Mischung aus Psychedelic-Rock-Erlebnis und Disco-Party – Tame Impala in München
Am 16.04.2026 hat das Konzert vom australischen Musik-Projekt Tame Impala in der Olympiahalle stattgefunden. Neben der hervorragenden Licht-Show und Musik-Experimenten haben sie dafür gesorgt, mit ihrer Community auch zu interagieren.
Tame Impala ist ein Psychedelic-Rock-Projekt, das sich in letzter Zeit ins Disco-Genre umwandelt. Aktuell sind sie auf der Deadbeat Tour und bieten ein feierliches Rave-Erlebnis. Der Sänger und Projektleiter Kevin Parker ist ebenfalls als Produzent tätig, und auf dem Konzert zeigt er seine Skills.
Vorfreude schon mit Vorband
Schon mit dem Auftritt der Vorband RIP Magic wurde klar – die Stimmung des Konzerts geht in eine bestimmte experimentelle Richtung: Rock-Gitarren wurden über die Songs hinweg mit Techno gemischt. Durch die verzerrten Klänge ihrer Lieder konnten sich die Zuschauer:innen auch schon auf die kommenden Überraschungen von Tame Impala freuen.

Im Publikum haben sich Menschen verschiedenster Altersgruppen versammelt: Von sechszehnjährigen Schüler:innen bis zu Musikliebhaber:innen in ihren Sechzigern. Selbst wenn da ganz unterschiedliche Menschen anwesend waren, war eine besonders angenehme Community-Stimmung zu spüren. Bereits vor dem Konzert und zwischen den Auftritten der Opener-Band und von Tame Impala haben die Zuschauer:innen mithilfe ihrer Handylichter spielerisch miteinander interagiert.
Entspannte Stimmung und Mischung von Musikgenres
Pünktlich um halb acht tritt Tame Impala auf der Bühne auf. Dabei der Sänger Kevin Parker im weißen halbgeschlossenen Hemd, losen schwarzen Hosen und weißen Sneakers – lässiges Outfit mit offenen Haaren, die die entspannte und gemütliche Stimmung ihrer Musik perfekt darstellen. Im Laufe des Konzerts hat Kevin Parker sich ebenfalls tiefenentspannt verhalten: mal geraucht, mal auf die Toilette gegangen, während er dabei gefilmt wurde.

Nichtsdestotrotz haben Tame Impala sehr viel Arbeit in das angebotene Konzert-Erlebnis reingesteckt: Jeden Song stellten sie farblich und mit sehr vielen Lichtern dar. Kevin erlebt Musik mit in seinem Kopf auftauchenden Farben, also mussten sie eine richtig große Rolle gespielt haben. Beispielsweise als Tame Impala ihren ersten Song Apocalypse Dreams gespielt hat, wurde die Szene und die Halle durch lila und blaue Lichtern und Farben erleuchtet. Oder auch ein mehr oder weniger offensichtliches Beispiel: Beim Vorspielen von Dracula hat die rote Lichter die Halle beleuchtet, und am Ende des Songs wurde Kevin in warmes gelbes Licht getränkt, was im Kontrast eine ganz andere, viel gemütlichere Atmosphäre geschaffen hat.

Live-Mixing im Wohnzimmer
In der zweiten Hälfte des Konzerts begab sich Tame Impala in den Backstagebereich – das wurde ständig mitgefilmt und live auf den Bildschirmen angezeigt. Wie er durch einen langen Flur geht, dann zur Toilette, und nach einigen Minuten taucht er aus dem unteren Eingang im Stehbereich auf. Dann ist er auf die kleinere B-Stage hochgegangen und hat mit den drei bereits daliegenden Mischpulten live Musik gemischt.

Die Bühne war von vier Lampen beleuchtet, was dem Ganzen eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre gegeben hat. Auf den großen Bildschirmen war er in sehr kinematografischen Bildern dargestellt: Die Kamera hat ihn von oben gefilmt und sich währenddessen gedreht, was einen melancholischen Effekt schaffte: Kevin sah so aus, als wäre er ein Kind, das nachts in seinem Zimmer spielt und insgeheim etwas Schönes kreiert.

Als Kevin wieder auf der Hauptbühne war, hat er mithilfe von Mischpulten die Musik und sogar die tatsächlichen Videos, die auf den großen Bildschirmen angezeigt wurden, live remixed. Damit hat sich das Konzert des ursprünglich Psychedelic-Rock-Künstlers in eine Rave-Party umgewandelt, und das hat dem ganzen Erlebnis trotz der ganz ungewöhnlichen Genre-Mischung so gar nicht geschadet.
Interaktion mit Fans
Selbst wenn der Auftritt auf der zweiten Bühne, die näher zum tatsächlichen Publikum ist und die Nähe zum Sänger ermöglicht hat, waren seine Interaktionen mit den Fans noch nicht vorbei.
In der Pause zwischen den Songs hat Kevin ein Plakat einer Zuschauerin in der Menschenmenge gesehen und darauf aufmerksam gemacht. „I want you to take my tattoo virginity“, stand auf dem Poster. Kevin war zuerst ziemlich verzweifelt, aber nach einigen Minuten hat er letztendlich zugestimmt und gesagt: „I’ll find you”. Einige Songs später hat er es auch gemacht: Er ist von der Bühne runtergekommen und hat wahrscheinlich etwas für die Zuschauerin skizziert. Das war aber auf den Bildschirmen nicht zu sehen.
Am Ende des Konzerts hat er sich bei seinem Publikum bedankt. Neben der feierlichen Atmosphäre und dem unvergesslichen Musikerlebnis hat Kevin mit seinem Team auch dafür gesorgt, dass die Zuschauer:innen sich wohl fühlen. Das ist ihm gut gelungen.