Dürre 2026
SO WENIGE NIEDERSCHLÄGE WIE NOCH NIE – JETZT KOMMT DIE DÜRRE
Das Frühjahr 2026 hat in Bayern einen Rekord Regenmangel seit Aufzeichnungsbeginn mit
sich gebracht. Gefolgt von der aktuellen Hitzewelle, könnten auch in Bayern diesen
Sommer die Auswirkungen zu spüren sein.
Eine kurzen Überblick zu der aktuellen Situation in Bayern, gibt es als Beitrag im folgenden Audio von Hendrik Thielebein:
Aufgrund der geringen Niederschläge und dem warmen Wetter seit Beginn des Jahres, sind in
einigen Regionen Bayerns die Grundwasserspiegel und Wasserspeicher bereits jetzt niedrig
und noch weiter am sinken.
Grundsätzlich ist Bayern ein wasserreiches Bundesland. Gerade in Südbayern kommt es
aufgrund der Alpen zu häufigen Niederschlägen. Aber in diesem Jahr kommt es auch in
Regionen, von denen man es nicht erwarten würde, vor, dass der Grundwasserspiegel sinkt.
Bereits in den letzten Jahren kam es zu immer häufigeren extremen Wettersituationen. Längere
Trockenphasen, hohe Temperaturen und extreme Regenereignisse, wie sie auch momentan
wieder auftreten. Die angesprochenen Regenfälle helfen aber nur gering den
Grundwasserspiegel wieder aufzufüllen, da so intensiver Regen nur bedingt versickern kann.
Um diesen Temperaturen und dem Wassermangel zum Teil entgegenzuwirken, rufen bereits
jetzt schon einige Gemeinden dazu auf, sparsamer mit dem Wasser umzugehen.
Auswirkungen auf die Natur
Die vorher angesprochenen Probleme, darunter vor allem der sinkende Grundwasserspiegel,
wirken sich folglich negativ auf die Vegetation aus. Pflanzen und Bäume bekommen zu wenig
Wasser.
Besonders davon betroffen ist auch die Landwirtschaft. Da sie stark abhängig vom Wasser ist,
wird die Bewässerung deutlich aufwendiger. Zudem sorgen diese Umstände langfristig für
immer trocknere Böden, im schlimmsten Fall sogar für eine Versandung von Böden.
Genau diese Veränderungen der Böden sind klare Merkmale einer Bodendegradierung, unter
anderem auch bedingt durch den Klimawandel.

Exkursion: Bodendegradierung
Der Begriff Bodendegradierung beschreibt, dass Böden ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Sie
werden sehr trocken, sind kaum noch nutzbar und verlieren somit zum Teil ihre ökologischen
und ökonomischen Funktionen. Kurz gesagt geht die Produktivität der Vegetation zurück.
In seiner Extremform kann eine Bodendegradierung auch zu einer Desertifikation führen. Diese
Gebiete sind besonders betroffen von Prozessen der Bodenerosion, Versalzung und dem
daraus folgenden Verlust von biologischer Vielfalt, es geht also fruchtbarer Boden verloren.
Auslöser für diese Prozesse sind meistens sowohl natürliche als auch menschliche Faktoren.
Darunter auch der Klimawandel, der eine starke Verbindung zum Thema Desertifikation, und
auch der Bodendegradierung aufweist. Menschliche Faktoren sind zum Beispiel eine Änderung in
der Landnutzung, Entwaldung und Urbanisierung. Auch Armut und Überbevölkerung haben
einen enormen Einfluss auf diese Prozesse.
Zudem entsteht eine Art Teufelskreis. Durch steigende Temperaturen und geringere
Niederschläge kommt es immer häufiger zu Dürren. Dadurch werden die Böden und die
Vegetation beeinträchtigt, was wiederum dazu beitragen kann, dass der Klimawandel
beschleunigt wird.
Desertifikation weltweit
Weltweit sind vor allem aride Regionen, also Regionen, in denen mehr Wasser verdunstet als
es regnet, von Desertifikation betroffen. Anders gesagt also hohe Temperaturen und geringe
Niederschläge. Darunter vor allem auch Regionen, die an Wüsten angrenzen. Vor allem
betroffen sind Teile Afrikas, Arabiens und Asiens.
