Spielbericht
Der FC Bayern Basketball zähmt die Löwen Braunschweig
Um den 2. Spieltag der Basketball-Bundesliga-Saison nachzuholen, reisten die Basketball Löwen Braunschweig nach München. Dort empfing sie der FC Bayern Basketball, der das Spiel weitgehend kontrollierten und es mit einem Endstand von 108:66 klar für sich entscheiden konnte.
“Bayern gegen Löwen” – diese Partie stand am Dienstagabend in München an. Aber nicht, weil die Fußballer des FC Bayern endlich mal wieder auf den TSV 1860 München trafen, sondern weil die Basketballer der Roten die Basketball Löwen Braunschweig empfingen. Im BMW Park ging es für die Gastgeber darum ihren Platz an der Tabellenspitze der BBL zu verteidigen. Ein Sieg würde aber auch dem Selbstbewusstsein der Bayern, das durch die Reihe an Niederlagen in der EuroLeague angeschlagen schien, wieder guttun. Gegen den 10.-Platzierten der Basketball Bundesliga aus Braunschweig schien das vor Tip-Off definitiv im Bereich des Möglichen zu sein.
Intensive Defense, chaotische Offense
Als der Ball noch nicht einmal 30 Sekunden in Bewegung war, lösten die Bayern den ersten Konter der Braunschweiger bereits mit einem Foul. Die Gäste durften dreimal an die Linie und verwandelten jeden Wurf. Lang brauchte die Heimmannschaft dann allerdings nicht mehr, um ins Spiel zu kommen. Den Spielfluss der Roten versuchten die Löwen auf Biegen und Brechen zu unterbinden – und das mit Fouls. Nach vier Minuten verbuchten sie bereits vier Teamfouls.
Kurz vorm Ende des ersten Viertels übernahmen die Braunschweiger nochmal kurz. Mitverschuldet durch die Bayern, die es in dieser Phase ihren Gästen sehr leicht machten, ihren Rückstand einzuholen. Das beobachtete auch FCBB-Coach Gavel, der die Unsauberkeiten seines Teams wütend von der Seitenlinie aus verfolgte. Schließlich sah er ein Timeout, als einzige Lösung den Bayern-Gegner das Momentum zunehmen und holte seine Jungs zu sich.
Der richtige Schritt: Die Gastgeber rappelten sich wieder auf und konnten mit einer kleinen Führung (22:18) die ersten zehn Minuten beenden.
Statistiken lügen nicht
Das Heimteam startete stark ins zweite Viertel. Dank ihrer extrem guten Treffsicherheit konnten sie sich nach wenigen Minuten einen Vorsprung von über zehn Punkten erspielen und auch defensiv blieben die Münchner hellwach. Angriffe der Braunschweiger unterbanden sie zum Teil schon an der Mittellinie.
Auch die Statistiken am Ende der ersten Halbzeit bewiesen, dass die Bayern verdient mit einer 57:38-Führung in die Kabinen gingen. Sowohl Wiley als auch Jessup verbuchten eine Trefferquote von 100% und erzielten zusammen fast 25 Punkte. 18-mal stand ein Spieler der Roten an der Linie. Außerdem sprach der Unterschied zwischen der Anzahl an Rebounds der beiden Teams Bände. Mit 33 Rebounds eroberten sie den Ball dreimal mehr als die Braunschweiger.
Bayern drücken weiter
Auch nach der Pause blieb der FC Bayern Basketball in Führung und baute diese mit viel Tempo weiter aus. Offensiv konnten sich die Bayern mit einer Trefferquote von 50% der Feldwürfe behaupten.
Während Bayern zunehmend besser ins Spiel fand und nur wenige Chancen ungenutzt ließ, tat sich Braunschweig in der Offensive schwer. Die Löwen verschenkten immer wieder gute Möglichkeiten und fanden kaum Mittel gegen das schnelle Spiel der Münchner. Das Umschaltspiel der Bayern zeigte sich auch im Blick auf die Statistik, so ließen die Bayern Braunschweig mit 3:8 Fastbreak-Punkten deutlich hinter sich.
Besonders ersichtlich wurde der schnelle Angriff beim Alley-oop von Beauchamp auf Norris. So bauten die Münchner ihre Führung kontinuierlich aus und erzielten allein im dritten Viertel 30 Punkte. Mit einem Zwischenstand von 85:55 ging es ins Schlussviertel.
Führung verwalten, Spieler schonen
Dort nutzten die Bayern ihre komfortable Führung aus, um auch den Rotationsspielern noch einmal Einsatzzeit zu ermöglichen. Rund fünf Minuten vor Schluss kam Jerkic aufs Feld. Auch Jensen erhielt weitere Spielminuten, während die Routiniers mit Blick auf die kommenden Spiele geschont wurden. Bei den Rebounds blieben die Münchner weiterhin stark und kratzten zahlreiche Bälle der Gegner vom Ring.
Den Löwen aus Braunschweig gelang dagegen keine Aufholjagd mehr. Lediglich elf Punkte erzielten die Gäste im letzten Viertel. Obwohl der Sieg längst in trockenen Tüchern schien, wurden die Fans in den letzten Minuten noch einmal laut. Sie standen auf, jubelten und feierten ihre Mannschaft bis zum Schluss. Am Ende gewannt der FC Bayern Basketball deutlich mit 108:66.
Mit Selbstbewusstsein nach Lyon
Für die Bayern geht es nun am Donnerstag und Sonntag mit zwei Auswärtsspielen weiter. Das nächste Heimspiel im SAP Garden steht erst am 19. November an.