How To Sicher Wandern

Tipps und Empfehlungen im Umland von München

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Wandern ist eine beliebte Freizeitaktivität. Um dieser nachzugehen bietet das Umland von München unzählige Möglichkeiten für Anfänger:innen und Wanderfreund:innen. Aber was sollte man beachten, um in den Bergen sicher unterwegs zu sein? Darüber haben wir mit Anja Swoboda vom DAV Summit Club in München gesprochen.

Wer wandern gehen möchte, den trifft vielleicht die Qual der Wahl: Gipfelkreuz, Bergsee oder Aussicht?Für welche Tour man sich dann entscheidet, hängt von der individuellen Erfahrung und Kondition ab. Dafür sollte man sich über Dauer und Schwierigkeitsgrad der Wanderung informieren. Danach solltet ihr unbedingt den Wetterbericht im Blick behalten, denn wenn schlechtes Wetter ist, kann Wandern schnell gefährlich werden. Besonders Menschen ohne Wandererfahrung sollten sich eine Begleitung suchen.

Die richtige Ausrüstung für wechselhaftes Wetter

Habt ihr an alles gedacht? Gute Schuhe, Regenjacke, Wanderstöcke? Falls noch etwas fehlt, solltet ihr euch noch eindecken oder euch etwas ausleihen. Wichtig ist, dass ihr euch beim Kauf von Wanderschuhen im besten Fall professionell beraten lasst und sie vor der ersten Wanderung einlauft. Denkt auch immer an Blasenpflaster und Socken zum Wechseln. Bei eurem Outfit ist der Zwiebellook eine gute Idee: also verschiedene Kleidungsstücke übereinander schichten, damit ihr euch den wechselhaften Wetterbedingungen am Berg flexibel anpassen könnt.

Für Mitglieder des Deutschen Alpenvereins (DAV) gibt es die Möglichkeit über den DAV Equipment auszuleihen. Auch beim SVN München e.V. oder in Sportgeschäften könnt ihr euch oft günstig Ausrüstungen ausleihen.

Bild: shutterstock / encierro

Checkliste für den Rucksack

What’s in my Bag – Wander Edition: Am wichtigsten ist es, euer Handy aufzuladen und im Idealfall auch noch eine Powerbank einzustecken. Falls ihr doch mal verletzten solltet, könnt ihr im Ernstfall einen Notruf absetzen. In so einem Fall ist auch ein Erste-Hilfe-Set mit Pflastern ein Game-Changer.

Ihr werdet schnell hangry? Für die Pause am Gipfel oder um Unterzuckerung und Dehydrierung zu verhindern, solltet immer gut mit Wasser und Snacks ausgestattet sein. Sonst kann euch schnell schwindelig werden, was auf den Bergen echt gefährlich werden kann. Weil ihr euch stark körperlich anstrengt, verbraucht ihr viel mehr Energie als im Alltag, also nehmt lieber ein bisschen zu viel als zu wenig mit! Am Besten sind Lebensmittel mit vielen Proteinen und Kalorien, damit ihr viel Kraft habt und An- und Abstieg meistern könnt. Falls ihr vorhabt bei einer Hütte einzukehren, checkt am Morgen der Wanderung unbedingt nochmal die Öffnungszeiten der Hütte ab.

Was viele oft unterschätzen ist die UV-Strahlung am Berg. Beim Wandern bekommt ihr viel mehr davon ab, als im Tal. Daher denkt dran, auf jeden Fall Sonnencreme und eine Sonnenbrille einzupacken. Übrigens: je nach Berg ist die beste Zeit zum Wandern für Anfänger:innen zwischen April und Oktober.

Der Tag der Wanderung

Bevor ihr morgens zur Wanderung aufbrecht, solltet ihr zur Sicherheit nochmal den Wetterbericht anschauen und Freund:innen oder Familienmitgliedern über eure Wanderpläne eine Nachricht schreiben. Grundsätzlich empfiehlt es sich, möglichst früh aufzubrechen, um zu verhindern, dass ihr in der Dunkelheit noch am Berg seid. Und immer etwas Puffer für Pausen einplanen!

Auch wenn es manchmal verlockend ist, achtet darauf nur auf den ausgeschriebenen und gut befestigten Wanderwegen zu gehen. Sonst könnt ihr schnell Schaden in der Natur anrichten oder eure eigene Sicherheit aufs Spiel setzen.

Am Gipfel angekommen gibt es bei jedem Gipfelkreuz oder auf einer Hütte ein Buch, wo ihr euch unbedingt eintragen solltet. Im Ernstfall helfen die Informationen der Bergwacht sehr, um eure Route nachzuvollziehen.

Bild: shutterstock / schame

Das Ende der Wanderung

Manchmal kommt man an einen Punkt, wo es Sinn ergibt, die Wanderung abzubrechen und sich lieber auf den Rückweg zu machen. Aber woran merkt man, dass die Wanderung sich dem Ende zuneigt?

Auch in dem Fall spielt das Wetter eine große Rolle, wenn die Wolken immer dunkler werden und ein starker Wetterumschwung bevor steht, sollte man lieber umdrehen. In den Bergen sind Wetterzustände oft viel stärker als im Tal, also unterschätzt das nicht und brecht lieber einmal zu viel ab. Auch sind die eigenen Grenzen ein klares Warnsignal, wenn man seine Fitness überschätzt hat oder sich unsicher fühlt durch z.B. ausgesetzte Wege oder anspruchsvolle Klettersteigen, solltet ihr euch nicht noch zum Gipfel zwingen. Stärke am Berg zeigt sich nicht dadurch, auf Biegen und Brechen alles durchzuziehen sondern Nein sagen zu können und seine eigene Sicherheit zu priorisieren – ganz nach dem Motto: Better safe than sorry!

Falls es doch schon zu spät ist und ihr oder eure Wanderpartner:innen verletzt worden seid, solltet ihr erstmal die Ruhe bewahren. Ja das ist echt leichter gesagt als getan, aber echt wichtig. Ihr könnt auch Atemübungen machen, z.B. die 4-7-8 Atemtechnik um euch von einem Schock zu erholen und klare Gedanken zu fassen. Dann könnt ihr ggf. einen Notruf über die Nummer 112 absetzten. Da werdet ihr dann an die zuständige Leitstelle weitergeleitet. Um eure genauen Standortdaten zu übermitteln gibt es mittlerweile auch Apps wie SOS-EU-ALP oder EchoSOS, da könnt ihr euch ja mal ausprobieren.

Wanderempfehlungen rund um München, die ihr mit dem Zug erreichen könnt

  • Ammersee: mit der S8 bis nach Herrsching
  • Starnberger See: mit der S6 nach Tutzing oder Starnberg
  • Region um den Tegernsee, z.B. mit der BRB RB55 nach Bayrischzell
  • Allgäu, z.B. nach Oberstdorf mit dem RE 76
  • Garmisch-Partenkirchen: RE 6 / RB 61 oder z.B. ins Ammertal
Bild: shutterstock / schame

Jetzt seid ihr für die nächste Wanderung gut gerüstet. Nochmal kurz gesagt: eure Wanderung wird durch gute Ausrüstung, stabiles Wetter, Wanderpartner:innen und achtsamen Entscheidungen zu einer angenehmen Erfahrung.

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