SPIELART

„21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden“

/ / Foto: © Andreas Etter

„Was haben Sie mit 21 gemacht?“ Diese Frage beantworten 99 Menschen in Mats Staubs Video-Installation „21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden“.

„Was haben Sie mit 21 gemacht?“

99 Menschen verschiedener Altersgruppen, aus verschiedenen Ländern und mit allen möglichen Hintergründen. In sieben Jahren hat der Schweizer Künstler Mats Staub ihre Geschichten gesammelt: Es wird vom Krieg erzählt, von Liebesbriefen an die Front, von Party- und Drogen-Eskapaden in den 70er und 80er Jahren, von Religion, von politischem Aktivismus und Rebellion, von den Eltern und von ersten eigenen Kindern.

Der eigenen Geschichte zuhören

Das Besondere: In „21“ beobachtet der Besucher, wie die ProtagonistInnen ihrer eigenen Geschichte lauschen. Mats Staub nahm nämlich zunächst nur eine Tonspur auf. Drei Monate später besuchte er die Teilnehmenden erneut, spielte ihnen die Aufnahme vor und filmte dabei die Reaktionen auf ihren Gesichtern.

Es wird gelacht und geweint, genickt und mit dem Kopf geschüttelt, eingeatmet und ausgeatmet. Mats Staub will zeigen, wie sich Weltgeschichte im Leben der Einzelnen widerspiegelt und es gelingt ihm auf intimste Weise.

21– Memories of growing up / Mats Staub
Mats Staubs Videoinstallation „21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden“.

Starke Geschichten, triste Aufmachung

Für einen einzelnen Museumsbesuch sind 99 Video-Portraits allerdings zu viel. Und die Gestaltung der Ausstellung lädt nicht zur gemütlichen Erzählstunde ein: Im kühlen Betonbau des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst sind die Monitore nebeneinander aufgereiht, vor ihnen provisorisch wirkende Hocker mit zu laut eingestellten Kopfhörern. Dieser Minimalismus des Ambiente zwingt jeder Lebensgeschichte eine gewisse Traurigkeit auf.

Die Ausstellung „21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden“ läuft bis zum 03.11.2019 im Rahmen des SPIELART Festivals im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst. Das Festival zeigt mit „Death and Birth in my Life“ noch eine zweite Videoinstallation von Mats Staub.