M94.5 Albenreview

Dinosaur Jr. – Sweep It Into Space

/ / Bild: Jagjaguwar

Nach mehr als 5 Jahren haben die Alt-Rock-Legenden Dinosaur Jr. um Gitarrist und Sänger J. Mascis mit Sweep it into Space nun endlich ihr mittlerweile 12. Studioalbum veröffentlicht. Dabei vertraut die Band aus Michigan zwar oft auf bereits Bewährtes, geht aber auch neue Wege.

Dinosaur Jr. gehören schon seit Jahrzenten zu den wichtisten Gruppen des Alt-Rock, doch der Werdegang der Band, bestehend aus Gitarrist und Sänger J. Mascis, Bassist Lou Barlow und Drummer Murph, war nicht immer von Erfolg gekrönt. Ihr erstes Album, das die Gruppe ganz pragmatisch Dinosaur taufte und mit einem Budget von gerade einmal 500 Dollar in den Wäldern von Massachusetts produzierte, war ein finanzieller Flop und wurde von der Musikpresse größtenteils ignoriert. Doch durch einige Aufritte in New York machte sich die Band langsam aber sicher einen Namen in der dortigen Szene, sodass die ebenfalls sehr bedeutenden Sonic Youth auf die Gruppe aufmerksam wurden. Die darauf folgende Tournee als Support-Act für Sonic Youth leitete dann den Start ihrer Karriere ein.

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Musikvideo zu „Garden“

Da nun aber schon mehr als 37 Jahre ins Land gezogen sind, seit sich Dinosaur Jr. In Amersted, Massachusetts gegründet haben, wird die Rockband ihrem ursprünglichen Namen fast gerechter als ihrem aktuellen. Denn die Gruppe, die sich zunächst schlicht Dinosaur nannte, hat sich zumindest in der Alternative-Szene mittlerweile einen so großen Kultstatus erarbeitet, dass man ohne Probleme von einem echten Dinosaurier der Branche sprechen kann.

Typisch Dinosaur

Der Sound, der die Musik von Dinosaur Jr. seit den späten 80er Jahren geprägt hat, besteht aus einer Mischung aus punkigen Tempo, Folk-esquen Lyrics und extrem lauten Gitarren, wobei die melodischen Soli von Virtuose Mascis einen Gegenpart zum krachigen Geschrabbel darstellen. Von genau diesen typischen Sound weichen die Herren aus Amersted auch auf ihrem neu erschienen Projekt Sweep it into Space nur wenig ab. Das Album wurde von niemand geringerem als dem Neil Young des 21. Jahrhunderts, Kurt Vile, produziert und besitzt, wie eigentlich alle Dinosaur Jr. Alben davor auch, die typische DNA der Band.

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Musikvideo zu „I Ran Away“

So hätte „Hide Another Round“ mit seinen knallenden Drums und dem archetypischen Riff auch auf jedem 90er-Jahre Album der Band erscheinen können, und „And Me“ beginnt zwar mit einer für Dinosaur Jr. eher untypischen Akustikgitarre, verwandelt sich aber spätestens mit Mascis grandiosem Solo in einen Dinosaur-Instant-Classic.

Moderner Classic-Rock

Aber auch wenn die Band mit Sweep it into Space nicht gerade einen absoluten Richtungswechsel vollzieht, hat das Album überraschende Momente. So machen das Gesangstalent von Bassist Lou Barlow und der folkige Vibe von „Garden“ den Track zu einem absoluten Highlight des Albums, wobei der Song auch durch seine untypisch balladenartige Struktur auffällt. Und das sommerliche „Take it Back“ könnte so auch von Fleetwood Mac stammen.

Alles in allem haben die alten Herren ihr Handwerk sicher nicht verlernt und sind sich selbst treu geblieben, ohne dabei langweilig zu werden. Eine Platte, die zwischen Nostalgie und Moderne schwebt, wie es nur wenige Rockalben in 2021 noch schaffen. Absolute Empfehlung!

Sweep It Into Space von Dinosaur Jr. ist am 23.04.21 über Jagjaguwar erschienen.