Filmfest 2019

The Art of Self-Defense

/ / Bild: Filmfest München 2019 - Bleecker Street

Der Eröffnungsfilm des 37. Filmfests München überzeugt nicht nur mit überraschenden Wendungen und eigenem Stil, sondern vor allem mit einem Jesse Eisenberg in Topform.

Weiß, Grün, Gelb, Blau, Schwarz und Rot: Diese Farben dominieren den neuen Streifen von Regisseur Riley Stearns, The Art of Self-Defense. Denn die Farbpalette der Karategürtel, welche im Film eine entscheidene Rolle spielen, reichen vom Anfänger (weiß) bis hin zum Karatemeister (schwarz). Dazu kommt erstaunlich viel Rot. Aber nicht als ein Gürtel oder als Symbol der Liebe, sondern in Form von tropfendem Blut: Karate ist schließlich ein Kampfsport.

Darum geht’s

Casey (Jesse Eisenberg) ist ein ganz schön ängstlicher Mensch. Und das nicht erst, seit er von einer Biker-Gang überfallen und brutal verprügelt wurde. Als er an einem Karate-Center vorbeikommt, erkennt er darin seine Chance. Doch in der Kampfsportschule von Meister Sensei lernt man weit mehr, als sich nur zu verteidigen.

Schlag auf Schlag

Nicht alleine die Story macht den Streifen zu einem interessanten und humorvollen Film. Die Darstellung der Charaktere stiehlt dem Plot ganz klar die Show. Allen voran Jesse Eisenberg als Schwächling Casey, der die Geschichte maßgeblich trägt. Denn seine Rolle ist hervorragend (und ihm wie auf den Leib) geschrieben und dabei mit vielen merkwürdigen und in gewisserweise auch liebevollen Charakterzügen verknüpft. Das macht Casey überraschend interessant.

THE ART OF SELF DEFENSE | Official Trailer
Trailer zu The Art of Self-Defense.

Mehr reden, weniger kämpfen

Teils mit unvorhergesehener Kraft und Gewalt kommt der Streifen von Riley Streans um die Ecke und haut einen vor Schmerz fast aus dem Kinosessel. Die eindrucksvollsten Momente sind aber nicht die mit viel Blut, verdrehten Ellbogen oder Schlägen in die Brust, sondern die skurrilen und verschrobenen Dialoge zwischen Jesse Eisenbergs Charakter und seinem Umfeld. Dadurch glänzt der Eröffnungsfilm des Filmfests mit Tiefe und vor allem Witz. Definitiv ein Highlight!

The Art of Self-Defense“ läuft auf dem Filmfest in der Reihe Wettbewerb CineVision und ist noch am 28. Juni um 19:30 Uhr, sowie am 30. Juni und am 5. Juli zu sehen.