Festival Review Tag 2
Primavera Sound Festival Barcelona – Tag 2
Nach dem wetterbedingten Chaos am ersten Tag fühlte sich der zweite Festivalabend beim Primavera Sound fast wie ein kleiner Reset an. Kein Regen, keine Unsicherheit, sondern gute Stimmung, mehr geöffnete Bereiche auf dem Gelände und endlich dieses typische Festivalgefühl.
Los ging der Tag für uns mit einem Interview mit Texas Is The Reason. Besser hätte man kaum starten können! Die Band war unglaublich sympathisch, entspannt und offen, was direkt Lust auf mehr gemacht hat. Genauso stark ging es dann auf der Bühne weiter. Das Set passte perfekt zur Stimmung und war definitiv ein gelungener Auftakt in den zweiten Festivaltag.

Von Party zu Party
Während sich das Gelände langsam füllte, zog es immer mehr Menschen Richtung Mainstage. Schon früh war die große künstliche Wiese fast komplett besetzt. Vor allem für Ethel Cain aber auch für Addison Rae. Überall pinke Perücken, Glitzer, Fans in passenden Looks und eine Crowd, die schon lange vor Beginn komplett bereit war. Und Addison hat geliefert.
Ihre Show fühlte sich eher wie eine komplette Pop-Production als ein normales Festivalset an. Sie schwebte beim ersten Lied von oben auf die Bühne, performte stellenweise sogar mit verbundenen Augen und hatte sich schon beim ersten Song umgezogen. Ihr Auftritt war einer dieser, bei denen man kurz vergisst, dass man eigentlich mitten auf einem Festivalgelände steht und nicht bei ihrer Solo-Show.



Fast ohne Pause ging es weiter zu Role Model. Die Stimmung war von Anfang an richtig gut und die Crowd war auch komplett drin. Besonders gefeiert wurde, dass er seinen neuen Song “High Hopes 3000” zum ersten Mal live gespielt hat und außerdem mehrere unreleased Lieder vom kommenden Album performte. Bei seinem wohl bekanntesten Lied “Sally, When The Wine Runs Out” wurde es dann richtig laut. Die Menge hat jedes Wort mitgesungen, gelacht, gefeiert vor allem aber getanzt.


Für den gestrigen Headliner The Cure strömten Menschen gegen Abend aus allen Richtungen auf das Gelände. Das Feld war so voll wie wir es bisher noch nicht erlebt hatten. Von vorne bis ganz nach hinten standen Menschen dicht gedrängt. Rauszukommen wurde fast zur eigenen Herausforderung. Vor allem mit dem Gedanken, dass dies eine der letzten Touren der Band sein könnte, war die Atmosphäre wirklich gut. Zwischen jüngeren Festivalbesucher:innen und langjährigen Fans entstand eine überraschend schöne Mischung, die den Moment noch besonderer gemacht hat.
Den späten Abschluss bildete PinkPantheress, die bis tief in die Nacht spielte. Beziehungsweise fast schon bis in den frühen Morgen. Der Bereich vor der Bühne war so voll, dass längst nicht mehr alle hineingepasst haben. Menschen standen überall verteilt, beobachteten die Performance sogar von umliegenden Wegen, Sitzbereichen oder aus der Distanz und blieben trotzdem komplett dabei. Mit Background-Tänzer:innen, eigener Choreografie, mehreren Outfit-Changes und einer durchgehend starken Performance hat PinkPantheress den Abend wirklich perfekt abgeschlossen. Und nicht nur bei ihr fiel auf, dass gerade die weiblichen Acts sichtbar extrem viel in ihre Shows steckten. Ob aufwendige Productions, Choreos, Visuals oder Bühnenkonzepte, bei Artists wie Addison Rae, JADE oder PinkPantheress wirkte jeder Auftritt bis ins Detail durchdacht.


Was an diesem zweiten Tag besonders auffiel war, dass die Stimmung deutlich entspannter als am Vortag war. Viele Artists sprachen sogar selbst das Chaos vom ersten Abend an. Darunter etwa Role Model oder PinkPantheress, die das Wetter und die Absagen vom Donnerstag kommentierten.
Am zweiten Tag fühlte sich Primavera genau so an, wie man es sich vorgestellt hatte: Musik, Emotionen und lange Sommernächte.