Rollstuhlbasketballbundesliga

Leguan aus der Asche?

/ / Bild: RBB München Iguanas

Die München Iguanas befinden sich im Endspurt der Rollstuhlbasketballbundesliga. Vier Spieltage vor Ende der Saison scheinen die Playoffs außer Reichweite zu liegen. Oder?

Zurückhaltende Münchner

Besonders offensiv äußern sich die Leguane nicht mehr, wenn es um die Playoffs geht. Unter der Woche verwiesen sowohl Trainer Benjamin Ryklin als auch Kapitän Kim Robins eher darauf, nun von Spiel zu Spiel zu denken und sich weiter verbessern zu wollen. Große Kampfansagen in Richtung der Postseason blieben aus, obwohl diese während der Saison schon als das große Ziel kommuniziert wurde. Allerdings erscheint dies auch vernünftig, wenn man die Tabelle nach 14 von insgesamt 18 Spieltagen berücksichtigt:

#TeamSpielePunkteKörbe
1RSB Thuringia Bulls 13261113 : 704
2RSV Lahn-Dill14261180 : 747
3Hannover United 1418987 : 904
4Baskets 96 Rahden 1414916 : 865
5Doneck Dolphins Trier 1414999 : 1046
6Rhine River Rhinos Wiesbaden 1414979 : 964
7BG Baskets Hamburg 1412969 : 1068
8RBB München Iguanas 148817 : 1037
9Roller Bulls Ostbelgien 144703 : 1071
10BSC Rollers Zwickau 132735 : 992

Enges Mittelfeld

Sechs Punkte trennen den RBB vom sechsten Platz, der zur Teilnahme an den Playoffs qualifiziert. Da es pro Sieg zwei Punkte gibt, ist theoretisch also sogar noch der vierte Platz einholbar. Dass eben doch noch eine geringe Chance besteht, hat Trainer Ryklin realisiert: „Wenn wir jetzt eine Siegesserie starten… außerdem nehmen sich die über uns gegenseitig die Punkte weg an den letzten Spieltagen“.

Denn der Spieltag scheint den Iguanas tatsächlich Möglichkeiten zu geben, noch selbst Einfluss auf den Ausgang der Saison zu nehmen. Die beiden so gut wie unschlagbaren Teams an der Spitze der Tabelle wurden schon zweimal bespielt, die letzten vier Spiele gehen ausschließlich gegen die Gegner direkt über den Leguanen, also die direkten Konkurrenten um die Playoffs. Beginnend mit dem Heimspiel gegen Hannover am kommenden Samstag um 16:30 muss Ryklins Team auch noch gegen Hamburg, Rahden und Trier ran.

Körbe verhindern

Noch haben die Iguanas in dieser Saison keine Siege gegen das von ihnen selbst definierte „Mittelfeld der Liga“ geholt, zu dem sie sich auch zählen. Allerdings waren die Niederlagen oft schmerzlich knapp. Der Hauptfokus, um die letzten Spiele erfolgreich zu gestalten, liegt auf der Defense, wie Trainer Ryklin ausführt: „Wir tun uns sehr schwer, richtig zu reagieren, wenn wir mal zehn Punkte am Stück kassieren. Das heißt, dass die Defense funktionieren muss. Immer.“

Da das größtenteils schwere Restprogramm der anderen Mannschaften kaum mehr leichte Punktgewinne zulässt, scheint also tatsächlich nur noch eine geringe Chance zu bestehen. Doch unabhängig davon, ob sich die Leguane im zweiten Jahr in Folge gerade noch so für die Playoffs qualifizieren oder nicht, würden Siege an den letzten Spieltagen etwas eigentlich noch wichtigeres beweisen: ob sie tatsächlich zum Mittelfeld der Liga gehören und die sportliche Entwicklung positiv ist, oder nicht. Absstiegssorgen müssen sie sich in der Säbener Halle aber wohl auch nicht machen, wenn Siege ausbleiben. Ein Absteiger steht mit den insolventen Rollers Zwickau schon fest. Gegen die Roller Bulls Osteblgien sollten sich die Leguane zudem durchsetzen können in den möglichen Playdowns. Gegen die Belgier haben sie in dieser Saison schon zweimal gewonnen.