The Blue Stones im Interview

Kanadische Klänge

/ / Bild: Sam Shapiro Media

The Blue Stones im Interview

„Rock aus Kanada? Ach, da gibt es doch sowieso nur Nickelback.“ Weit gefehlt! Das Land scheint oft von der Strahlkraft seines südlichen Nachbarlands in den Schatten gestellt zu werden, sodass viele Bands dann eher für amerikanisch und nicht automatisch für kanadisch gehalten werden. Arcade Fire, City and Colour oder Death From Above 1979 sind nur ein paar Beispiele für den großen Einfluss des Landes in der Indieszene. Immer mehr gitarrenlastige Bands sprießen aus dem kanadischen Boden.

Eine dieser Bands sind The Blue Stones. Deren Heimatstadt Windsor ist nur wenige Meter von Detroit entfernt, aber hat auch selbst eine schlagkräftige Musikszene. „Windsor ist eine sehr industrielle Stadt mit vielen hart arbeitenden Menschen, die in Fabriken tätig sind. Dadurch ist auch eine hart arbeitende Musikszene entstanden“, stellt Sänger Tarek Jafar fest. Diese Szene ist aber natürlich auch von der Musik der Stadt auf der anderen Seite des Detroit River beeinflusst, wie Drummer Justin Tessier bestätigt: „Wir sind mit den White Stripes, MC5, Iggy and the Stooges und natürlich Motown aufgewachsen.“

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The Blue Stones „Black Holes“

Film und Musik

Bevor die beiden sich vollständig auf ihre Musikkarriere konzentriert haben, waren sie beide während ihres Studiums in der Filmszene ihrer Heimatstadt aktiv. Viele ihrer Freunde haben Drehbücher geschrieben oder Filme produziert, wodurch sie immer wieder gefragt wurden, ob sie Rollen übernehmen wollen. Dieser Hintergrund hilft dem Duo auch jetzt als Musiker. „Ob du ein Instrument spielst oder nicht, letztendlich stehst du auf der Bühne und performst. Wenn du mal geschauspielert hast, hilft das einfach deinen Fähigkeiten als Performer“, stellt Tarek fest.

Auch ein Drehbuch haben sie mit ein paar Freunden schon zusammen geschrieben. Ob dieses jemals veröffentlicht wird, ist allerdings sehr fraglich. Die Zeit für die Band ist aktuell einfach noch zu einnehmend für The Blue Stones. Das Schreiben des Drehbuchs ist jedenfalls eine ganz andere Welt als das Schreiben eines Songs. „Bei einem Drehbuch musst du viel mehr Sachen beachten. Du musst überlegen, wie jede Szene aussehen soll, wie die Emotionen vermittelt werden müssen, wie die Geschichte mit der Szene vorangetrieben wird. Ein Song ist eher ein Schnappschuss und es geht, für mich zumindest, mehr um den Klang der Zeilen“, sagt Tarek.

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The Blue Stones „Be My Fire“

Hip-Hop für die Attitüde

Die Einflüsse ihrer Heimatstadt, der Musik aus Detroit und ihren Hintergrund im Film eint das Duo zu einem Garage-Rock-Sound mit Indie-Elementen. Dabei ist auch Hip-Hop eine wichtige Inspirationsquelle. „Im Hip-Hop liegt der Fokus stark auf Rhythmus und Beat. Das gefällt mir einfach. Aber die Attitüde gefällt mir vor allem. Dieser Swagger und die Arroganz lässt sich auf alle Musikrichtungen übertragen“, meint der Sänger. Wie sich dieser Swagger in der Rock-Musik anhört, kann man in Black Holes, dem neuen Album der Blue Stones hören.