OBDACHLOSENHILFE

Trotz Sicherheitsabstand ganz nah dran

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#stayathome – aber was ist, wenn man kein Dach über dem Kopf hat? Viele Obdachlose gehören einer Risikogruppe an und haben oft keinen Zufluchtsort, an dem sie sich vor dem Virus schützen können. Auch auf den Alltag von sozialen Einrichtungen, die wohnungslosen Menschen Hilfe anbieten, hat das Coronavirus einen starken Einfluss. 

Für die Meisten spielt sich das Leben gerade innerhalb der eigenen vier Wände ab. Es gibt aber auch Menschen, die auf der Straße leben und auf die Hilfe von sozialen Einrichtungen angewiesen sind. Trotz der einschränkenden Vorkehrungen, die zur Eindämmung von Covid-19 getroffen wurden, versuchen soziale Institutionen weiterhin Bedürftigen Hilfe zu leisten.

Gesicherte Lebensmittelversorgung und reges Engagement

Die Münchner Tafel ist eine der wenigen Tafeln in Bayern, die trotz der aktuellen Lage geöffnet bleibt. Laut Angela Zacher, der Pressesprecherin der Münchner Tafel, ist die Versorgung mit frischen Lebensmitteln zunächst gesichert. Engpässe gäbe es momentan eher bei haltbaren Lebensmitteln. Um die Sicherheit bei der Essensausgabe auf beiden Seiten zu gewährleisten, wurden die zahlreichen Ausgabestellen, die in ganz München verteilt sind, an einem Ort zusammengelegt. Die weitläufigen Flächen des Münchner Großmarkts bieten laut Zacher ausreichend Platz, um den festgelegten Sicherheitsabstand einhalten zu können. Atemschutzmasken und Handschuhe gehören bereits zur Pflichtausrüstung der Mitarbeiter*innen. In naher Zukunft sollen auch die Bedürftigen diese hygienische Ausstattung bei der Abholung in Anspruch nehmen können.

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Auch die Caritas hilft Obdachlosen: In der aktuellen Lage mit Foodtrucks. Zwei Mal täglich wird an zwei verschiedenen Ausgabestellen in München warmes Essen verteilt. Laut Alexandra Myhsok, Projektleiterin der Caritas-Foodtrucks, gab es vor zwei Wochen ein riesiges Alarmsignal von der Bahnhofsmission, da mehr als 500 Leute vor Hunger um Hilfe gebeten haben. Um dem großen Andrang gerecht zu werden, war eine schnelle und gezielte Zusammenarbeit verschiedener sozialer Organisationen notwendig. So entstand die Idee zum Foodtruck-Projekt, das zeitnah in die Realität umgesetzt wurde.

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Face-to-Face mit Sicherheitsabstand

„Social distancing” heißt bei der evangelischen Bahnhofsmission vor allem „physical distancing”. Um Hilfesuchenden trotzdem persönliche Nähe auch in Krisenzeiten anbieten zu können, werden dort unter Einhaltung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes Beratungsgespräche durchgeführt. Anstelle der vielen älteren Ehrenamtlichen, die hier sonst Hilfe leisten, engagieren sich laut Barbara Thoma, Leiterin der evangelischen Bahnhofsmission, in letzter Zeit besonders junge Leute.

Das Münchner Zeitungsprojekt BISS hilft Bürgern in sozialen Schwierigkeiten sich selbst zu helfen. Durch den Verkauf der Zeitschrift können Menschen in schwierigen Lagen Geld verdienen. Doch das ist momentan nicht möglich: Der Verkauf wurde zum Schutz von Verkäufer*innen und Kund*innen eingestellt. Karin Lohr, Geschäftsführerin der Zeitschrift BISS, betont, dass besonders in diesen Zeiten Solidarität und Zusammenhalt gefragt sind. Obwohl die Mitarbeiter*innen von BISS derzeit keine Zeitschriften mehr auf der Straße verkaufen können, bekommen sie im Rahmen einer Festanstellung ihr Gehalt dennoch ausgezahlt. Auch hier steht das Menschliche immer im Vordergrund. Sozialarbeiter von BISS sind im telefonischen Einsatz und sind auf diese Art und Weise mit den Verkäufer*innen verbunden.

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Wer sich bei der Obdachlosenhilfe engagieren möchte, kann sich auf der Website der Münchner Tafel oder bei der Freiwilligen-Hotline der Caritas informieren, wo Hilfe gebraucht wird.