Nachhaltigkeit an Weihnachten

Zeit, Gutes zu tun

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Besonders gegen Ende des Jahres scheinen immer mehr Spendenaktionen dazu aufzurufen, in die Zukunft derer zu investieren, denen es weniger gut geht.

Aber Gutes tun geht auch mit wenig Geld oder im Fall von Foodsharing sogar komplett ohne Geld. Foodsharing ist eine Plattform, die gegen Lebensmittelverschwendung kämpft. Auch in München gibt es Anlaufstellen, wo Lebensmittel vor der Tonne bewahrt werden: Die Fair-Teiler. Zu finden sind diese in Haidhausen, Neuhausen und auf der Schwantalerhöhe. Julia Peters-Klopp, Vorstandsvorsitzende von Foodsharing München erklärt, wie so ein Fair-Teiler funktioniert.

,,Ein Fair-Teiler ist ein Ort, an dem jeder, der möchte, Lebensmittel hin bringen kann, die er aus irgendwelchen Gründen auch immer, nicht mehr verbraucht. Und anders herum ist es so, dass komplett ohne Voraussetzung jeder aufgefordert ist und herzlich eingeladen ist, sich diese Lebensmittel dann dort rauszuholen und sie zu verwerten.“

Julia Peters-Klopp, Foodsharing München

Keine Zunahme an Weihnachten

Es scheint nahe liegend, dass diese Fair-Teiler gerade um die Weihnachtszeit brechend voll mit Lebensmitteln sind. Schließlich hat jeder schon mal die ein oder andere Packung Lebkuchen zu viel gekauft. Julia Peters-Klopp aber sagt, dass um die Weihnachtszeit eigentlich keine Zunahme an abgegebenen Lebensmitteln zu erkennen ist. Schlimm ist das aber nicht, denn der Plattform Foodsharing geht es vor allem um eines:

,,Schön ist, wenn sich die Leute um Weihnachten herum bewusst machen, dass alles was sie wegwerfen vielleicht Dinge sind, die jemand anderes sich nicht leisten kann. Dafür ist die Weihnachtszeit vielleicht geeignet. Aber grundsätzlich geht es uns ja nicht darum, dass jemand versorgt wird, sondern nur um dieses Lebensmittel und solange die Leute schön brav alles aufessen, ist uns das ja recht.“

Julia Peters-Klopp, Foodsharing München

Eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe

Wer keine Lebensmittel, aber Zeit übrig hat, kann bei den Lesefüchsen, einem ehrenamtlichen Münchner Verein, Kindern vorlesen. Was sich damit bewirken lässt, erklärt Hans-Peter Meier, stellvertretender Vorsitzender der Lesefüchse.

,,Was für einen Studenten vielleicht ganz banal ist, weil der hat ja eine Schulzeit hinter sich, der hat sein Abi hinter sich, für den ist Lesen von Zeitung lesen bis Bücher lesen das Allernormalste. Das ist für viele Kinder eben nicht normal. Und hier kann man eine gesellschaftlich sehr wichtige Aufgabe erfüllen.“

Hans-Peter Meier, Lesefüchse e.V.

Der Vorteil im Gegensatz zum Foodsharing: Das eigene Engagement ist direkt sichtbar. Wer mitmachen will, sollte mindestens ein Jahr Zeit mitbringen.

Weihnachten hin oder her, wäre doch schön Gutes tun auch in den eigenen Alltag zu integrieren. Die Lesefüchse freuen sich jedenfalls immer, wenn jemand vorbeischaut. Und der nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln ist ja auch ein ganzjähriges Thema. Also vor dem nächsten Urlaub oder bevor der Kühlschrank-Inhalt schlecht wird, lieber im Fair-Teiler vorbeibringen.