Festivalblog

Superbloom 2026

/ / BILD: Theresa Detterbeck

Für zwei Tage sind Jakob Schlüter und Theresa Detterbeck beim Superbloom Festival unterwegs und berichten für M94.5 direkt vom Gelände. In diesem Blog nehmen sie euch mit: zu Eindrücken direkt vom Festivalgelände, Gesprächen mit Artists, kleinen Entdeckungen und einem Blick hinter die Kulissen.

Ein hoch auf die Wetterfee

Es ist heiß! Und wer hätte das bei der Wettervorhersage diese Woche gedacht? Eigentlich mit Regenwetter angesagt ist die Laune auf dem sonnigen Superbloom heute blendend. Ab 12 Uhr strömen die Fans auf das Gelände und lassen sich von Essensstand zu Glücksrad treiben. Drei Bühnen gibt es dieses Jahr: eine cute kleine Seebühne die auf Stelzen ins Wasser gebaut ist (“The Hideaway”), die Neoneo-stage auf der anderen Seeseite und eine (überraschend kleine) Main Stage, eingeklemmt zwischen Olympiahalle und -stadion. Die beiden Locations sind dieses Jahr nicht Teil des Festivals. Deshalb ist alles kleiner und ein bisschen kompakter zusammen. Überfüllt ist es aber bisher trotzdem nicht: zu den ersten Acts Vicky, Mika Noé und Jolle kommt man gut durch.

Klein aber fein

Auch wenn wir uns bei der etwas klein geratenen Main Stage noch etwas unsicher sind: Es sind die kleinen Freuden, die dieses Superbloom besonders machen. Auf der Aperol-Insel gabs für die Kasi&Antonius-Fans eine besondere Überraschung: noch vor ihrem Gig auf der Main Stage haben die beiden einen Teil ihrer Setlist performt, und das vor grade mal hundertfünfzig Fans. Und die konnten danach dann auch noch mit den beiden ins Gespräch kommen und Fotos machen.

Wie ein exklusives Privat-Festival

Das familiäre Gefühl des Festivals zieht sich auch am Nachmittag durch. Das Gelände ist zwar kleiner als letztes Jahr, aber trotzdem groß genug, dass man sich nirgends durchschieben muss. Vor die Bühnen kommt man auch noch nach Beginn des Auftritts und so schaffen wir es gleich zu mehreren M94.5-Artists. Bei Buntspecht tanzen wir in der dritten Reihe. Die sechsköpfige Band schafft es schon direkt beim ersten Song “Im Fluss” auch die mitzureißen, die Buntspecht nicht kennen. Sie begeistern durch ständige Instrumentenwechsel und Lyrics, die im Kopf bleiben.

Nach dem rohen Sound der Wiener schlägt der Bass in Berqs neuer Single “Lamia” umso mehr ein. Das gute Soundsystem unterstreicht seine Stimme und spätestens bei “Rote Flaggen” singen alle mit. Laurenz Nikolaus dagegen spielt ein intimes Set auf der Seebühne. Das Publikum lauscht auf Felsen im Schatten der Bäume – ein gelungenes Setting für die “Hideaway”-Bühne.

Laurenz Nikolaus auf der kleinen “Hideaway”-Bühne. Bild: T.Detterbeck.

Party-Abschluss zum Samstag

Mit Zartmann und der untergehenden Sonne scheint das Festival langsam voller zu werden. Der Berliner sorgte nicht nur mit dem Überraschungsauftritt von Kasi&Antonius für gute Stimmung. Spätestens bei SDP ist die Partystimmung dann bei allen angekommen. Mit Hits wie “Ne Leiche”, “Tanz aus der Reihe!” oder dem neuesten “Mama hat gesagt” und einer beeindruckenden Show holt das Duo alle Generationen ab. Mit Flammenwerfern und einer beweglichen Kronen-Bühne endet der Abend damit (auch für uns).

