Vorlesungsfreie Zeit! Das bedeutet: Endlich Pause, mehr Freizeit für Freund:innen oder für Reisen… oder für die Vorbereitung auf eine Klausur. Viele müssen auch eine Hausarbeit schreiben. Um eine gute Note zu kriegen, soll man viele wissenschaftliche Texte lesen (und bei Seminararbeiten ist es sogar notwendig!). Aber wie lese ich sie richtig? Wir haben ein paar Techniken und Tipps!
Die richtige Vorbereitung
Manche fangen sofort mit dem Lesen an, aber eine gute Vorbereitung ist auch ein wichtiger und vor allem hilfreicher Schritt.
Zuerst ist es wichtig, sich einen groben Überblick über den Text zu verschaffen und dafür den Text zu überfliegen. Dabei achtet man auf die Struktur: Abstract, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Schluss und weitere Teile. Das kann das Verstehen einfacher machen, sagt Iris Komarek. Sie ist Lerncoach und Lernbegleiterin im mindSYSTEMS – ein Unternehmen, das Lerncoaches ausbildet.
Weil das Gehirn einfach Anknüpfungspunkte braucht, damit sie Informationen einfach gut abspeichern kann. Und beim ersten Überfliegen kriegt eben das Gehirn schon mal so einen ersten Eindruck, um was geht es denn überhaupt.
Iris Komarek im Interview mit M94.5
Danach ist es wichtig, Fragen an den Text zu formulieren. Zum Beispiel, womit beschäftigt sich dieser Artikel? Welche Studien kommen vor? Zu welchen Ergebnissen kamen die Autor:innen?
Hilfreich kann auch sein, wenn man sein Vorwissen aktiviert. Ihr könnt euch beispielsweise fragen, was ihr zum Thema schon wisst und von diesem Text noch lernen wollt.
Apropos: In einem Abstract wird der Text kurz zusammengefasst, deshalb lohnt es sich auch, sich am Anfang noch ein paar Minuten zu nehmen und es zu lesen.
Richtig Lesen
Nach der Vorbereitung kann man endlich mit dem Lesen anfangen.
Dabei soll man aber nicht nur passiv lesen, sondern Notizen machen und Textstellen markieren. Passt dabei auf die Schlüsselbegriffe und Kernaussagen auf. Macht gerne auch Randnotizen: Worum geht’s in diesem Abschnitt? Was ist die inhaltliche Kernaussage? Oder welche Funktion hat dieser Absatz? Ist es ein Beispiel, eine Schlussfolgerung oder etwas anderes?
Außerdem wichtig: Wenn ihr etwas nicht versteht, zum Beispiel, einen Begriff oder einen Konzept, recherchiert sofort dazu und macht das nicht am Ende. So versteht ihr die Literatur besser.
Es kann auch helfen, wenn ihr euch kritisch mit dem Text auseinandersetzt. Notiert die Fragen, die ihr an den Text habt. Schreibt auch gerne eure Kommentare zu ihm auf. Das können zum Beispiel zustimmende oder kritische Anmerkungen sein oder eigene Überlegungen.
Außerdem wichtig: Wenn ihr solche Literatur lest, dann müsst ihr sehr konzentriert sein. Wenn ihr aber merkt, dass ihr das nicht mehr könnt, lohnt es sich, eine Pause zu machen.
Abschluss
Am Ende sollte man alles mit eigenen Worten kurz und ganz einfach zusammenfassen. Schaut dafür nochmal alle eure Notizen, Markierungen und Aufzeichnungen. Trennt dabei eure eigenen Gedanken und die Aussagen in der Literatur.
Versucht auch, Zusammenhänge mit eigenem Vorwissen zu finden. Fragt euch auch, wie ihr dieses Wissen weiter nutzen könnt, zum Beispiel für eure Hausarbeit. Vielleicht könnt ihr auch versuchen, eure eigene Stellung zu ihm zu nehmen!
Ihr solltet auch die Fragen beantworten, die ihr bei der Vorbereitung gestellt habt. Könnt ihr alle Antworten finden?
Hilfreich ist auch, das Gelesene mit jemanden zu besprechen. Ihr könnt auch versuchen, den Text jemanden zu erklären!
Wenn ihr mit wissenschaftlichen Texten arbeitet, könnt ihr gerne euer neues Wissen in einem Mindmap strukturieren und/oder auch gleich mit ihren alten Kenntnissen verknüpfen.
Das ist vielleicht nicht so einfach, wie es auf dem ersten Blick scheint. Aber so seht ihr, ob ihr den Inhalt wirklich verstanden habt.
Nutzung von KI
Viele (wenn nicht alle) haben schon KI genutzt, um wissenschaftliche Texte besser zu verstehen. Dafür gibt es auch ein paar Tipps, wie man das effektiver machen kann.
Man soll KI auf jeden Fall nicht darum bitten, einen Text zusammenzufassen. Dabei kann sie Fehler machen und ihr werdet falsche Informationen lernen. Dadurch kann man außerdem dieses Verstehen von Fachliteratur nicht fördern und nicht trainieren.
Stattdessen aber könnt ihr von ihr komplizierte Konzepte oder Textabschnitte in anderen Worten erklären lassen. Es ist auch toll, wenn man zum Schluss KI bittet, für euch Fragen zum Text zu formulieren, sagt Iris Komarek.
Eine leichte, eine mittlere, eine schwere und dann antworte ich und dann bitte ich auch KI um ein Feedback. Sind denn meine Antworten okay so oder was würdest du mir empfehlen, wo könnte ich noch genauer werden oder vielleicht ein bisschen präziser werden?
Iris Komarek im Interview für M94.5
Iris Komarek sagt auch, KI sei ein super Lernpartner.
Dieses Vorgehen kann am Anfang zu schwer scheinen, aber solche Schritte helfen euch, eure wissenschaftliche Texte besser zu verstehen, Zeit zu sparen und euch das Gelernte für längere Zeit zu merken!