lag eine andere Stimmung. Menschen saßen wieder auf der Wiese, liefen entspannt zwischen den Bühnen herum und zum ersten Mal hatte man nicht das Gefühl, ständig auf die nächste Überraschung oder Wetterwarnung warten zu müssen. Na ja, Überraschungen gab es trotzdem einige. Dieses Mal aber nur positive!
Der startete der Tag für uns mit Ashnikko, die direkt Energie auf die Occident Bühne brachte. Laut, wild und die perfekte Art, in einen langen Festivaltag zu starten. Von dort aus ging es weiter zu Rusowsky, einem spanischen Künstler, bei dem die Crowd komplett ausgerastet ist. Die Menge fühlte sich teilweise sogar intensiver an als bei The Cure an. Gleichzeitig war es schön, zwischendurch auch etwas lokale Festival Culture mitzunehmen.


Je später der Abend wurde, desto mehr drehte sich alles um einen Namen: Olivia Rodrigo. Schon früh verbreitete sich auf dem Gelände nämlich die Nachricht, dass Olivia ein Surprise Set auf der Occident Stage spielen würde. Innerhalb weniger Minuten war das das Gesprächsthema Nummer eins.
Dass sie nicht auf der Mainstage, sondern auf einer kleineren Bühne spielte, sorgte allerdings auch für Kritik. Der Bereich war komplett überfüllt, viele konnten kaum etwas sehen und selbst gute Plätze an einer Bühne, die sonst relativ entspannt ist, fühlten sich sehr weit weg an.


Trotzdem war Olivia definitiv ein Highlight des Tages. Besonders surreal wurde es, als plötzlich Robert Smith von The Cure mit ihr auf der Bühne stand. Am Abend davor war The Cure noch selbst Headliner auf der größten Bühne des Festivals. Keine 24 Stunden später stand deren Frontman plötzlich bei einem Surprise Set auf einer deutlich kleineren Stage. Mit ihm hat sie ein neues unveröffentlichtes Lied gespielt. Die Gelegenheit bei ihr und bei einigen anderen Acts bei der Premiere von unveröffentlichten Liedern sein zu dürfen hat die Tage über bei der Menge für sehr viel Freude gesorgt.
Nach diesem kompletten Pop-Spektakel wirkte Dijon im Gegenteil wie ein intimes Kammerspiel. Noch bevor seine Show überhaupt losging, half er selbst beim Aufbau der Bühne und stand einfach komplett entspannt zwischen Equipment und Crew. Gerade das machte den Auftritt sehr nahbar.
Die Crowd war emotional geladen. Viel Geschrei, viele Tränen und diese seltene Art von Konzert, bei der man merkt, dass Menschen gerade wirklich einen Moment erleben.

Mit MARINA wurde es später wieder größer. Ohne riesige Requisiten oder zehn Outfit-Changes schaffte sie es trotzdem, die komplette Crowd in ihren Bann zu ziehen. Ihre Stimme, ihre Präsenz und diese fast schon magnetische Ausstrahlung machten es schwer, wegzuschauen. Auch wenn man eigentlich gar kein Hardcore-Fan war.


Zum späteren Abend zog es dann viele weiter zum Headliner Gorillaz, die mit mehreren Surprise Guests aufgetreten sind. Darunter auch Little Simz. Irgendwie war es schon cool, die Menschen hinter den ikonischen animierten Figuren tatsächlich live auf der Bühne zu sehen.
Und selbst danach war der Abend noch lange nicht vorbei. Für viele ging es bis tief in die Nacht (oder eher früh in den Morgen) weiter mit Acts wie Kneecap oder Peggy Gou, während einem langsam bewusst wurde, dass das schon der letzte große Primavera-Abend war.