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M94.5 Filmkritik

I Am Mother

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Science-Fiction-Dystopie mit einer noch nicht gesehenen und spannenden Beziehung zwischen Robotor und Mensch: „I Am Mother“ von Grant Sputore schafft auf einer scheinbar ausgestorbenen Erde der Zukunft eine Geschichte, die sowohl philosophisch als auch mitreißend ist.

Irgendwo auf der Erde in einer unbestimmten Zeit der Zukunft gibt es einen Bunker. Darin lebt, zusammen mit tausenden von Embryonen, ein freundlicher Roboter, namens „Mutter“. Die Aufgabe der Mutter klingt sowohl einfach als auch verstörend. Sie soll einen besseren Menschen großziehen, und so züchtet sie in einer künstlichen Gebärmutter ein kleines Mädchen, „Tochter“. Dieses Mädchen soll dann möglichst gutherzig und perfektioniert großgezogen werden.

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Gut oder Böse? Eine ungewisse Zukunftsvision im Trailer zu I Am Mother.

Einsame Emotionen

Da die meiste Zeit nur die Robotermutter und „Tochter“ auf der Leinwand zu sehen sind, ist die schauspielerische Herausforderung für das junge Mädchen, gespielt von Clara Rugaard, groß. Diese Herausforderung meistert das Nachwuchstalent aber ohne Probleme und schafft es, trotz vieler einsamer Szenen von sich zu überzeugen. Es fällt als Zuschauer leicht, sich in die Gefühle der oftmals hin- und her gerissenen Jugendlichen hineinzuversetzen.

Wer ist denn jetzt der Gute?

Nachdem die Unsicherheit über die Vertrauenswürdigkeit der Mutter immer weiter wächst, steht irgendwann die Frage nach Gut oder Böse im Raum. Diese Verwirrung seitens des Zuschauers wird ebenfalls dadurch unterstützt, dass die Mutter als freundlicher und liebevoller Roboter erst ganz zu Ende verrät, auf welcher Seite sie wirklich steht. So sitzt der Zuschauer mit der zweifelnden „Tochter“ in einem Boot, was die Sympathie immer mehr wachsen lässt. Zusätzlich steckt hier die Philosophie hinter der Geschichte, da sich auch der Zuschauer zu fragen beginnt, ob ein Roboter für die Verbesserung der Menschheit zuständig sein kann und ob es einen perfekten Menschen überhaupt geben kann.

Je größer desto besser

Vorteilhaft für den Film ist ebenfalls die große Leinwand. In den USA war I Am Mother nur auf Netflix verfügbar, was ihm die Chance nimmt, in voller Größe zu glänzen. Pluspunkt der Originalvertonung ist Rose Byrne, die der Mutter ihre zarte Stimme schenkt. Hinzuzufügen ist allerdings, dass auch die deutsche Vertonung sehr passend ist.

„I Am Mother“ ist ab dem 22. August 2019 in den deutschen Kinos zu sehen.