SOUND OF MUNICH

Interview mit DieProkrastination

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Punkige Gitarrenklänge und ein authentischer Schlagzeugrhythmus – das ist die Band „Die Prokrastination“. Im Herbst 2018 haben sie ihr erstes Album veröffentlicht, in diesem Jahr wollen sie noch mehr.

Ihr habt im September ein Musikvideo veröffentlicht, darin kann man immer wieder mal einen Flamingo sehen. Den habt Ihr auch in eurem Bandlogo. Welche Bedeutung hat das Tier für Euch?

Katharina: Unser Playmi der begleitet uns schon eine ganze Weile. Ich habe den irgendwann mal entdeckt, als ich über ein Wochenende in Stockholm war. Der war in einem Schaufenster, aber leider hatte der Laden geschlossen. Ich dachte „Oh mein Gott, ich muss den unbedingt haben.“ Dann bin ich am nächsten Tag hin, habe ihn gekauft und seitdem begleitet er uns.

Zu eurem Song „Happy End“, zu dem ihr das Musikvideo gedreht habt, sitzt Ihr in einem Auto und fahrt damit durch eine Waschanlage. Wie seid Ihr denn auf die Idee gekommen?

Katharina: Das war eigentlich so, dass wir es komplett selbst drehen wollten und Michi hatte dann die Idee dazu.

Michael: Die Idee war eigentlich, keine Story zu haben, sondern irgendetwas wo wir sagen: sieht gut aus, wir haben alle Spaß dabei und wir müssen nicht irgendetwas spielen, was wir nicht sind. Das ist glaube ich ganz gut geglückt. Das war im Hochsommer 2018, wo es auch in der Waschanlage unglaublich heiß war, aber das war alles ganz super, ohne große Planung und die Lockerheit kommt, glaube ich, ganz gut rüber.

Katharina: Wir hatten das auch nicht angemeldet oder so. Irgendwann haben sie sich dann gewundert, „Das Auto muss doch jetzt mal sauber sein, wieso kommen die jetzt vier mal durch?“

Eure Texte sind gerne mal gesellschaftskritisch, wie zum Beispiel in Eurem Song „Mainstream“, in dem Ihr die Mittelmäßigkeit kritisiert. Jeder will individuell sein, geht aber dann trotzdem in der Masse unter. Womit versucht Ihr euch selbst abzuheben?

Katharina: Ich glaube, dass ist immer das Problem. Man will immer irgendetwas leisten oder hervorragendes tun und sich von anderen abheben. Ich arbeite zum Beispiel in der Mode, da ist das ein ständiges Thema. Auf der anderen Seite willst du aber auch immer dazugehören, das ist glaube ich ein ständiges Dilemma, das man hat.

Als Künstler muss man doch aber etwas besonderes machen, damit Leute einen anschauen und beachten, oder?

Katharina: Oder man muss vielleicht ein bisschen in die Wunde piksen oder Dinge aufzeigen, die vielleicht weh tun. Und dadurch hebt man sich vielleicht ab, weil man Dinge anspricht, die vielleicht nicht jeder sonst anspricht.

Michael: Und ich finde es gut, wenn man es auch so verpackt, dass es nicht immer nur kritisierend ist, sondern es auch wie im Text mit einem Augenzwinkern rüberkommt. Denn irgendwie kochen alle mit Wasser und man kann es auch witzig mit durchdachten Texten verpacken.

Wie habt ihr Euch als Band denn zusammengefunden?

Katharina: Wie man das halt so Klassischerweise macht: Annonce im Internet. Total sexy! Bei mir ist das auch meine allererste Band, und ich wusste nicht, wie man das anstellt, wie man das macht. Ich kenne keinen Musiker in München. Und dann habe ich einfach „Suche Musiker“ gegoogelt.

Michael: Und ich „Suche Sängerin“, und das ergab sich dann so. Aber den Raphi habe ich auf einer Party kennengelernt.