Kunsttipp

Galerien für daheim

/ / Bild: Franziska Muck

Online-Ausstellungen, Video-Vernissage oder Virtual Reality: Um Kunst auch daheim genießen zu können, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Aber können sie das Erlebnis eines Museumbesuchs wirklich ersetzen?

Freizeit ohne Freunde, ohne Picknick im Park, ohne das friedliche Umherstreifen im Kunstmuseum der Wahl. Das fehlt und geht früher oder später – zumindest an die mentale – Substanz. Dank des allmighty Internet müssen Kunstliebhaber*innen jedoch nicht ganz darauf verzichten, da sich Museumsbetriebe schon seit einiger Zeit darauf verstehen, ihre Angebote digital verfügbar zu machen.

Online-Ausstellungen & Sammlungen

Online-Ausstellungen sind mittlerweile keine Neuheit mehr. Auf den Webseiten vieler Museen sind sie mittlerweile gang und gäbe. In Form von Artikeln oder Galerien mit Fotos betreffender Ausstellungsstücke lässt es sich durch die Ausstellungen wandeln. Empfehlenswert ist diese Option vor allem für diejenigen Museumsbesucher*innen, die sich ganz besonders für ein Thema interessieren und sich nicht vorstellen können, einen Beschreibungstext mal nicht zu lesen. Eine dem echten Museumsbesuch besonders nahekommende Lösung ist auf der Homepage vom Haus der Kunst in München zu finden. Die Ausstellung „Innenleben“ ist als Audiorundgang verfügbar. Ähnlich dem Audioguide im ‚realen‘ Museum können passend zu einzelnen Werken Erläuterungen angehört werden.

Screenshot: Der Audiorundgang durch das Haus der Kunst

Noch häufiger kann man auch die Einzelstücke ganzer Sammlungen der Museen betrachten, die dann, ausgenommen ihrer Zuschreibung und Datierung, meist nicht weiter kommentiert werden. Das Rijksmuseum in Amsterdam, zum Beispiel, zeigt verschiedene Werke in seiner eigenen App.

Online Vernissage

Die Pasinger Fabrik hat in der aktuellen Situation zur Kamera gegriffen und ‚veranstaltete‘ eine „Virtuelle Vernissage“ ihrer Ausstellung zu Patrick Peer Ueberfeldt. In einem eher amateurhaft anmutenden YouTube-Video führt Kurator Stefan-Maria Mittendorf zunächst in die Thematik ein und schließlich durch die Ausstellung. Echte Fans bekommen viele Zusatzinformationen. Das eigentliche Betrachten der Werke bleibt dabei allerdings größenteils auf der Strecke.

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Die „Virtuelle Vernissage“ der Pasinger Fabrik ermöglicht den Zugang zu Kunst (Video: Pasinger Fabrik)

Das Münchner Lenbachhaus hat zur Eröffnung der Ausstellung „Sheila Gowda. It.. Matters“ auf der Website unter anderem eine Einführung der Kuratorin und Interviews mit der Künstlerin veröffentlicht. Einzelne Werke der Künstlerin Sheila Gowda sind als Fotografien auf der Seite einsehbar.

Virtuelles Museum

Die Krönung des virtuellen Museumsbesuches bilden schließlich diejenigen Museen, die es mithilfe von Virtual Reality ermöglichen, die Ausstellungen hautnah zu erleben – und das von der Sicherheit der heimischen vier Wände aus. Im letzten Jahr gab es das bei der Alten Pinakothek in München: Die Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ konnte man sowohl in den Hallen der Pinakothek als auch über das Smartphone ansehen. Während aber die tatsächliche Ausstellung von der folgenden abgelöst wurde, lässt sie sich in der virtuellen Realität über die Google Arts & Culture App immer noch aufrufen.

Und nicht nur in der Alten Pinakothek – über den Erdball verteilt nehmen verschiedene Museen diese Möglichkeit war, um ihre Schätze virtuell zugänglich zu machen. Häufig sind diese Ausstellungen recht kurz, eine angenehme Abwechslung sind sie aber allemal. Was es natürlich dazu braucht ist eine VR-Brille, die lässt sich jedoch schon für wenig Geld erwerben.

Museumsbesuche in die Virtual Reality, Online, ins Netz zu verlagern, ist eine Reaktion auf die momentane Lage. Ersetzen können diese Möglichkeiten die ruhigen Nachmittage in verschlafenen Kunstgalerien sicher nicht, aber für eine Zeit lässt sich das Bedürfnis nach Kunst zumindest ein wenig stillen.