Die Höchste Eisenbahn im Interview

Noch lange nicht leer!

/ / Bild: Anna Weiß

Seit sie letzten August ihr drittes Album „Ich glaub dir alles“ herausgebracht haben, beweisen Die Höchste Eisenbahn mit ihrer aktuellen Albumtour, wie gut die neuen Songs live funktionieren. Wir haben kurz vor der Albumveröffentlichung die beiden Sänger Moritz und Francesco auf dem Southside Festival zum Interview getroffen und erfahren, wie die Platte entstanden ist, was die Eisenbahn in Fahrt hält und warum Mumford & Sons auf Moritz sauer sein könnten.

Die Höchste Eisenbahn im Interview mit Anna Weiß

Im Interview mit Die Höchste Eisenbahn könnte man als Fragensteller schon mal aus dem Konzept kommen, so oft wie Moritz und Francesco verschmitzt mit Gegenfragen entwaffnen. Allerdings unterbrechen sie einander mindestens genauso häufig, also scheint der schlagfertige Austausch wohl einfach zur Bandkultur dazuzugehören. Als sie mit uns auf dem Southside Festival über ihr neues Album reden, steht ihr Auftritt auf der White Stage noch bevor und darauf hat die Band sichtlich Bock. Die Songs vom neuen Album Ich glaub dir alles live zu spielen macht den vier Lokomotivführern gerade besonders viel Spaß. Die seien noch so „frisch“, so Moritz.

„Hier kriegter auch mal zwei Euro, könnter auch mal fahren!“

Die Höchste Eisenbahn – Job
Die Höchste Eisenbahn – „Job“

Ich glaub dir alles ist die Eisenbahn anders angegangen als ihre vorherigen Alben. Ihre fertig geschriebenen Songs haben sie mit Moses Schneider als Produzent im Studio eingespielt und deswegen klingt die Platte – wie gewünscht – eben nach Moses Schneider. Weitere prominente Unterstützung kam zum Beispiel von Schauspielerin Katharina Schüttler, die für das Video zu „Job“ das Jahrmarkt-Setting vorgeschlagen und gemeinsam mit Anton Spieker im Film mitgespielt hat. Die Eisenbahn im Achterbahn-Wagon hat es ihr sichtlich gedankt.

Bild: Facebook | Die Höchste Eisenbahn

Das hätte auch anders laufen können…

Dass die vier eigenständigen Künstler von Die Höchstes Eisenbahn immer wieder in dieser Kombo zusammen finden, habe sich „irgendwann so ergeben“. Francesco meint, es hätte auch bei einer einmaligen Kollaboration bleiben können. Aber noch geht der Eisenbahn nicht der Treibstoff aus:

„Es macht uns halt total Spaß. Wir nehmen uns immer wieder vor, noch eine Platte zu machen, weil wir irgendwie noch nicht leer sind als Kollektiv.“

Dass die vier Musiker als Kollektiv noch nicht leer sind, hört man nicht nur in der Musik, das sieht man auch auf der Bühne. Herrlich unverbogen und so „frisch“ wie ihr Album Ich glaub dir alles plaudern sie mit ihrem Publikum ungeskriptet und ungefiltert, im beschaulichen Münchner Technikum wie auf der Southside-Festivalbühne. Auf die Frage, ob ihre Musik denn eigentlich festivaltauglich sei, muss Francesco erstmal überlegen, was festivaltauglich überhaupt bedeutet.

„Sobald sich genug Leute darauf einigen, dass das gerade gut ist, was hier passiert, kann man ja sagen, dass das Festivalmusik ist.“

Bei Die Höchste Eisenbahn haben sich jedenfalls mehr als genug Leute darauf geeinigt, dass das gerade gut ist, was hier passiert. Bis Ende des Jahres bleibt die Eisenbahn noch in voller Fahrt auf Deutschlandtour. Nach der Tour ist dann schließlich wieder vor der Festivalsaison und dabei ist in Sachen Star-Allüren noch Luft nach oben. Vielleicht fordert Moritz im nächsten Sommer ja ein Eisenbahneigenes Backstageklo an. Mumford & Sons würden es ihm wahrscheinlich danken.