Theaterkritik

Legal Highs – Wenn der Rausch eskaliert

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Es hätte eigentlich ein entspannter Abend mit Gras und Chips werden sollen, doch die Situation von Ponzi, Paula und Peer gerät mehr und mehr außer Kontrolle und artet zur vollendenten Katastrophe aus. Das Young PATHOS Kollektiv bringt das von Rinus Silzle geschriebene Stück mit viel Energie auf die Bühne, oder besser: auf das Auto.

Die Lebensumstände der drei Hauptfiguren könnte nicht unterschiedlicher sein: Ponzi ist aus seiner Wohnung geflogen und wohnt nun in einer fensterlosen Kellerwohnung. Paula macht eine Ausbildung zur Krankenschwester, während Peer aus reichem Elternhause kommt und Medizin studiert. Zusammen wollen sie den Alltag vergessen und einfach zusammen kiffen. Doch als sich herausstellt, dass Ponzi kein normales Cannabis, sondern synthetisches Gras, sogenannte Legal Highs besorgt hat, stellt sich alles auf den Kopf.

Legal Highs Generalprobe (Bild: Young PATHOS Kollektiv)

Ein Abbild der Gesellschaftsschichten

So unterschiedlich die drei Hauptfiguren auch sein mögen, es wird schnell klar, dass sie Symbole für die vereinfachte Gesellschaftsstruktur stehen, die nach Unter- Mittel- und Oberschicht unterteilt. Doch auch wenn ihre Lebenssituationen starke Kontraste aufweisen, den Drang nach Rausch verspüren sie alle. In der Inszenierung verschmelzen Komik und Drama ineinander und lassen durch das ständige auf und ab keine Langeweile entstehen. Lediglich die Auflösung des Stücks will sich nicht so ganz in das sonst so stimmige Gesamtbild einfügen, dafür ist es zu abrupt und die damit verbundene Message zu vorhersehbar und aufgesetzt.

Wenig Raum und viel Energie

Ein kahler Raum und in der Mitte ein bunt angespraytes Auto. Mehr Bühnenbild braucht Legal Highs nicht. Doch wer meint, dass sei nicht abwechslungsreich, der täuscht sich. Durch ständige Bewegung auf der Bühne entsteht nie ein Gefühl von Trägheit. Die Darsteller:innen brillieren auf sämtlichen Ebenen. Die Chemie innerhalb des Ensembles ist absolut stimmig und die Energie, mit der die tänzerischen Choreografien performt werden strotzen nur so von Kraft und Energie. Licht- und Nebeleffekte runden die Inszenierung wunderbar ab.

Das Stück macht Spaß, sowohl den Darsteller:innen, die man den Spaß am Schauspiel in jeder einzelnen Szene anmerkt, als auch dem Publikum, dass schmunzelt, lacht und extrem ernst wird. Ein Besuch lohnt sich.

Legal Highs könnt ihr noch am 24.06.2023 im PATHOS Theater sehen. Tickets gibt es ab 5€. Wenn ihr mehr über das Kollektiv erfahren möchtet, hört hier in unser Interview mit ihnen rein!