M94.5 Filmkritik

Alita: Battle Angel

/ / Foto: © 2017 Twentieth Century Fox

Seit 20 Jahren möchte James Cameron „Alita: Battle Angel“ verfilmen. Bei dem neuen Kinofilm, der auf japanischen Cyberpunk Mangas basiert, fungiert Cameron jetzt als Produzent. Doch selbst die Hand des „Avatar“- und „Titanic“-Regisseurs kann das vorhandene Potential leider nicht nutzen, und so bleibt „Alita“ eher Durchschnitt als etwas Besonderes.

Die Story ist im Jahr 2563 angesetzt. 300 Jahre zuvor wurde die Erde bei einem als „The Fall“ bekannten Krieg größtenteils zerstört. Lediglich die für die Oberschicht erschaffene schwebende Stadt Zalem und die für die Unterschicht erbaute Schrottstadt Iron City auf der Erde bieten Wohnraum. Ein Chirurg für Menschen und Cyborgs (ja, es gibt fast genau so viele Roboter-Menschen wie Menschen in der Zukunft) baut den Cyborg „Alita“ wieder zusammen (Alita ist vorher aus Zalem auf Iron City heruntergefallen).

ALITA: BATTLE ANGEL | OFFICIAL HD TRAILER #3 | 2019
Actionlastiger Potential-Verschenker: Alita – Battle Angel.

Kampf-Cyborgs, die Roboter-Fußball spielen – ja ne, is‘ klar …

Der wiederbelebte Roboter entpuppt sich schnell als äußerst gefährlicher Kampfroboter, der dann auch noch Gefühle für einen jugendlichen Menschen entwickelt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, spielen sie ein sehr merkwürdiges fußballähnliches Spiel namens Motorball. Alita will Champion werden, um in die schwebende Stadt Zalem und damit zur Oberschicht zu kommen.

Ganz viel verschenktes Potential

Die Idee mit Zalem als schwebende Stadt ist wirklich interessant. Doch Zalem wird nur erwähnt und für eine mögliche Fortsetzung aufgespart. Die Frage ist jedoch, ob es zu einer Fortsetzung kommen wird. Das futuristische Setting ist cool, der Film sieht gut aus und macht Spaß – bis die eher flache Handlung und die noch flacheren Charaktere versuchen, das Science-Fiction-Action-Spektakel zu weit mehr zu machen, als es ist. Besonders die unfassbar deplatzierte Love-Story zwischen einer über 300 Jahre alten Cyborg-Lady und einem pubertären Milchbubi zehrt an den Nerven der Zuschauer.

Einziger Lichtblick sind die coolen Bösewichte und die durchaus coole Action. Die Devise lautet also: Hirn aus und Augen auf. Dann macht Alita: Battle Angel Spaß.

„Alita: Battle Angel“ erscheint am 14. Februar 2019 in den deutschen Kinos.