Oehl im Interview

Musik als Alternativ-Realität

/ / Bild: M94.5 / Michael Goder

Ein bisschen melancholisch, gleichzeitig aber mitreißend und groovig: Das ist Oehl. Das Musiker-Duo aus Österreich und Island kombinieren spannende Melodien mit poetischen Texten. Am 24. Januar 2020 haben sie ihr Debütalbum „Über Nacht“ raus gebracht.

„Der Keller ist kühl, komm!“ – So hat Ariel Oehl es geschafft, Hjörtur Hjörleifsson dazu zu überzeugen zu ihm zu kommen um zusammen Musik zu machen. Im Hochsommer in Wien ist es – wie in jeder Großstadt – schwer der brütenden Hitze zu entkommen, da bleibt eigentlich nur ein Ort: Der Keller. Und dank diesem kühlen Keller hat die Bandgeschichte von Oehl ihren Lauf genommen.

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Oehl – Über Nacht

Im Gegensatz zu vielen Bands und Musikern stehen bei Oehl zuerst die Melodien im Vordergrund. Es sei leichter, eine Melodie zu haben und dann Texte darauf basteln zu können, verraten sie uns im Interview. Wenn es dann um die Texte geht, ist das vor allem Ariels Domäne. Er leiht sich dann auch gerne mal ein oder zwei Zeilen aus. Wie zum Beispiel in dem Song „Tausend Formen“: Da hat er zwei Zeilen aus einem Gedicht von Goethe eingebaut.

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Oehl – Tausend Formen

Der Titel des Albums – „Über Nacht“ – heißt nicht etwa, dass das Album tatsächlich über Nacht entstanden ist. Für Ariel und Hjörtur hat die Nacht eine ganz besondere Bedeutung: Die einen tanzen, die anderen träumen und es passiert so viel, von dem wir während der Nacht gar nichts mit bekommen.

„Im Traum taucht man in eine eigene Realität ein, in der auch ganz viel passiert, aber nicht zwingendermaßen im Abgleich mit der Welt. Ich glaube, Musik hören ist auch sowas: Es ist eine alternativ-Realität, die sehr viel mit einem macht, aber nicht unbedingt kongruent ist mit dem, was sonst passiert.“

Ariel Oehl im M94.5-Interview

Dieses Leitbild der Nacht zieht sich so durch das ganze Album – daher der Titel. Aber: Natürlich klingt das Album nicht nur nachts gut, sondern eignet sich auch super gut zum Tagträumen.