Platte des Monats: März '21

Really From – Really From

/ / Bild: Topshelf Records

Ein perfekter Genremix irgendwo zwischen Emo, Math Rock, Punk und Indie-Jazz-Improvisation. Das selbstbetitelte Album der Band Really From ist unsere Platte des Monats.

Where are you really from? 

„Woher kommst du wirklich?“. Eine Frage, welche den Mitgliedern der Band Really From schon viel zu oft gestellt wurde. Die konkrete Antwort gibt der siebte Song auf dem Album: „I’m From Here“. Die Mischung aus Trauer, Verzweiflung und Wut der Musiker:innen kommt durch die extreme Instrumentierung perfekt zum Ausdruck.

„I come from a whole of different parts

I’m from weary souls and broken hearts

I come from a brown and ancient skin

So let me in“

(Really From – „I’m From Here“)
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Really From – „I’m From Here“

Zweiter Name, drittes Album

Really From ist das dritte Album der Band aus Boston, aber ihr erstes Album unter neuem Namen Really From. 2014 gründeten Chris Lee-Rodriguez, Sander Bryce und der damalige Bassist Sai Boddupalli die Band People Like You nach ihrem Studium am Berklee College of Music. Veränderung kam mit dem zweiten Album Verse 2017 und der Aufnahme von Michi Tassey und Matt Hull. Das Repertoire und der Songwriting Prozess änderte sich und die vierköpfige Band war komplett. 

Aufgewühlte Emotionen und extreme Instrumentierung 

Mit Einflüssen aus allen möglichen Genres, den vielen verschiedenen Elementen und der extremen Dynamik beweist das Album enorme Musikalität. Über neun Songs zeigen Really From zarte, zerbrechliche Momente, jazzy Instrumentals aber auch punkige Höhepunkte. Stilrichtungen prallen aufeinander und Stimmungen ändern sich teils sehr abrupt mitten im Song. Alles orientiert sich dabei an den Lyrics.

Sprachliche Barrieren

Die erste Single-Auskopplung, „Try Lingual“, beschreibt auf sehr intime Art und Weise das Gefühl mit der eigenen Familie nicht richtig kommunizieren zu können. Und das nur wegen der Sprache. Tassey und Lee-Rodriguez, die beiden Sänger:innen der Band, haben mit solchen Problemen zu kämpfen. Im Falle von Tassey ist es Japanisch, bei Lee-Rodriguez Spanisch. In beiden Fällen eine große Hürde, wie es sich auch im Text wiederspiegelt:

„I smile like I can understand

But my mind reminds me I can’t

My ears drop words like slippery hands

Trying to hold on“

(Really From – Try Lingual)

Am Anfang wirkt der Song noch ruhig und reflektiert. Eine warme Trompete setzt ein, die vorerst sanft im Hintergrund liegt oder unisono der Stimme folgt. Trotzdem bringt der Trompeter Matt Hull schon hier erste Spannungen in den Song. Ruhig bleibt es bis 01:20. Danach dreht sich der Song um 180 Grad. Die Dynamik ändert sich grundlegend. Harte Drums steigen ein, die Gitarre ist jetzt verzerrt und die anfänglich noch so ruhige Trompete tanzt wild umher. Es gibt eben auch viele Hürden, die man auf sich nehmen muss, wenn man eine neue Sprache lernen will. Manche Türen öffnen sich schon, andere bleiben noch verschlossen. Dieses Gefühlschaos bringt die Gruppe in „Try Lingual“ auf den Punkt.

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Really From – Try Lingual

Entstanden ist ein Album voller Emotionen, tiefgründiger Themen und musikalischer Vielfalt. Über neun Songs schaffen es Really From auf ihrem selbstbetitelten Album immer wieder zu überraschen. Ein kurzes, aber sehr intensives Album ist unsere Platte des Monats März 2021.

Really From ist am 12.03.2021 bei Topshelf Records erschienen.