Vierschanzentournee - Vorschau

The Unknown Three

/ / Foto: Brigitte Waltl-Jensen, OK Vierschanzentournee

Die 67. Vierschanzentournee – M94.5 ist für euch bei allen vier Stationen dabei.

Der Modus

Die Tournee hat ihre eigenen Gesetze!
Anders als bei Weltcupspringen werden die 30 Finalplätze in K.O.- Duellen ermittelt. Die Platzierung im Qualifikationsspringen bestimmt die Duelle: Platz 1 gegen Platz 50, Platz 2 gegen Platz 49, und so weiter. Insgesamt also 25 Duelle. Die letzten Fünf Plätze werden an die fünf besten Verlierer der Duelle vergeben- die „Lucky Loser“.
Bei der Wertung zählt nicht allein die Weite, sondern es werden auch Punkte für Haltung und die Windbedingungen vergeben.
Gewinner der Vierschanzentournee ist der Springer, der bei allen vier Springen die meisten Punkte gesammelt hat. Ein schlechter Sprung kann also schon den Höhenflug manches Favoriten beenden. 

Die Favoriten

Es sind nicht die großen Namen der letzten Jahre (à la Stefan Kraft, Andi Wellinger oder Peter Prevc), die dieses Jahr in den Topf der Titelanwärter geworfen werden… bis auf einen…

Kamil Stoch: „König Kamil“ hat letztes Jahr das fast schon Unvorstellbare geschafft: Er war der Erste, der nach Sven Hannawald 2001 / 02 den Grand Slam – also den ersten Platz bei allen vier Stationen – holen konnte. Diese Saison hat der Pole bisher erst ein Weltcupspringen weniger gewonnen als alle deutschen Athleten zusammen – sprich keins. Dennoch rangiert er mit drei Podiumsplätzen bei bisher sieben Weltcups (und damit genauso vielen, wie alle deutschen Athleten zusammen) auf Rang drei in der Gesamtwertung. Dass Stoch ein paar Wochen in der Saison braucht, um seine Topform zu erreichen, ist auch nichts Neues.

Piotr Zyla: „Der unbekannte Pole / Tyrann?“ 31 Jahre ist Zyla bereits alt und Stand jetzt war es keine ganz große Karriere auf die er zurückblicken könnte. Erfolge gab’s bisher hauptsächlich mit dem Team (da springt ja auch der König mit). Einzig 2017 konnte er im Einzel so richtig überzeugen: bei der WM im finnischen Lahti gewann er Bronze (und Gold mit der Mannschaft… wen wundert’s?). Diese Saison soll es dann wohl doch mal mehr werden – auf einmal gibt es im polnischen Team einen, der am Thron des Königs Kamil sägt. Sieben Top-Ten- und fünf Podestplatzierungen gehen in der laufenden Saison auf „Tyrann“ Zylas Kappe. Damit steht er in der Gesamtwertung – mit 80 Punkten Vorsprung auf Stoch – auf Platz zwei, hinter…

Ryoyu Kobayashi: „Japower to the People“ und damit zu den unbekannt(er)en Namen. Aus dem Nichts (heißt Platz 24 im Gesamtweltcup 17 / 18) kam der 22-jährige Japaner in den Winter gestartet und dominiert seit November das Geschehen. Vier von sieben Weltcups konnte Kobayashi gewinnen, einzig in Engelberg verpasste er das Podest. Wenn es einen Topfavoriten gibt – bitteschön, hier ist er! In Engelberg übrigens gewann…

Karl Geiger: „Iisar Karle“ (allgäuerisch für: „unser Karl“) Der Oberstdorfer Lokalmatador hat sich in seinem bisherigen Schaffen auch eher unauffällig gezeigt und war wohl bis Herbst diesen Jahres nur wenigen Wintersportfans außerhalb seiner allgäuerischen Heimat ein Begriff… bis er dann auf einmal auf dem Podest stand: in Engelberg holte der 25-jährige seinen ersten Weltcupsieg. In jedem der bisherigen sieben Wettbewerbe schaffte er es in die Top Ten. Das klingt jetzt noch nicht nach Titel-Aspirant, aber in Abwesenheit der Wellingers und Freunds in den oberen Regionen des Klassements kann der ruhige, bescheidene Oberstdorfer vielleicht sein Karrierehoch fortsetzen und für eine Überraschung sorgen.

Wer die Tournee dieses Jahr für sich entscheiden kann, erfahrt ihr im etwas anderen Liveticker, hier bei M94.5. Los geht’s morgen in Oberstdorf ab 16:15 Uhr.