VIERSCHANZENTOURNEE - INNSBRUCK

Die Karten werden neu gelegt – Die “Schicksalsschanze” entscheidet 

/ / Bild: M94.5 / Lea Steglich

Wie jedes Jahr stoppt die Vierschanzentournee auch wieder im Tiroler Bergland. Umgeben vom Alpenpanorama ragt die Bergiselschanze über Innsbruck. Es ist die letzte Etappe vor dem Finale in Bischofshofen und die Beine der Skispringer schlottern nicht nur vor Kälte.  

In den beiden vorherigen Springen in Obersdorf sowie Garmisch-Partenkirchen zeigte sich der Slowene Domen Prevc als klarer Titelfavorit und reiste mit mächtig Rückenwind und Punktevorsprung nach Österreich an. Dicht an seinen Fersen der österreichische Kader: Jan Hörl (Platz 2) und Stephan Embacher (Platz 3) haben zuvor starke Leistungen auf den deutschen Schanzen erbracht. Nun geht es für Sie und die anderen Springer ab in ihre Heimat.  

Japan im Anflug 

Vor ausverkauften Rängen, im Skisprungstadium, feierte der Japaner Ren Nikaido bei der 74. Vierschanzentournee seine Siegespremiere. Zum aller ersten Mal siegte er im Weltcup und zog mit 131m im ersten und 128m im zweiten Durchgang (276,5 Pkt.) haarscharf an seinen Gegnern vorbei.  

Leer gingen hingegeben die DSV-Adler aus. Für Felix Hoffmann (126,5m/ 130,5m), Philipp Raimund (126m / 125m) und die drei weiteren qualifizierten Deutschen war in Innsbruck keine Podiumsplatzierung drin.  Bundestrainer Stefan Horngacher blickt dennoch optimistisch auf die Ergebnisse:  

“Die Bedingungen waren wirklich super heute, sehr fair gewesen. Mit Felix bin ich sehr, sehr zufrieden, er hat einen super zweiten Sprung gezeigt. Philipp den ersten sehr gut, der zweite leider nicht ganz so gut. Ich denke, für Bergisel können wir hier definitiv zufrieden sein. Wir haben gute Leistungen abgerufen, auch die etwas schwächelnden Sportler hinten haben sich leicht verbessert. Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg”

Bundestrainer Stefan Horngacher

Die Jugend hebt ab 

Frischer Aufwind weht im österreichischen Kader. Mit gerade einmal 19 Jahren segelte Nachwuchstalent Stephan Embacher am Bergisel als dritter aufs Podium. Auch in den vergangenen Springen in Obersdorf und Garmisch-Partenkirchen zeigte er sich leistungsstark und verweist die älteren Teamkollegen in seinen Schatten. Mit den heutigen Ergebnissen (130m/ 127,5m) sprang er nicht nur aufs Treppchen, sondern auch in die Herzen der Zuschauer:innen.  

Aber nicht nur er kann bereits mit jungen Jahren überzeugen. Auch andere Nationen können optimistisch auf die Zukunft ihres Kaders blicken. Kacper Tomasiak(18/ Polen), Jason Colby (19/ USA) und Ilja Misernych (18/ Kasachstan) sprangen auf Rang 8,9 und 20. Für Stephan Embacher rückt vor allem eins am Ende des Springens in Innsbruck ins Auge – der goldene Adler. Der junge Österreicher, für den es letztes Jahr in der Gesamtwertung nur für Platz 31 reichte, geht mit Tabellenplatz drei auf die finale Schanze in Bischofshofen. Ob er selbstbewusst und zufrieden mit seiner Leistung ist? 

Stephan Embacher über seinen Sieg

Deutsche Hoffnung auf das Treppchen 

Am Bergisel ist der deutsche Kader heute am Podium vorbeigesegelt. Der aktuell stärkste Deutsche Felix Hoffman befindet sich nach dem Schanzentag in Innsbruck auf Platz 5 mit 840,4 Punkten in der Gesamtwertung, dicht gefolgt von Philipp Raimund auf Platz 7 (814 Pkt.). Raimund zeigt sich in Hinblick auf das Finale in Bischofshofen optimistisch. Er glaubt an das Deutsche Treppchen: 

Philipp Raimund über eine mögliche Platzierung in Bischofshofen

Die Prevc-Show 

Weit über das Ziel hinaus springt der 26-jährige Domen Prevc diese Vierschanzentournee. Trotz kurzem Überraschungsmoment in der Qualifikation am Samstagnachmittag, in der er Rang 30 belegte, präsentierte er am darauffolgenden Tag wieder eine Glanzleistung. Am Ende fehlen Prevc nur 0,5 Punkten zum Tagessieg. Er erzielt den zweiten Platz hinter Ren Nikaido – doch Gewinnen ist für ihn nicht alles: 

Domen Prevc über sein Ziel in Bischofshofen

Die Sterne stehen gut für Domen Prevc: In der Gesamtwertung steht er nach dem Springen in Innsbruck weiterhin auf Platz 1 (895,8 Pkt.) und baut seinen Vorsprung zum Rest der Tabelle weiter auf. 

Der krönende Abschluss 

Am Dienstag geht die Vierschanzentournee in die letzte Runde. Beim Dreikönigsspringen in Bischofshofen fällt die Entscheidung über Sieg und Niederlage. Auf der Paul-Außerleitner-Schanze werden dann noch ein letztes Mal die Flügel ausgestreckt, mit dem Ziel die Trophäe, den goldenen Adler, in den Händen zu halten. 

Auch wir sind wieder für euch vor Ort, damit ihr nichts verpasst.  Hier zum Nachlasen auf M94.5.