Das Ding aus dem Sumpf im Interview

Songs, die fürs Leben halten

/ / Bild: M94.5 / Michael Goder

Zwischen Videodrehs und Poetry Slams auch noch eine Dissertation schreiben – das muss man erstmal hinbekommen. Stefan Mühlbauer macht Hip-Hop und steckt hinter dem Pseudonym „Das Ding aus dem Sumpf“. Im M94.5-Interview erzählt er, wozu er ein Klitorismassagegerät benutzt.

„Das Ding ausm Sumpf“ im M94.5-Interview

Wie würdest du denn selber so deinen Sound beschreiben?

Aus meiner Sicht ist die Sache völlig klar: Ich mache Hip-Hop, wie er im Buche steht. Jetzt gibt’s bloß viele Bücher, die Hip-Hop irgendwie anders definieren. Ich schreibe Texte, rappe und bin aber nicht so richtig Hip-Hop versessen, sondern habe einfach sau gerne auch andere Musikeinflüsse drinnen. Deswegen könnte es vielleicht so ein bisschen schwammiger werden, aber irgendwie ist es Hip-Hop. Ich hab auch schon mal gehört: Es ist Hip-Hop für Leute, die keinen Hip-Hop hören. Aber, was sind das dann für Leute?

Du hast ja auch eine Gesangsausbildung gemacht. Wie wirkt sich das denn dann auf deinen Rap aus?

Operngesang und Rap ist dann doch ziemlich weit auseinander. Aber worauf es sich auf jeden Fall auswirkt, ist die Art und Weise, wie ich mich stimmlich auf Gigs vorbereite. Da guckt mich jeder dann ziemlich entfremdet an und denkt sich: „Oida, was machst denn du da.“ Zum Beispiel arbeite ich wahnsinnig gerne mit Klitorismassagegeräten, um meine Gesangsmuskulatur zu lockern – das funktioniert wahnsinnig gut. Man könnte auch eine elektrische Zahnbürste nehmen, aber da hält der Akku nicht so richtig gut, das habe ich auch schon mal ausprobiert. Oder Vibratoren, ganz herkömmliche, aber die sehen dann noch stranger aus, wenn man sie sich ins Gesicht hält.

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Das Ding ausm Sumpf – „Cool, uncool und wie man sich fühlt“

Interessante Technik! Letztes Jahr, da hast du im Vereinsheim in Schwabing gespielt und hast aus den Kommentaren, die die Zuschauer abgegeben haben, dann spontan einen Song gemacht. Klingt so ein bisschen nach Improtheater. So einen Song, würdest du den dann auch auf ein Album packen, wenn der rauskommen würde?

Also, tatsächlich für ein Album wäre es gar nichts für mich. Auf dem Album möchte ich irgendwie Songs machen, die für mich, für mein ganzes Leben halten sollen. Das ist irgendwie so mein Wunsch oder mein Anspruch und so ’ne Improvisation ist ja irgendwie wie Schreiben im Sand – da geht es nur um den Moment. Das ist ja auch das Coole am Improvisieren, dass man es unter Umständen wirklich schafft, im Moment zu sein.

Auf Instagram da hast du stehen, dass du dich als Forscher bezeichnest. Ist denn die Forschung was, was dich privat interessiert? Ist das eine Leidenschaft von dir?

Zum einen war ich jetzt tatsächlich beruflich Forscher an der Universität und habe geforscht und Artikel und eine Doktorarbeit geschrieben. Jetzt so nach dieser ganzen Zeit würde ich sagen, man ist sehr schnell Forscher. Auch im Alltag wenn man sich Fragen stellt und versucht sie zu beantworten und dann entscheidet man oft in der Methodik oder der grundlegenden Weltanschauung. Aber so privat oder beruflich: Forscher, ja ziemlich.