Cloud Seeding

Regen auf Bestellung

/ / Bild: Shutterstock / Greens and Blues

Schon immer war das Wetter für uns Menschen ein unkontrollierbares Naturphänomen. Wir schauten in den Himmel und hofften auf Regen, damit die Felder nicht austrocknen oder Dürren entstehen. Amerikanische Ureinwohner:innen versuchten mit Regentänzen Regen herbei zu tanzen. Mit der sogenannten “Cloud Seeding”-Methode können wir tatsächlich das Wetter beeinflussen – wir können Petrus spielen!

Mit der “Cloud Seeding”-Methode wird Regen künstlich erzeugt bzw. die Regenmenge in den Wolken erhöht. Das kann aber auch zur Hagelabwehr oder zur Erzeugung von Schneefällen genutzt werden. Aber auch, um Schlechtwetterfronten aufzulösen, um zum Beispiel optimales Wetter für Großveranstaltungen zu garantieren. Dafür werden die Wolken “geimpft”, aber nicht mit AstraZeneca oder Biontech, sondern mit Silberiodid.

Flugzeug fliegt über eine Wolke / Bild: shutterstock /moj0j0

An den Unterseiten der Flugzeugflügel werden sogenannte „Fackeln“ befestigt, die dann zwei bis drei Minuten brennen. Während des Fluges wird das hierbei ausgestoßene Material in die Wolken übertragen. Nach ca. 20 Minuten entfaltet es dann seine Wirkung: eine Erhöhung der Regenmenge.

Wo kommt diese Methode zum Einsatz?

Primär findet diese Methode Anwendung in besonders heißen Gebieten, wo Temperaturen über 40 Grad herrschen und es nur wenige Regentage gibt, wie z.B. in Indien, den USA oder Dubai. Dort ist das Problem, dass die Regentropfen zu klein sind. Sie verdunsten auf dem Weg nach unten und der Boden trocknet aus. Von alleine schaffen sie es nicht, deswegen muss nachgeholfen werden. Diese Methode wird aber nur angewendet, wenn auch genug Wasserdampf in der Luft ist, bei wolkenlosem Himmel funktioniert das “Cloud Seeding” nicht.

Neue Methode in Dubai

Statt Silberiodid wurden bei einer Weiterentwicklung im Stadtstaat Dubai jetzt Elektroschocks eingesetzt. Dafür sind Drohnen in die Wolken geflogen und haben die Wassertropfen mit elektrischen Stromstößen aufgeladen. Das hat zu größeren Tropfen geführt, die dann auch ihren Weg zum Boden fanden. Das Problem dabei ist aber, dass der Boden aufgrund der langen Hitze nicht so viel Regen aufnehmen kann und so Überschwemmungen auftreten können.

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Ist “Cloud Seeding” umweltfreundlich?

Bei der Methode, die Silberiodid nutzt, wird das gesamte in die Wolken eingebrachte Material mit dem Niederschlag wieder in den Boden und in die Gewässer transportiert. Bei Mensch und Tier können bei dauerhaftem Kontakt negative Auswirkungen auftreten. Es ist also zu bedenken, dass ein regelmäßiges Ausbringen von Silberiodid über die Jahre Folgeschäden verursachen könnte. Bei der Methode mit Elektroschocks gibt es laut Expert:innen keine negativen Auswirkungen. 

“Cloud Seeding” gilt inzwischen als ernst zu nehmende Methode, die in regenarmen Gebieten helfen kann, Wasserknappheit zu verhindern. Dabei dürfen die Risiken allerdings nicht außer Acht gelassen werden.