Insgesamt machen etwa 40% der Erdoberfläche aride Regionen aus. Nach UN-Angaben sind
somit zirka 1,5 Milliarden Menschen in 169 Ländern betroffen.
Auch Europa ist mittlerweile von solchen Prozessen betroffen. Darunter besonders Länder in
Südeuropa und am Mittelmeer. Eines von ihnen ist zum Beispiel Spanien, das zunehmend mit
Desertifikation und Wüstenbildung zu kämpfen hat. Aktuell sind etwa 40% Spaniens von
solchen Prozessen betroffen, diese Zahl ist aber stark steigend. Inzwischen sind auch Teile
Mitteleuropas zunehmend betroffen.

Auswirkungen auf Deutschland
Auch wenn die Auswirkungen in Deutschland nicht ganz so extrem wie im Vergleich zu anderen
Ländern und Regionen der Welt sind, merkt man auch hier immer mehr Veränderungen.
Besonders die Versandung von Böden, also Bodendegradierungsprozesse, werden auch hier immer mehr zum Problem.
Dabei haben auch bei uns die Art und Weise, wie wir den Boden nutzen und wie wir mit unseren
Ressourcen umgehen, maßgeblich Einfluss auf diese Prozesse. Entwaldung,
Wasserverschwendung, Urbanisierung und Übernutzung durch die Landwirtschaft sind bei uns
treibende Faktoren.
Dabei ist Süddeutschland, und somit auch Bayern, eine der betroffenen Regionen. Dort sind vor
allem Hanglagen und städtische Ballungsgebiete betroffen. Besonders Bayern ist, aufgrund des
angesprochenen Wetters, dieses Jahr betroffen.
Es lässt sich also festhalten, dass auch bei uns die Fruchtbarkeit des Bodens bedroht ist. So
können Auswirkungen von Wetterextremen etwa schlechte Ernten und Verlust von fruchtbarem
Boden sein. Gesellschaftlich stellt dies ein großes Problem dar, denn wir sind auf die Natur und auf die Landwirtschaft angewiesen.
Durch den fortlaufenden Klimawandel und damit verbundenen immer häufiger werdenden
Wetterextremen sowie Dürreperioden werden diese Themen in den nächsten Jahren wohl noch
häufiger Teil öffentlicher Diskurse.
Aussicht auf das Jahr
Auch die Seen in Bayern, vor allem im Süden, führen aktuell wenig Wasser. Um die Füllstände
dieser Wasserspeicher und des Grundwassers im Allgemeinen wieder auf einen normalen
Stand zu bringen, bräuchte es mehrere Tage landesweiten Regen. Prognosen rechnen damit
allerdings erst für das spätere Viertel des Jahres.
Selbst wenn die Wasserstände diesen Sommer aber niedriger sind, kann auch der Einzelne
einen Beitrag leisten. Das Gießen im Garten, die Autowäsche oder schon ein Bad in der
Badewanne, all dies nimmt enorm viel Wasser in Anspruch. Eben weil Wasser so wertvoll ist, sollte man daher selbst auch darauf achten, Wasser sparsam oder zumindest umsichtig zu nutzen, auch wenn der Mensch und die Vegetation im Sommer natürlich mehr Wasser benötigen.
Was lässt sich tun…
Um diesen Prozessen entgegenzuwirken, gibt es auch bei uns eine Vielzahl an Maßnahmen.
Oftmals reichen schon Vorgaben oder eine Änderung der Verhaltensweisen aus, um die
Situation langfristig zu verändern oder eine Verbesserung herbeizuführen.
Maßnahmen sind unter anderem Aufforstung oder das Anlegen von Vegetation, um Wind und
Wasser zu stoppen oder die richtige Bewirtschaftung von Land durch zum Beispiel einen
Fruchtwechsel, also einem jährlichen Pflanzenwechsel auf den Feldern. Beide Maßnahmen
sind nur ein kleiner Teil von Vielen, tragen aber schon drastisch zum Schutz von fruchtbaren Böden bei und können die Bodenqualität so langfristig sichern.