Darjeeling im Interview

Zwischen Tutu, Toto und Talk Talk

/ / Bild: Darjeeling/ Toi Thuy Nhi Tran

Hinter dem mysteriösen Namen Maguna verbirgt sich das neue Album der Wuppertaler Band Darjeeling. Ihr mittlerweile drittes Album ist in kurzer Zeit entstanden und dürfte Fans von psychedelischem Indie-Rock ebenso schnell begeistern.

Darjeeling konnten gerade noch ihre Tour zum Vorgängeralbum Hokus Pokus absolvieren, dann lag die (Musik-)Welt coronabedingt im Schneewittchenschlaf. Die Band allerdings blieb nicht untätig. Schon vor Corona nutzten Darjeeling soziale Medien, um sich untereinander kreativ auszutauschen. Da die Mitglieder der Band auf Berlin und Wuppertal verteilt sind, war das Arbeiten online für sie nicht komplett neu. An nur einem Wochenende fanden sie sich dann offline zusammen und schrieben das Album fertig.

„Man gewöhnt sich momentan daran, Dinge an einem Ort kompakt und konzentriert zu machen – oder eher online.“

Jan von Darjeeling im Interview mit M94.5

UNGEWÖHNLICHE INSPIRATION

Zu dem Namen ihres Albums wurden Darjeeling durch einen Schriftzug in einer Jacke von Keyboarder Till inspiriert: „Maguna – made somewhere in West Germany“ stand auf dem Innenfutter geschrieben. Nach einer kurzen Recherche fanden die Jungs allerdings keine Ergebnisse, was hinter „Maguna“ stecken könnte. Da der klangvolle Name und der große Interpretationsspielraum sie gefesselt hat, wollten Darjeeling ihm durch ihr Album eine Bedeutung geben. Die Jacke von Till hat es auch gleich auf das Cover geschafft.

Cover des Albums Maguna von Darjeeling. Bild: Thi Thuy Nhi Tran, Liza Arbeiter

VERSCHIEDENSTE EINFLÜSSE, VIELFÄLTIGER SOUND

Darjeeling vereint verschiedene musikalische Einflüsse. Keyboarder Till begeistert sich für Soul und Funk, Bassist Markus hört viel Hip-Hop und Jazz, Gitarrist Jan interessiert sich gerade vor allem für die Gitarren- und synthiegetränke Musik der späten 70er und frühen 80er Jahre. Heraus kommt aus all diesen Vorlieben der unverwechselbare Sound von Darjeeling: Avantgarde Pop-Rock mit Psychedelic- und Krautrock-Einflüssen. Oder, wie Gitarrist und Sänger Jan es auf den Punkt bringt: Musik „irgendwo zwischen Tutu (Anm.: Album von Miles Davis), Toto und Talk Talk“. Ein vielseitiger Genre-Mix, der so schnell nicht langweilig wird.

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Over the Sea – ein schon etwas älterer Song von Darjeeling, der sich auf Maguna in neuem Gewand zeigt.

Auch, wenn man sich die Musik der Band Sänger Jan zufolge am besten in intimer Atmosphäre allein anhören sollte, fehlt der Band das Touren, das sich normalerweise an die Veröffentlichung eines neuen Albums anschließt.

„Ich glaube, generell ist es als Musiker:in gerade eine schlechte Zeit, um etwas herauszubringen – und eine gute Zeit, um an Dingen zu arbeiten.“

Jan von Darjeeling im Interview mit M94.5

Weil das Touren vorerst wohl noch nicht klappen wird, haben Hörer:innen genug Zeit, den neuesten Streich von Darjeeling erstmal für sich selbst zu erleben.