FCBB Gegner Olympiakos im Check

Thrylos – Neue Legenden

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Einundzwanzig Siege und zwei Niederlagen: Der FC Bayern Basketball dominiert die Bundesliga quasi nach Belieben. In der Euroleague wird der amtierende deutsche Meister dagegen deutlich mehr gefordert: Nach zwei vermeidbaren Niederlagen zuletzt steht man in der Tabelle nur auf Platz elf. München ist bei noch vier ausstehenden Spielen aber nur einen Sieg vom 8. Platz und der damit verbundenen Playoff-Teilnahme entfernt. Auf diesem letzten Playoffrang thront momentan noch der nächste Gegner der Bayern: Olympiakos Piräus.

Vor dem wegweisenden Duell am Dienstag hat M94.5 einen Blick auf das (ehemalige) europäische Topteam aus Griechenland geworfen.

Glorreiche Vergangenheit

Ein bärtiger Typ dribbelt mit entschlossenem Blick in die gegnerische Hälfte. Mit knapp fünf Sekunden auf der Uhr penetriert er in die Zone. Er zieht die Hilfe eines Moskauer Big Man und bedient Georgios Printezis ohne hinzuschauen links an der Grundlinie. Zwei Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit setzt der zum Running Floater an und trifft nichts als Netz. 62:61.

Olympiakos Piräus ist Euroleague Champ 2012. Die Griechen gewinnen als krasser Außenseiter, dank des Final Four MVPs und entscheidenden Assistgebers: Vassilis Spanoulis.

Die frenetischen Fans, die das Stadion des Friedens und der Freundschaft regelmäßig in einen Hexenkessel verwandeln, nennen ihr geliebtes Olympiakos „Thrylos“, was so viel bedeutet wie Legende. Ein Wort, das auch den Mann mit der 7 auf dem Jersey perfekt beschreibt.

Euroleague Final: CSKA Moscow-Olympiacos

Das Finale von 2012 hier nochmal im Relive, ab Minute 4:17 gibts das entscheidende Play. (Und ja, das ist Deron Williams am Anfang des Videos.)

Combo-Guard Spanoulis, erst vor der Saison von Erzfeind Panathinaikos Athen gekommen, führt ein neu formiertes Olympiakos 2012 und 2013 zu back-to-back Euroleague Titeln. Er ist auch der Anführer der goldenen Generation Griechenlands, die 2005 Europa- und im Jahr darauf Vizeweltmeister wird.

Achillesferse

Ausgerechnet er fehlt den Griechen im Duell gegen Bayern, denn auch mit 36 Jahren ist er für Olympiakos immer noch wichtig. Sein Spiel ist dank seines extrem hohen Basketball-IQs von Athletik quasi unabhängig. Bei wenigen europäischen Spielern ist der Instinkt für große Momente so stark ausgeprägt wie bei ihm. Seine Verletzung kommt für Olympiakos zur Unzeit, da der Backcourt durch den Ausfall von Scharfschütze Janis Strelnieks sowieso schon geschwächt ist.

Herz eines Champions

Trotzdem ist Piräus nicht zu unterschätzen: Gerade der Frontcourt ist mit Georgios Printezis und Kostas Papanikolaou exzellent besetzt. Coach David Blatt hat die Euroleague mit Maccabi Tel Aviv schon gewonnen. Die meisten Akteure im Team von Olympiakos sind Euroleague- oder NBA-erfahren. Das man eine Sache mit dem blutpumpenden Organ in der Brust eines Champions niemals machen darf, wissen vermutlich auch die Bayern.

Wachablösung?

Seit ihrem letzten Titel 2013 hat „Thrylos“ die Playoffs nur einmal verpasst und ist 2015 und 2017 erst im Finale gescheitert. Doch die Zeit macht auch vor Legenden nicht Halt. Die Griechen wirken schlagbar und so bietet sich vielleicht für den FC Bayern Basketball die Möglichkeit einen großen Schritt in Richtung Playoffs zu machen. Dahin, wo neue Legenden gemacht werden.