Der 18. März

Zu Ehren der Freiheit

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Die erste Republik auf dem Boden der heutigen BRD wurde 1793 in Mainz ausgerufen, erste Erfolge der demokratischen Revolution in Berlin gab es 1848 und die erste freie Volkskammerwahl in der DDR erfolgte 1990 – all das ereignete sich an einem 18. März.

Schon seit über 40 Jahren plädiert das Bürgerbündnis „Aktion 18. März“ für einen nationalen Gedenktag für Demokratie und Freiheit in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Vielzahl anderer Länder erinnert sich durch Nationalfeiertage an große, geschichtliche Ereignisse. Zum Beispiel Frankreich am 14. Juli (Sturm auf die Bastille) und die Vereinigten Staaten am 4. Juli an den Independence Day.

Bislang feiert Deutschland am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit. Dieser Feiertag soll durch einen Gedenktag für Demokratie und Freiheit aber nicht ersetzt werden. Trotzdem verweist der 3. Oktober primär auf einen bürokratischen Akt. Er zeichnet das Ergebnis eines langen Prozesses aus, das aus dem deutsch-deutschen Einigungsvertrag hervorgeht. Ein zusätzlicher Gedenktag würde viel eher darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland nicht immer Freiheit und Demokratie gab, sondern diese teils hart erkämpft werden mussten.

Gedenktag: Warum (nicht)?

Die erste (und letzte) freie Volkskammerwahl der DDR von 1990 jährt sich in diesem Jahr zum 30. Mal. Um einen neuen Gedenktag erstmals zu begehen, müssen sich Bund und Länder dazu äußern. Die Unterstützung von Seiten der Länder war bislang allerdings nicht ausreichend. Ein Berliner Antrag von 2008 führte lediglich zur Unterstützung durch das Bundesland Thüringen. „Ich kann die Reaktion der anderen Länder auf den Berliner Vorstoß schon verstehen“, betont der Tübinger Historiker Dieter Langewiesche. Ein vor allem historisch preußisches Datum könne nicht unbedingt auf ganz Deutschland in Form eines offiziellen Gedenktages übertragen werden.
Gegenstimmen aber betonen, dass gerade diese Veränderungen schon lange nicht mehr nur das ehemalige Preußen betreffen. Noch dazu forderte das Kultusministerium 2019 dazu auf, verstärkt Demokratieerziehung an Schulen zu betreiben. Die deutsche Geschichte solle als vielschichtige und widersprüchliche Geschichte wahrgenommen werden. Es muss auch im Alltag ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Werte wie Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. Warum sollte also diese Demokratierziehung nach der Schulzeit beendet sein?

Wichtige Tage der deutschen Geschichte

Trotz der bisherigen Uneinigkeiten der Länder über einen offiziellen Gedenktag am 18. März gibt es bereits mehrere Tage im Jahr, die uns an wegweisende Ereignisse der Freiheit, Mut und Demokratie erinnern. Dazu gehört der 8. Mai (1945 Ende des Zweiten Weltkriegs), der 24. Mai (Verkündung des Grundgesetzes 1949) und der 9. November (Novemberrevolution 1918, Hitlerputsch 1923, Reichsprogromnacht 1938, Mauerfall 1989).