Morgenstund hat… Anstehen im Mund

Nachdem der Samstag ein relativ entspannter Festivaltag war scheint heute doch noch einmal ordentlich voller zu werden: schon zu Einlassbeginn steht man über eine halbe Stunde an. Kein Wunder, immerhin werden heute die großen Headliner erwartet, allen voran Ikkimel, Zara Larsson und Tom Odell.

Hot Hot Hot

… ist heute nicht nur das Wetter, sondern auch die Outfits. Die mausigen Flower-Power Outfits der Zara Larsson-Fans fallen genauso auf wie die glitzernd-fotzigen Ikkimel-Fits. Beide Styles: Selbstbewusst. Lieben wir.

Inzwischen ist es voll auf dem Festivalgelände. Trotzdem haben es die kleineren Acts zum Teil schwer: Soda Frizzante, die mit einem fantastischen Set gegen die große Ikkimel anspielen, stehen nur vor ein paar hundert Leuten. Auch Kiarababa hat es auf der Neoneo stage nicht leicht. Die Laufwege von der Main- zur Neoneo-Stage sind allerdings auch nicht zu verachten: einmal um den Olympiasee muss man erstmal herum.

Headlinerin der Herzen

Ikkimel war für viele das Idol des Tages, das war nicht zu übersehen. Entsprechend voll war der Hans-Jochen-Vogel Platz auch bei ihrem Slot. Und die Fans wurden auf jeden Fall nicht enttäuscht. Eine live-Fotzengeburt auf der Bühne und ein Fan im Hundezwinger; Ikkimels Show war aufregend, witzig und auf jeden Fall “in your face”. Explizit spricht die Sängerin auch den Hate an, der ihr im Internet begegnet. Gemeinsam mit Baran Kok singt sie “hätten unsere Eltern mal abgetrieben”. Die Crowd jubelt.

Tom Odell bietet nach diesem Auftritts-Einschlag einen deutlichen Kontrast. Mit seinen ruhigen Balladen passt sein Auftritt perfekt zum Sonnenuntergang hinter der Bühne. Die hervorragende Live-Band kann leider die etwas breige Mischung nur zum Teil ausgleichen, trotzdem feiern die Fans den Briten. Bei Hits wie “Another Love” können auch wirklich alle mitsingen.

Zauberhafte Zara

In einem Märchenhaften Bühnenbild, das an eine Mischung aus einem Feenwald und einer Barbiestadt erinnert überzeugt Zara Larsson allein schon optisch. Die Glitzeroutfits und perfekten Choreografien sind da fast nur noch die Kirsche auf der Sahne. Von “mausig” sind die zwar weit entfernt, das ist dafür aber die Botschaft der Ansagen: alle Fans sind “pretty” – und sollen sich auch selbst so nennen.

Auf der Second Stage reißt derweil Noga Erez ab. Mit dynamischen Beats und einer Bühnenpräsenz, die sich sehen lassen kann gibt sie dem Publikum auch gegen Ende dieses Festivaltags nochmal neue Energie. Besonders einprägsam ist auch die Live-Kamera, die auf die Leinwand hinter der Bühne geworfen wird. Mit perfekt auf den Beat gepassten Zooms wirkt die fast schon hypnotisch.

Wilder Mix zum Abschluss

Als letzter Act der Experience Days dreht der DJ Kygo nochmal so richtig auf, wenn auch nicht nur seine eigenen Songs: auch Avicii und David Guetta spielt der Schwede. Trotzdem steht er nicht nur hinter seinem Pult, auch am Klavier zeigt er, was er drauf hat. Da braucht es die spektakuläre Laser-Lightshow fast gar nicht mehr.

Nach einem sonnigen Olympiapark-Wochenende gehen die Besucher:innen so müde und zufrieden nach Hause – vielleicht um morgen wieder zu kommen. Denn da gehts weiter mit den Superbloom Concert Days.