Schloss Nymphenburg

Münchner Museen

Life Sciences im Schloss

/ / Schloss Nymphenburg, Bild von lapping / Pixabay

Die Exponate sind schon da, nur die Ausstellungsfläche ist bisher viel zu klein. Bayern soll ein modernes Museum für die Life Sciences bekommen.

Horden von Schülern fallen jedes Jahr in einen Seitenflügel des Nymphenburger Schlosses ein. Nach Angaben des Förderkreises Naturkundemuseum Bayern müssen vom Museum Mensch und Natur jedes Jahr 1.500 bayerische Schulklassen abgewiesen werden. Das kleine Museum ist mit seinen 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche mittlerweile viel zu klein geworden: Nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Exponate, die man eigentlich zeigen könnte.

Viele Ausstellungsstücke sind derzeit der Öffentlichkeit nicht zugänglich

Die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) verfügen über etwa 30 Millionen Exponate. Nur einen kleinen Teil der Stücke aus Anthropologie, Botanik, Geologie, Mineralogie, Paläontologie und Zoologie kann man sich momentan ansehen. Vieles davon lagert in Magazinen, weil die Ausstellungsfläche fehlt. Die Vorstandsvorsitzende des Förderkreises, Dr. Auguste von Bayern, bedauert diesen Umstand: Die Exponate sind weltberühmt und werden für die Forschung genutzt. Der Öffentlichkeit sind sie nicht zugänglich.

Die Gelegenheit für eine Neukonzeption und Erweiterung des bisherigen Museums Mensch und Natur ist günstig: Nachdem die LMU Institute an den Forschungscampus nach Martinsried verlegt hat, sind im Nordflügel des Schlosses Flächen frei geworden. 

Unterstützung von Bürgern und Politikern

Die bayerische Staatsregierung sieht die Initiative für ein Pendant zum Deutschen Museum im Bereich der Life Sciences positiv. So schreibt etwa Staatsminister Marcel Huber: „Erstens wäre eine derartige Einrichtung ideal, um junge Menschen für Naturwissenschaften und letztlich für naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Und zweitens würde das Naturkundemuseum Bayern die Umweltbildung im Freistaat bereichern. Denn je mehr wir über die komplexen Zusammenhänge in unserer Natur wissen, desto mehr sind die Menschen bereit, sich für den Erhalt unserer Schöpfung einzusetzen“.

Damit das Projekt in den nächsten Haushaltsverhandlungen auftaucht, muss allerdings klar sein, dass die Bürger ein solches Museum auch wollen. Der Förderkreis sammelt aktuell Geld und will die Anschubfinanzierung von einer Million Euro noch 2012 zusammentragen. Dabei sind nicht nur die großen Beträge gefragt, meint Dr. Auguste von Bayern: „Uns ist es wichtig, viele Leute zu gewinnen, die mit ganz kleinen Spenden helfen, denn es geht auch um die symbolische Wirkung“. Aber auch ein Like auf Facebook könne schon helfen, besonderen Ausstellungsstücken ans Licht der Öffentlichkeit zu helfen, die momentan noch eingelagert sind: Ein fast 30 Meter langes Skelett des Diplodocus-Sauriers, Meteoriten oder Exemplare ausgestorbener Tierarten wie Beutelwolf und Quagga.