Japanisches Kino
AUFSTIEG EINER NEUEN FILMLEGENDE – REGISSEUR SOUJIRO SANADA IM INTERVIEW
Der japanische Regisseur und Philosoph Sojirou Sanada hat vor Kurzem seinen faszinierenden Debutfilm Okamoto Manta in den japanischen Kinos veröffentlicht. Der Film war auch in Europa auf mehreren Festivals unterwegs, unter anderem beim Münchener Filmfest 2025, wo der Film auch mit den CineRebels Award ausgezeichnet wurde. Zusammen mit dem japanischen Sprachmittler Lori Nakajima trafen wir uns mit Soujiro Sanada in einem ruhigen Schrein im Herzen Tokios. Er war begierig darauf, neue Künstler zu inspirieren, indem er seine Erfahrungen und Philosophie bei der Produktion seines ersten Films schilderte.
Filme wie Okamoto Manta werden nur selten konzipiert. Aber mit einem Funken Kreativität schuf Soujiro Sanada einen einzigartigen Film, der die Grenzen des Filmemachens bis zum Äußersten ausreizt, ohne dabei arrogant oder überheblich zu wirken. Sanada führte nicht nur Regie bei Okamoto Manta, sondern schrieb auch das Drehbuch, spielte die Hauptrolle, schnitt den Film und komponierte die Musik. Das Ergebnis ist ein äußerst komischer, aber extrem unterhaltsamer Arthouse-Film über einen Mann, der nicht ganz in die Gesellschaft passt.

DIE GESCHICHTE VON OKAMOTO MANTA
Der Film erzählt von einem Redakteur namens Okamoto, der sich ständig in Kreativität verliert. Besessen von Mustern und davon, seinen eigenen Weg zu gehen, wird er schließlich wegen zu vieler versäumter Deadlines gefeuert. Obwohl er in den ersten Tagen heftige Wutanfälle hat, erhält er schließlich eine Reihe mysteriöser Kisten von einer Yakuza-Organisation. Er kümmert sich um diese und wird dafür auch noch großzügig bezahlt und ist zufrieden mit seinem neuen Job. Danach folgt der Rest des Films seinen komischen Gewohnheiten. Dabei besuchen Okamoto charmante Charaktere und bekommen einen Eindruck, wer er wirklich ist. Es entsteht ein unterhaltsames Konzept, das durch seine reine Experimentierfreudigkeit, seine Ehrlichkeit und seine zum Nachdenken anregende Natur fesselt.
EIN SKURRILER REGISSEUR
Nur ein Regisseur wie Soujiro Sanada konnte einen Film wie Okamoto Manta erschaffen. Diese Person hat keine Geheimnisse. Wenn er etwas zu sagen hat, sagt er es, wenn ihm etwas auf dem Herzen liegt, tut er es. Und genau wie seine Figur Okamoto, die er in seiner Seele zum Leben erweckt hat, ist der Regisseur von einer Exzentrik beseelt, wie man sie selten findet. Wer sonst praktiziert während eines Interviews Kampfsport?

Der Philosoph und Regisseur nimmt sich im Leben seine eigenen Freiheiten. Er passt nicht ganz in die Gesellschaft, aber als Künstler möchte er das auch gar nicht. Stattdessen strahlt er vor Inspiration. Sein Film ist provokativ und brachte ihm selbstverständlich den CineRebels-Preis beim Münchner Filmfestival ein. Er verfügt über ein umfangreiches Repertoire: Zahlreiche Vorträge über Philosophie, eine Art-Rock-Band namens KYOSHINsoundsorchestra und einige Kurzfilme, bevor er Okamoto Manta produzierte. Sanada ist ein Freigeist, der sich intensiv mit seiner Kunst und den Menschen, die er inspirieren möchte, auseinandersetzt.
Okamoto Manta spielt aktuell in den japanischen Kinos. Ein deutscher Kinostart ist in naher Zukunft geplant.