#dollypartonchallenge

Meine vier Online-Persönlichkeiten

/ / Fotoquelle: Shutterstock

Ein neuer Meme Trend erobert mal wieder die Social Media Welt: #linkedinfacebookinstagramtinder. Diese unleserliche Aneinanderreihung, steht für eine Collage von den vier verschiedenen Profilbildern, die man eben auf Linked In, Facebook, Instagram und Tinder hochlädt. Das dient aber nicht ausschließlich der schamlosen Selbstdarstellung, sondern birgt eine unerwartete Möglichkeit die eigenen Online Persönlichkeiten zu reflektieren.

Von wegen Senioren und Social Media passen nicht zusammen. Dolly Parton hat sich vergangenen Dienstag als immer noch medienwirksam präsentiert und es tatsächlich geschafft eine virale Meme-Challenge loszutreten. Zwar würde sie sich selbst bestimmt nie als Seniorin bezeichnen, aber der sozio-medialen Kritik ihres Twitterposts sieht man das Alter auch nicht an.

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Ihre Überschrift „Get you a woman that can do it all“ ist dabei entweder eine Anspielung an die vielen gesellschaftlichen Rollen, die Frauen (und Männer) heutzutage erfüllen müssen oder schamlose Eigenwerbung. So oder so hat Dolly Partons „Profilbild-Persiflage“ die US Prominenz inspiriert, ihren Online Auftritt ebenfalls einzuordnen, in Anlehnung an die heute relevanten Online-Plattformen LinkedIn, Facebook, Instagram und Tinder. Wie genau sich Facebook sich noch in diese Liga gerettet hat, ist unklar. Aber es war immerhin für viele der Einstieg in die Darstellung der eigenen Person online.

Je nach Online Plattform präsentieren wir uns anders

Facebook war einst das populärste soziale Netzwerk, indem man sich als Person erstmalig durch einen persönlichen Steckbrief, Statusupdates und natürlich Fotos online verewigen konnte. Mittlerweile sind die Profilbilder auf Facebook alle über fünf Jahre alt und wurden von Instagram in Sachen online Selbstdarstellung schon lange übertroffen.

Instagram dient mehr zur bildlichen Darbietung des eigenen Lifestyles: Den Cappuccino im Hipster-Café, aus der Vogelperspektive oder das Ergebnis eines fünfstündigen Glamour-Shootings, als spontaner „Snap-Shot“. Auf LinkedIn wird sich dagegen professionell gegeben, im Blazer mit obligatorischer Power-Pose. Naja, und auf Tinder sexy lasziv oder Dolly Parton zufolge – im Bunny-Kostüm.

Nur ein weiterer Meme-Trend oder clevere Gesellschaftskritik?

Das das einseitig und oberflächlich wirkt, ist keine neue Kritik an den sozialen Medien. Aber diese Challenge fordert doch zumindest eine gewisse Selbstreflexion des eigenen Online Auftritts. Jede dieser Plattformen scheint eine gewisse Eigenlogik zu haben und nach dessen sozialer Erwünschtheit wird sich auch in den Posts dort gerichtet. Ein Bewertungssystem von Likes und Swipes, verstärkt diese Aufspaltung der Persönlichkeit auf verschiedene Plattform, noch zusätzlich.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob man eine einheitliche Darstellung der eigenen Person online überhaupt möchte? Die eigenen Posts sind schließlich auf eine gewisse Audience zugeschnitten, und ein Party-Bild muss dem zukünftigen Arbeitgeber auf Linked In vielleicht nicht in die Hände fallen.