Die Blues Brothers Elwood (Dan Aykroyd) und Jake (John Belushi)

Filmklassiker der Woche

Blues Brothers

/ / Elwood (Dan Aykroyd) und Jake (John Belushi), Bild: Screenshot/Universal

Wie dreht man zwei der spektakulärsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte? Geht es nach Regisseur John Landis zerstört man dafür einfach möglichst viele Polizeiautos. Und das nicht etwa für einen hochglanzpolierten CGI-Action-Kracher, sondern für einen Musicalfilm mit dem harmlosen Titel Blues Brothers.

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Trailer zu Blues Brothers

Die Bilanz fällt üppig aus: Für die Symphonie der Blechschäden zerstörten 40 Stunt-Fahrer 103 Autos und ein komplettes Einkaufszentrum. Zum großen Finale der Verwüstungsorgie an Originalschauplätzen in und um Chicago kamen dazu noch mehrere Panzer und Hubschrauber zum Einsatz. Polizei und Feuerwehr sperrten an Samstagen und Sonntagen während der frühen Morgenstunden ganze Straßenzüge. Eine Premiere, denn jahrzehntelang hatte Chicago keine Drehgenehmigungen ausgestellt. Von da an diente die bevölkerungsreichste Stadt Illinois‘ als Hintergrund für über 1.000 Filme und Serien.

Elwood und Jake beim Geschäftstermin in der Sauna
Jake und Elwood beim Geschäftstermin in der Sauna, Bild: Screenshot/Universal

Unterwegs im Auftrag des Herrn

Die Story der Blues Brothers ist schnell erzählt: Elwood (Dan Aykroyd) holt seinen Bruder Jake (John Belushi) nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis ab. Die beiden besuchen das katholische Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Weil das wegen Steuerschulden geschlossen werden soll, machen sich die beiden Blues Brothers auf, das Geld zu besorgen – mit Hilfe ihrer alten Band. Deren Mitglieder müssen sie allerdings erst mühsam ausfindig machen und von dem Projekt überzeugen, während sie von der Polizei, dem Militär, der Nationalgarde, Neo-Nazis und einer Ex-Freundin von Jake (Carrie Fisher) gejagt werden. Trotzdem sind sie zuversichtlich, schließlich sind sie „im Auftrag des Herrn unterwegs“.

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Die Blues Brothers auf dem Weg zur Steuerbehörde

Absurd, aber mit Absicht

In gut zwei Stunden übertreibt John Landis mit großer Lust. Kein Wunder – das Drehbuch stammt von Hauptdarsteller Dan Aykroyd und basiert auf einem Sketch für Saturday Night Live. Entsprechend unrealistisch und absurd sind viele Szenen und Dialoge, etwa wenn die Polizei an einer Stelle über Funk durchgibt: „Der Einsatz unnötiger Gewalt zur Festsetzung der Blues Brothers wurde genehmigt.“

Jede Menge Stars

Neben all der Action hat Blues Brothers auch jede Menge Star-Power zu bieten – bis in die kleinsten Nebenrollen, wo Steven Spielberg einen Cameo-Auftritt als Steuerbeamter hat. Besonders fallen aber die Größen des Rhythm and Blues auf: James Brown, Cab Calloway, Aretha Franklin, Ray Charles and John Lee Hooker spielen tragende Rollen. Laut John Landis waren sie schnell dazu überredet, weil 1979 R’nB völlig aus der Mode war – so sehr, dass das Filmstudio Universal nicht einmal ein Soundtrack-Album veröffentlichen wollte.

Elwood und Jake verhandeln mit Ray (Ray Charles)
Elwood und Jake verhandeln mit Ray (Ray Charles), Bild: Screenshot/Universal

40 Jahre nach seinem Kinostart ist Blues Brothers noch immer vergnüglich anzusehen. Es ist eine Abwrackprämie in Filmform, ein Liebesbrief an Chicago und an ein vorübergehend vernachlässigtes Musik-Genre. Blues Brothers genießt Kultstatus, nicht nur unter Cineasten, sondern auch unter Klerikern: 2010 hat die offizielle Zeitung des Vatikan, die L’Osservatore Romano, den Film zu einem „Katholischen Klassiker“ erklärt.

Blues Brothers ist über Amazon im Stream abrufbar.