“Is Having a Boyfriend embarassing now?”

Was ist Heterofatalismus?

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mit dem gleichnamigen Titel sorgte die Vogue US im Oktober letzten Jahres für Schlagzeilen. Die Zeiten des sich allumkreisenden Freundes sind damit wohl vorbei. Dabei geht es nicht um einen Geschlechterkampf, ausgehend von den “radikalen” Feminist:innen, sondern vielmehr um die Sichtbarmachung eines unausgesprochenen Problems: 

Immer mehr Frauen bekennen sich zu ihrem Unmut bezüglich heterosexuellen Datings und dem Umgang mit männlichen Partnern. Dafür gibt es sogar einen eigenen Begriff: Heterofatalismus, beziehungsweise Heteropessimismus. Geprägt wurde der Begriff durch den Autor und Genderforscher Asa Seresin, der sich schon 2019 mit den Nachteilen von Frau in Beziehungen mit Männern beschäftigte. 

Er beschreibt den Terminus an erster Stelle als Frustration heterosexueller Frauen bei der Partnersuche. Diese sind durch negative Erfahrungen im Dating-Leben resigniert und haben oft auch kein Interesse mehr daran, eine Beziehung mit einem Mann zu führen. Betroffene Frauen wählen die Partnerlosigkeit als bewussten Schritt gegen männliche Untätigkeit.  

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Hetero, aber allein 

Gründe hierbei sind oft keine Unterstützung bei Care-Arbeit oder emotionale Abwesenheit. Aber auch fehlendes Verständnis für eigene Bedürfnisse und Eigenständigkeit von Seiten der Männer werden zum Problem in Beziehungen. Die Kluft zwischen Männern und Frauen in der jüngeren Generation wächst seit Jahren – und mit ihr auch die Unzufriedenheit der Frauen. Diese werden immer progressiver, wohingegen junge Männer immer konservativer werden. Besonders drastisch zeigt sich das Phänomen in Ländern des ostasiatischen Raumes, wie China, Japan oder Südkorea. Dort treffen Frauen lieber als Männer verkleidete Frauen, die gegen Bezahlung einen Charakter spielen, oder sie daten “KI-Boyfriends”. Männer seien zu desinteressiert und ohne Engagement, Frauen verlieren das Interesse an echten Beziehungen.  

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Einsamkeit führt zu realer Gewalt 

Dies führt zu einer Radikalisierung der unfreiwilligen Single-Männer, der sogenannten Incels. In Chatgruppen lassen sie sich mit anderen Männern über ihren Hass an Frauen aus und geben ihnen die Schuld an ihrer Einsamkeit. Doch die Gewalt im Netzt ist schon längst in der realen Welt angekommen. Laut dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, “wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und / oder sexualisierter Gewalt.” Jede vierte erfährt dies sogar durch ihren eigenen Partner. Ein aktuelles Beispiel ist der Fall der Schauspielerin Collien Fernandes, die Opfer pornographischer Deep-Fakes wurde, die ihr Ex-Mann jahrelang selbst erstellte.  

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Heterofatalismus: Männerhass, oder überfälliger Aufschrei? 

“Wie kann man sich da noch in einer Partnerschaft mit einem Mann sicher fühlen?”, fragen sich viele Frauen nun. Was ist die Lösung für die Differenz der Geschlechter? Fest steht, Frauen wünschen sich mehr Anerkennung und Unterstützung in ihrem Tun, auch von ihren Männern. Wer dies nicht leistet, fällt bei der jungen Generation durch das Raster. Wichtig für eine Beziehung auf Augenhöhe, ist ein respektvoller Umgang beider Geschlechter miteinander. Denn Feminismus heißt nicht Verlust eigener Rechte, sondern die Gleichstellung beider Geschlechter.