bugsy im Interview

Vom Mut, Emotionen zu zeigen

/ / Bild: Kathy Callahan

Indie-Rock mit Emotionen: bugsy kommen aus Minneapolis und zählen zu den Aufsteiger:innen ihrer Region – trotz ihrer recht kurzer Bandgeschichte. Im M94.5 Interview erzählen sie, was sie Gutes aus der Pandemie schöpfen, woher sie den Mut nehmen emotionale Texte zu veröffentlichen und was sie für ihr erstes Album geplant haben.

Das Gute im Schlechten sehen

Für viele Bands weltweit ist Corona ein regelrechter Schlag ins Gesicht: Keine Live-Auftritte mehr, das heißt für viele auch kein Einkommen und zusätzlich leidet die Kreativität unter dem monotonen Lockdown-Alltag. Emily Schoonover singt und spielt Gitarre bei bugsy und erzählt im Interview, dass die Band aus dieser Zeit auch Positives schöpfen konnte. Seit der Pandemie arbeitet Emily intensiver am Marketing und am Social Media-Auftritt der Band, was die Popularität von bugsy gesteigert hat.

Doch wie bleibt die Band in diesen Zeiten kreativ? bugsy versuchen, sich während der Pandemie stärker auf einzelne Songs zu konzentrieren. Und auch hier hatte Corona wieder sein Gutes: Die Band konnte ganz befreit an ihren Songs arbeiten – ohne jeglichen Druck, wer wie auf die Songs reagieren könnte. So war Corona für sie also eine Art Befreiungsschlag, um ihre Musik so umzusetzen, wie sie es wirklich wollten. Die Musik von bugsy hat sich aus der Perspektive der Band durch die Pandemie auch verändert. Nicht zuletzt, weil Emily auch mehr Zeit hatte, komplexere Songs zu schreiben. Trotzdem hätte der Band ein Leben ohne Corona natürlich besser gefallen:

But I also wish the pandemic hadn’t happened, because shows just are huge weighted to get your name out there and one of the biggest ways artists make money.

Emily Schoonover (Gesang / Gitarre) von bugsy
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Die aktuelle Single „overwhelming“ von bugsy

Mut zur Verwundbarkeit

Auch wenn der Titel ungeplant sehr gut auf die aktuelle Welt-Situation passt: Die neue Single „overwhelming“ von bugsy handelt nicht von der Pandemie. Emily schreibt hauptsächlich alleine die Lyrics und singt hier über eine frühere Beziehung. Den Text formulierte Emily ganz bewusst sehr vage, da Emily nicht wollte, dass die Person, von der die Lyrics handeln, über den Song Bescheid weiß. Wie der Text zeigt, lässt Emily sich oft von Alltagssituationen inspirieren. Dabei verwendet Emily oft Phrasen aus dem eigenen Tagebuch.

Doch nicht nur „overwhelming“ handelt von sehr persönlichen Themen, auch die anderen Songs von bugsy, wie zum Beispiel „hard to breathe“, sind inhaltlich sehr emotional und machen die Band, insbesondere Emily, sehr verwundbar. Das fällt Emily nicht immer leicht:

It’s very scary. And most of the time, I, like, almost change every lyric before we record. Or, like, I’m like: „Maybe, we shouldn’t release it.“ But for the most part, I get support and encouragement and strength and bravery from my bandmates.

Emily Schoonover (Gesang / Gitarre) von bugsy

Die Band hält also zusammen, komme was wolle. Das zeigt sich nicht nur in der Pandemie oder bei den Songtexten. Musikalisch bringen sich alle Bandmitglieder ein und ziehen dabei an einem Strang, strittige Diskussionen gibt es in der Band kaum.

bugsy / Bild: Kathy Callahan

Neue Klänge in der Pipeline

Nachdem bugsy bisher einige Singels und EPs rausgebracht haben, arbeiten sie aktuell an ihrem ersten Album. Ein genaues Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest, die Band rechnet etwa mit Mitte oder Ende diesen Jahres. Fans dürfen sich hier auch auf neue Klänge freuen, da die Band beispielsweise mit für sie neuen Instrumenten, wie Harfen oder Violinen, experimentiert. bugsy will sich in ihrem neuen Album noch mehr ausprobieren – Fans dürfen gespannt sein.