German Darts Grand Prix - Tag 2
Großes Favoritensterben auf Ostersonntach!
Am Ostersonntag konnten sich die Münchner:innen nicht nur über versteckte Ostereier freuen, sondern auch über die ein oder andere Faust-dicke Dart Überraschung! Am zweiten Turniertag des German Grand Slam of Darts stiegen auch die Top 16 gesetzten Profis ins Turniergeschehen mit ein.
Der Darts Sonntag sollte sich vor allem durch viele enge, umkämpfte Matches und viele Überraschungen zeichnen. Bei Traumhaften Wetter wurden die Plätze für das Achtelfinale ausgespielt.
Kämpferische zweite Runde
Bereits in der frühen Session wurde wieder einmal klar, wie eng mittlerweile die Darts Profis in ihrer Qualität zusammen liegen: Unglaubliche fünf Spiele hintereinander gingen über die volle Distanz und konnten erst im finalen elften Leg entschieden werden. Andrew Gilding, Krzystof Ratajski, Danny Noppert, Dirk van Duijvenbode und Michael Smith konnten in der ultimativen Entscheidung die Nerven behalten und ihr Ticket für das Achtelfinale am Montag sichern. Bereits hier zeigte sich schon eine klare Tendenz: Ein Favorit nach dem anderen musste die Segel streichen. Einzig Danny Noppert konnte seiner Favoriten Rolle gerecht werden. „The Freeze“ musste gegen den ehemaligen Europameister Ritchie Edhouse hart kämpfen und setzte sich schließlich mit 6:5 durch.
An den sonst immer eher ruhigen Dart-Turnier Nachmittagen bebte die Halle im Münchner Norden und war durch die vielen knappen Partien geradezu mit Spannung aufgeladen.
Wer hätte ahnen können, dass diese fabelhafte Session nur die Vorspeise für ein abendliches Dart Spektakel war…
Deutsche Dart Party geht in die nächste Runde
Am Abend durften dann auch endlich die deutschen Vertreter ran! Martin Schindler zeigte sich in einem rhythmisch schwierigen Spiel gegen Brendon Dolan sehr konzentriert und konnte der deutschen Nummer Eins durch einen 6:4 Sieg gerecht werden. Auch Ricardo Pietreczko lieferte den hoch favorisierten Nathan Aspinall einen harten Fight. Angetrieben durch Pikatschu-Rufe von über dreitausend Fans konnte sich der Hannoveraner einen Match Dart auf Bulls-Eye erarbeiten, den er nur knapp verfehlte. Darauf gelang es Nathan Aspinall seine Matchdarts im entscheidenden Leg konsequent zu nutzen. Im Anschluss äußerte er sich dann sehr positiv über das deutsche Publikum.
Nathan Aspinall gewann somit in einem weiteren Decider mit 6:5. Für die Überraschung des Abends sorgte allerdings Nico Springer, der in einer überragenden Partie dem Titelverteidiger und niederländischer Darts Icone mit einem deutlichen 1:6 keine Chance lieg. Sicherlich hätte dieses magische Spiel von Springer noch wesentlich viel mehr Aufmerksamkeit bekommen, hätte nicht noch Marcel Hausotter an diesem Abend gespielt:
Marcel Hausotter oder durch ohrenbetäubende Rufe der Fans eigentlich nur unter „Hausi bekannt – was ein Auftritt. Die Vorzeichen schienen klar. Ein deutscher, der gestern sein erstes European Tour Match gewinnen konnte, gegen den großen Jonny Clayton, ein ehemaliger Premier League Champion! Nach allgemeinen Empfinden war Hausi gegen den an drei gesetzten Waliser maximal zwei gewonnene Legs zuzutrauen. Aber nicht mit Hausi! Marcel Hausotter versetzte geradezu alle Fans in einen Art Freudenrausch! Er gewann ein Leg und noch ein Leg und noch eins…
Zwischenzeitlich spielte er sogar sieben perfekte Darts und schnupperte Kurz an einem legendären Neun-Darter!
Und ganz plötzlich stand es 5:5, gegen den großen Jonny Clayton! Decider für Marcel Hausotter mit eigenem Anwurf- die Chance war da. Er hatte sich selbst durch das Spiel seines Lebens eine realistische Chance gegen Jonny Clayton erarbeitet und dann passierte das maximale Drama: Es schien so als hätte im entscheidenden Leg Hausi einen Match Dart sicher, doch er verfehlte die große 16 und beraubte sich somit seiner Möglichkeit. In alter Manier nutzte der Waliser diesen Fehler gnadenlos aus und konnte am Ende in einem absolut unerwartet engen Match die Kurve mit 6:5 kratzen. Auch wenn Marcel Hausotter verloren hat, wird er die Geschichte dieses Münchner Dart Turniers bleiben!
Die Niederländischen Favoriten müssen sich verabschieden
Auch nach dem bitteren aus von van Gerwen entwickelte sich der Abend für Oranje nicht wirklich zum positiven. Der hoch gehandelte Gian van Veen, amtierende Vizeweltmeister und Vorjahres Finalist, unterlag klar dem groß aufspielenden Iren William O‘Connor mit 2:6! Ausgerechnet die beiden Vorjahresfinalisten und diesjährigen Top-Favoriten van Gerwen und van Veen mussten die deutlichsten Niederlagen an diesem magischen Darts Abend einstecken. Nun liegt es an Danny Noppert und an Dirk van Duijvenbode für die Niederländer in München ein versöhnliches Ergebnis einzufahren.
Von insgesamt 16 gesetzten Spielern konnten nur sechs das Achtelfinale erreichen. Das macht die Tore für die deutschen oder ungesetzten Spielern wie Kim Huybrechts oder Michael Smith auf.
Inwiefern es zu weiteren Überraschungen oder deutschen Triumphen am finalen Tag am Ostermontag kommt, berichten wir euch natürlich auch wieder hier bei M94.5!