German Darts Grand Prix - Tag 3
Darts Showdown in München
Wenn sich zwei Streiten freut sich der (Weltranglisten)-15! Aufgrund vieler Favoriten-Schocks konnte sich Nathan Aspinall seinen 4. Titel auf der European Tour sichern.
Am finalen Tag des Dart Grand Prix durften die Münchener Dart-Liebhaber:innen tolle Averages, spannende Spiele und einen würdigen Turniersieger miterleben. Der dritte Tag des German Darts Grand Prix stand an.
Deutschland enttäuscht erneut
Wieder kein Deutscher im Viertelfinale! Wie bereits im vergangenen Jahr musste das Publikum die letzten Acht ohne einen der ihrigen erleben. Immerhin hatten es zwei deutsche Spieler in die Nachmittags Session des finalen Spieltags geschafft: Nico Springer und Martin Schindler. Insbesondere große Hoffnung lag auf dem „Meenzer Bub“ Nico Springer, der am Ostersonntag noch in überragender Manier van Gerwen schlagen konnte, und am Montag auf Michael Smith traf. Der deutsche fand aber in kleinster Weise zu seiner Form, wie noch gegen van Gerwen. Springer kam gegen den „Bully Boy“ nicht über einen Average von 87 hinaus. Hätte Michael Smith nicht zu Beginn einige Darts auf Doppel verpasst, hätte eine noch klarere Niederlage als das 4:6 für Springen drohen können.
Fast ähnlich enttäuschend präsentierte sich die Deutsche Nummer Eins, Martin Schindler. Mit einem 83er Average von Schindler reichte dem späteren Sieger Nathan Aspinall eine solide Performance um sich „The Wall“ vom Hals zu halten. Mit einem bitteren 2:6 musste sich somit der letzte Deutsche aus dem Turnier in München verabschieden.
Hawkeye – ein Held der seine Ziele trifft
Ja sind wir den hier in einem Superheldenfilm? Nein das ist nicht Marvel – das ist echt! Bloß, das hier nicht die Ziele mit Bogen pfeilen sondern Dart Pfeilen mit höchster Präzision getroffen wurden! Kevin Doets wurde seinem Nickname „Hawkeye“ im höchsten Maß gerecht. Am Montag Nachmittag gelang es Doets im rein niederländischen Achtelfinal-Duell gegen Dirk van Duijvenbode in elf Legs wahnsinnige zehn (!) 180er zu werfen. Zwischenzeitlich mussten sich die Fans in der Halle wirklich denken, ob der 28-jährige die tripple Zwanzig überhaupt verfehlen kann. Mithilfe dieser immensen Scoring Power konnte sich Doets 6:5 durchsetzen und sich seinen Platz in den letzten Acht erkämpfen.
Hawkeye beeindruckte somit auch das Publikum mit den höchsten Average des Turniers von 107,7! Was ein Spiel! Die Fans kamen eigentlich zu keiner Gelegenheit mehr, ihre 180er Schilder wieder nach unten zu legen! Durch sein besonderes Gefühl auf das 20er Segment konnte der Niederländer sein erstes European Tour Halbfinale erreichen. Für den ganz großen fehlte es allerdings an Konstanz. Am Abend vom Ostermontag konnte jemand anderes brillieren.
Die Natter beißt zu
Spätestens nach der Niederlage eines weiteren Favoriten auf den Titel am Nachmittag mit Josh Rock, er verlor 5:6 gegen Zonneveld, war klar: Ein Spieler mit dem zu Beginn des Turniers nicht gerechnet wurde, wird das große Favoritensterben für sich nutzen können. Und genau hier hat „The Asp“ zugebissen! Der Engländer überzeugte mit einer unglaublichen Konstanz über den kompletten Final Tag bei dem German Grand Prix. Auch nach dem Sieg über Martin Schindler konnte ihn eine weitere Überraschung des Turniers mit Andrew Gilding nicht genug fordern. Ein ungefährdetes 6:4 führte den Engländer in das Münchner Halbfinale. Dort traf Nathan Aspinall auf den bis dahin so stark aufspielenden Kevin Doets. Es wurde wieder ein Match erwartet, wo der Niederländer mit vielen 180ern „The Asp“ gefährlich werden könnte. In absoluter Top-Spieler Manier drehte der Engländer den Spieß um. Jetzt war es Kevin Doets der eine 180 nach der anderen von seinem Gegner ins Board fliegen sehen musste. Am Ende warf Nathan Aspinall sechs Mal das Maximum und kam mit einem Average von 106 nah an den Rekord seines Kontrahenten. Auch im Finale ließ sich der Engländer von Danny Noppert unbeeindruckt. Der Niederländer stand bereits zum vierten Mal in einem European Tour Endspiel. Allerdings ohne ein einziges davon erfolgreich bestritten zu haben. Auch an diesem Abend sollte sich das nicht ändern. Danny Noppert verfehlte mit 12 Fehlwürfeln das Doppel ein paar Mal zu oft. Das nutzte die Natter erbarmungslos und gewann das Endspiel 8:5! Der vierte Titel auf der European Tour und der erste Triumph in München für Nathan Aspinall!