© Landshades - Contact Albumcover

Platte des Monats: Dezember 2020

Landshapes – Contact

/ / Bild: Bella Union

Die Londoner Band Landshapes führt mit Contact ihre muskalische Selbstfindung fort und übertrifft dabei die hohen Erwartungen. Live eingespielt, genrebefreit und selbstbewusst fragil ist unsere Platte des Monats für den Dezember.

Ursprünglich sollte das dritte Album der Landshapes Collapse heißen. Dann kam Corona und was fehlt da am meisten? Richtig: Kontakt, als Musiker:in ganz besonders zur Bühne. Man vermisst das Lampenfieber, die wartenden Fans und die hellen Scheinwerfer im Gesicht. Diese Verbindung stellen Jemma Freeman, Luisa Gerstein, Heloise Tunstall-Behrens und Dan Blackett jetzt in 10 Songs wieder her. Zu ihren Fans, sich selbst, der Vergangenheit und Zukunft.  

©2015 Coen Rees, Photography

Verschiedene Genres, eine Grundstimmung 

Auch wenn die Band vorher musikalisch mehr im Punk-Rock zuhause war, lässt sich diesmal kein direktes Genre ausmachen. Jeder Song ist wie ein neues Überraschungspäckchen und bewegt sich zwischen Elektro-Pop, Indie, Folk und Rock. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Eine tiefgreifende Melancholie. 
Die kann man direkt im Opener „Rosemary“ hören. Die sanfte Stimmen versinken fast schon im Hintergrund und werden von harten E-Gitarren Sounds und einem Schlagzeug leicht übertönt. Genauso sehnsüchtig, aber mit einem eher poppigen Beat, ist der Song “Drama”, in dem es um Beziehungsprobleme geht – natürlich ohne dabei in Klischees zu verfallen.

“We had a strong idea of wanting to keep a raw feel to the work, and that we wanted external ears to play a guiding influence and add a new voice once we had built the foundations.“

Jemma Freeman (Sänger:in/Gitarrist:in)
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Lanshapes – Rosemary

Kleiner Start – großer Wandel

Die Band ist seit ihrem Debütalbum Rambutan im Jahr 2013 weit gekommen. Gestartet sind sie als kleine, unbekannte Punk-Rock Band und schon mit ihrem zweiten Album Heyonn 2015 aufgestiegen zum Geheimtipp für allerlei Indie-Fans. Bereits in Heyonn haben sie angefangen mit ihrem Sound mehr zu experminentieren, auch wenn Contact das alles nochmal schlägt.
Bei diesem Album hatten die vier Musiker:innen Unterstützung von Produzenten Kwes. Der wurde, wie Heloise erzählt, sogar sowas wie ein 5. Bandmitglied und hat dabei geholfen die Songs zu dem Sound zu führen, der uns so ans Herz gewachsen ist.

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Landshapes – Siberia

Optimistische Melancholie  

Auch wenn der Sound der Platte melancholisch und an Stellen düster erscheint, steht doch immer das positive im Vordergrund. Das Album regt zum Träumen an, über die schönen Tage und verzerrten Nächte die wir aktuell so vermissen. Die Songs ziehen eine musikalische Verbindung zwischen Hoffnungslosigkeit und Euphorie, dem Individuum und dem Universum. Das Album ist abwechslungsreich und gleichzeitig wie eine angenehme Konstante.

Contact von Landshades ist am 11. Dezember 2020 über Bella Union erschienen.