Rollstuhlbasketball - Pokal

Final Four in München

/ / Bild: Christian Kolb / Galerie Kistenblick

Eine riesen Enttäuschung hinter sich, dass Highlight der Vereinsgeschichte vor der Brust und eine unmöglich scheinende Aufgabe zu bewältigen. Langweilig waren die letzten Wochen für die Spieler der München Iguanas ohnehin nicht, jetzt steht das Sahnehäubchen an:

Historische Wochen

„Das größte deutsche Wochenende unserer Sportart“, ist das Final Four im DRS Pokal für Iguanas Trainer Benni Ryklin. Es kommt in einer Phase, bei der man denken würde, dass es größer eigentlich gar nicht mehr gehen könnte für die Leguane. Erstmals in ihrer sechsjährigen Vereinsgeschichte hatte sich die Mannschaft von Ryklin für die Playoffs der Bundesliga qualifiziert und war dort auf die denkbar bitterste und dramatischte Art und Weise gegen die favorisierten Hamburger ausgeschieden.

Kim Robins: Der Australier explodierte in Spiel 1 der Playoffserie gegen Hamburg und sorgte mit 37 Punkten für den Sieg. Bild: Christian Kolb / Galerie Kistenblick.

Keine Zeit für Trübsal

Es wäre ein seriöses Ende für eine turbulente aber auch zufriedenstellende Saison gewesen. Doch nun steht eben dieses noch mächtigere Highlight an, das Final Four im Pokal, das die Iguanas in der heimischen Säbener Halle ausrichten. Zu tief konnten lethargische Gefühle gar nicht in Gemütslage der Spieler einsickern, zu groß ist die Vorfreude auf das Event. Auch wenn dass gleichzeitig Vorfreude ist auf ein Spiel gegen einen übermächtig scheinenden Gegner.

Der Favorit

Amtierender Meister und Champions Cup Sieger (höchster europäischer Wettbewerb für Vereine) und ohne Niederlage durch die komplette aktuelle Saison. Gespickt mit Weltklasse auf jeder Position sind die Thuringia Bulls das Maß aller Dinge im Rollstuhlbasketball. Der Durchschnittsabstand mit dem die Bulls in dieser Bundesligasaison ihre Siege feierten beträgt über 44 Punkte. Ein Traumlos für das Halbfinale sieht anders aus.

Kim Robins, Laura Fürst und Mannschaftskameraden zeigten diese Saison in beiden Spielen gegen die Bulls eine starke Leistung, verloren allerdings dennoch. Bild: Franziska Möller.

Die Chance

Doch es gibt Gründe die zu zartem Münchner Optimismus berechtigen, mal abegsehen von der auch im Basketball abgedroschenen Phrase: „Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze“. Die Münchner sind durch die Playoffs im Spielrhythmus, die Bulls seit Ende der Spielzeit ohne Einsatz. Als erster Platz sind sie direkt für das Halbfinale qualifiziert, haben die erste Playoffrunde ausgelassen. Aus den daraus möglicherweise resultierenden Startschwierigkeiten Kapital zu schlagen und danach mit der Halle im Rücken unbeschwert aufzuspielen, ist das wahrscheinlichste Szenario, an dessen Ende eine Finalteilnahme der Münchner steht.

Die anderen beiden

Sind die Doneck Dolphins Trier und der RSV Lahn-Dill. Letzter ist wohl der einzige Verein in Deutschland, bei dem ein Sieg nicht einer riesen Sensation gleichkommen würde. Der Rekordmeister ist gespickt mit deutschen und internationalen Ausnahmekönnern und hat letztes Jahr im Final Four die Bulls mit einem Punkt Unterschied nach Verlängerung ausgeschalten. Auf dem Weg zur Titelverteidigung hat Lahn-Dill die vielleicht am unbequemsten zu spielende Mannschaft der Republik zu schlagen. Die Doneck Dolphins Trier haben mit Dirk Passiwan den Topscorer der Liga in ihren Reihen und mit Diana Dadzite die gefährlichste Frau. Berüchtigt sind die Rheinländer allerdings noch mehr für ihre starke Physis und daraus resultierender Arbeit in der Defensive.

Lahn-Dill gewann den Pokal vergangene Saison zum 14. Mal. Bild: Uli Gasper.

Es ist die Elite des deutschen Rollstuhlbasketballs, die sich am Samstag und Sonntag in der Säbener Halle trifft, die Iguanas sind dabei. Zumindest angekommen im Kreis der besten deutschen Mannschaft, das hat diese Spielzeit gezeigt. Das Sahnehäubchen haben die Leguane durch das Final Four in eigener Halle sicher, eine Kirsche noch darauf ist nicht ausgeschlossen.

Spielplan

Samstag 15:00: Doneck Dolphins Trier gegen RSV Lahn-Dill
Samstag 18:00: RBB München Iguanas gegen Thuringia Bulls
Sonntag 15:00: Finale