Linus Volkmann im Interview

Ein Mann der Extreme

/ / Foto: Frederike Wetzels

Es gibt wahrscheinlich keinen Menschen, der so viele Hasskommentare unter seinen Kritiken stehen hat, wie Linus Volkmann. Der Musik- und Popjournalist hat sich über die Jahre mit seinen polarisierenden Kritiken und Kommentaren einen Ruf gemacht. Jetzt ist es aber erst einmal Zeit für konstruktive „Ratschläge“: Zum Beispiel wie man Popstar wird. Das verspricht zumindest sein neues Buch „Sprengt die Charts!“. Im M94.5-Interview gibt er uns noch weitere Tipps fürs Leben und erzählt, dass er ja auch eigentlich sehr viel Liebe für die Musikwelt hat.

Linus Volkmann im M94.5-Interview

Gibt es eine Frage, die dich bei Interviews langweilt?

Auf jeden Fall. Also es gibt so „Alibi-Fragen“, bei denen ich das Gefühl habe, es interessiert den Interviewer gar nicht und derjenige der es dann erzählt, den interessiert es gleichzeitig aber auch nicht. Zum Beispiel ganz banal: „Und wie wars bei euch so im Studio? Spielt ihr lieber große Festivals oder kleien Clubs?“ Geh nach Hause ey. Also lernt lieber was Richtiges, wenn euch das wirklich interessieren sollte.

Hast du noch Hoffnung für den Musikjournalismus in Deutschland?

Also für den Musikjournalismus in der klassischen Form, da muss ich kein negativer Prophet sein, das ist wirklich durch. Da ist wirklich ganz viel weg und alles was noch besteht ist so ein Fadeout, der sich dann in ein paar Jahren auch erfüllen wird. Es ist natürlich auch eine Entscheidung mit den Füßen. Die Leuten brauchen das einfach nicht mehr was wir da gemacht haben. Schweine!

Fühlt man sich ein bisschen missverstanden, wenn bloß die reißerischen Texte und Kritiken für Aufsehen sorgen?

Ich hab lange Zeit die Plattenkritiken bei Intro auch betreut und da hab ich halt jeden Monat 100 Plattenkritiken gelesen. Das Meiste ist ja dann doch sehr positiv und für mich wars auch persönlich interessanter, wenn dann plötzlich mal ein Abriss stattfand. Dann ist man erstmal so „Huch!“. Man muss sich glaube ich stärker positionieren zu so Verrissen. Und sie finden in der Kulturindustrie, weil alles so gefällig ist, auch viel weniger statt. Ich wunder mich warum das nicht mehr Leute machen. Mir macht das eigentlich auch Spaß die Leute zu provozieren.